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Xentrifuge: Converting Infinity

..und der Himmel soll brennen
Wertung: 9.5/10
Genre: Harsh Electro, Terror EBM
Spielzeit: 48:00
Release: 25.09.2009
Label: Noitekk

Ließen Xentrifuge mit ihrem Debüt „Light Extinguish“ durch ihren endzeitmäßigen, apokalyptischen Sound noch jede Flamme der Hoffnung auf eine Rettung der Menschheit erlöschen, geht die Band nun einen Schritt weiter und verarbeitet mit dem neuen Full-Length „Converting Infinity“ die Endlosigkeit und Unbegrenztheit des Untergangs.

War mir persönlich das Debüt noch etwas zu chaotisch, hat mich das neue Album absolut umgehauen – weiterhin findet man hier komplexe Soundstrukturen aus brutalen Noise-Elementen, atmosphärischen Klängen, aggressiven Vocals und feinen melodischen Sequenzen vor, die jedoch weitaus raffinierter klingen als noch bei dem Vorgänger. Selten habe ich eine CD gehört, die vor meinem geistigen Auge derart viele Bilder entstehen ließ, so ruft direkt der erste Song „Dormant“, der durch erbarmungslose Drum-Attacken besticht, Bilder von eiskalten, gebrochenen Augen hervor, in denen sich eine zerstörte Eiswüste spiegelt.

Der treibende und sich aufbauende Track „Strain“ hingegen verkörpert klanglich eine elfte Plage und pumpt Bilder voller Verzweiflung einer vernichteten Welt in den Geist, während er sich weiter aufbaut und von einem Noise-Kracher zu einem atmosphärischen Endzeit-Soundtrack mit noch mehr groovenden Synths gedeiht. Der nächste Song „Black Horizon“ reißt direkt unwahrscheinlich mit und veranlasst den inzwischen längst von apokalyptischen Visionen schwarzer Morgendämmerungen überwältigten Hörer dazu, mit den erbarmungslos verzerrten Vocals mitzukeifen.

Es ist erstaunlich, was für eine erstaunliche Kälte ein mit „Watching You Burn“ betiteltes Stück ausstrahlen kann. In Kombination mit einigen in den Sound verwobenen Schreien und kargen Piano-Klängen wie auch schon bei „Black Horizon“ fabrizieren Xentrifuge hier einen Harsh Electro-Hit bei dem man bei aufmerksamen Zuhören schnell von einer Gänsehaut erfasst wird. Der Titelsong „Converting Infinity“ entzündet ein Inferno an aggressiven, brachialen und auch einigen melodischen Sounds, welche ebenfalls Gedanken an das sich aus blutigen Ozeanen erhebende Verderben hervorrufen, und den Hörer anschließend mit dem letzten Song „Immune“ in einer kaputten, kranken Welt, eingerahmt von einem schwarzen Horizont, brennenden Überresten und vereisten Ruinen, in der das schönste Überbleibsel ein Regenbogen in Schwarz-Weiß ist, zurücklassen.

Während des Genusses dieses Albums hat man dauerhaft das Gefühl, dass die Inkarnation des Todes bereits mit einer Hand auf der Schulter des Hörenden lauert und permanent in das Ohr dieses Auserwählten flüstert, dass es seiner Präsenz in der diesseitigen Sphäre nicht mehr bedarf. Wer sich vorstellen kann, sich in ein endzeitliches Klanginferno fallen zu lassen, ist mit dieser CD mehr als gut beraten – der Sound ist definitiv nicht für schwache Gemüter.

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