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Xell: The BulgarianMetalBlowout Powercore'N'SpeedupMusicstalgia

Zwischen Balkanfolk und Metal
Wertung: 7.5/10
Genre: Crossover/Folk/Metal
Spielzeit: 42:00
Release: 25.02.2011
Label: Eigenproduktion

„The BulgarianMetalBlowoutPowercore'N'SpeedupMusicstalgia“ - wer seinem Album einen derart irren Titel verpasst, schreckt vor gar nichts zurück. Nicht vor knallharten Metalriffs in Verbindung mit quakenden Oboen. Nicht vor bulgarischen Folklore-Chören. Und schon gar nicht vor Akkordeonsoli in epischen Instrumentalsongs. Doch der Reihe nach.

Xell ist der Künstlername des bulgarischstämmigen Berliners Alexander Dafov, der mit seinem Bandprojekt seinen breiten Musikgeschmack unter einen Hut bringt: Metal der progressiveren Spielart. Klassische Musik. Balkanfolk. Und jetzt einmal gut umrühren. Dass dabei entweder vollkommener Schrott oder kreativer Irrsinn herauskommen muss, kann man sich leicht zusammenreimen. Auf Xell trifft zum Glück Letzteres zu.

Das liegt zum einen am umfangreichen Instrumentarium, das Xell auf seiner Debütplatte ins Rennen um den abgedrehtesten Sound schickt: Zur klassischen Gitarre-Schlagzeug-Bass-Besetzung gesellen sich Klarinetten, Akkordeon, Saxofon, Geigen, Oboen und – zumindest im Opener „Voices“ - der schon erwähnte bulgarische Folk-Frauenchor. Zum anderen funktioniert die Mischung unterschiedlicher Klänge so gut, weil Xell sie gekonnt und vielfältig zu arrangieren weiß: Mal lassen Gitarren und Blasinstrumente über Polkabeats flotte gemeinsame Läufe in osteuropäischen Skalen hören, dann wieder fiedelt eine Violine ein folkiges Solo über ein derbes Metalbrett. Dazwischen erhebt sich der Sound immer wieder in luftige Höhen, umschwebt den Hörer, nur getragen vom singenden Akkordeon – um schließlich nahtlos in eine powermetallische Passage samt Vokalchören, Saxofonsolo und Breitwandsound überzugehen. „SindBat“ zum Beispiel funktioniert in etwa nach diesem Schema und kommt dabei auf über sieben Minuten Länge sogar völlig ohne Leadgesang aus.

Überhaupt bleibt „The BulgarianMetalBlowoutPowercore'N'SpeedupMusicstalgia“ über weite Strecken gesangslos und kann sich das dank des facettenreichen Sounds auch leisten. Wo andere instrumentale Metalalben wegen ihres beschränkten Soundrepertoires gern mal nach zwei Songs langweilig werden, hält Xell den Hörer mit seiner Armada von Blasinstrumenten gut bei der Stange. Ganz ohne Vocals muss man dann aber doch nicht auskommen: In „Wika Margarita“ begibt sich Dafov erstmals ans Mikrofon und bringt ein Ständchen auf Bulgarisch; im seltsam verschrobenen Industrial-Prog-Brecher „Stofftier“ singt er dann nochmal auf Deutsch. Beide Songs sind an sich nicht schlecht (auch wenn Xell an sich keine besonders aufregende Stimme hat und zumindest „Stofftier“ textlich mindestens gewöhnungsbedürftig ist), fügen sich aber nicht so recht ins Album ein – beim instrumentalen Konzept zu bleiben, wäre einfach konsequenter gewesen. Zum Glück klingt die Scheibe mit „Xell'A'Vie“ dann auch erneut gesangslos in einem bunten Reigen von virtuosen Solopassagen stimmig aus. Ob Oboe, Geige, Saxofon oder E-Gitarre – hier darf jeder nochmal ran.

Fazit: Als Freund experimentierfreudiger Musik macht man mit Xells Erstlingswerk garantiert nichts falsch. Auf instrumentaler Seite bringt die Scheibe jede Menge Spaß, Atmosphäre und einen Hauch von Balkan-Exotik. Die beiden Tracks mit Gesang fallen im Vergleich dazu wie gesagt etwas durchs Raster, versauen den positiven Eindruck aber auch nicht. „The BulgarianMetalBlowoutPowercore'N'SpeedupMusicstalgia“ ist jedenfalls endlich mal ein Werk, das das inflationär gebrauchte Adjektiv „ungewöhnlich“ auch verdient.  

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