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Xandria: Salomé - The Seventh Veil

Absolut positives Gesamtkontext des Albums
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Gothic Metal , Gothic Rock
Spielzeit: 48:55
Release: 25.06.2007
Label: Drakkar Records

Nach dem kleinen Appetithappen in Form der Single “Save my Life“ folgt nun mit “Salomé - The Seventh Veil“ die Besprechung des nunmehr vierten Studioalbums der Bielefelder Combo Xandria.

Da die beiden Stücke “Save my Life“ und “Vampire“ bereits ausführlich auf der Single-CD Plattform hier bei The-Pit.de besprochen wurden, wende ich mich deswegen gleich den übrigen 10 Tracks des Silberlings zu. Zuvor sollte allerdings noch erwähnt werden, dass das exzellent ausgewählte Covermotiv mit seinem morgenländischen Touch die Grundstimmung des Albums wirklich hervorragend wiedergibt!

Ebenso sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich Xandria für die Songs “Emotional Man“ und “Only for the Stars in your Eyes“ gesangliche Unterstützung einholten, und zwar von niemand Geringerem als dem von Entwine bekannten Leadsinger Mika Tauriainen. So ist Mika beim rockigen “Emotional Man“ als Duettpartner von Frontfrau Lisa kurz im Fokus der Hörerschaft (allerdings ist sein Gastspiel hier wirklich sehr knapp ausgefallen = gerade mal vier kurze Zeilen aus dem Hintergrund heraus sind zu hören). Ganz anders beim Uptempo Durchstarter “Only for your the Stars in your Eyes“, wo Mika durchgehend seine - mit wirklich feinen Nuancen versehene - Stimme zum besten gibt.

Ansonsten sind die fünf Herrschaften aus Bielefeld ganz auf sich gestellt. Was allerdings nicht weiter schlimm ist, da Xandria ohnehin im Vorfeld diesen Schritt ganz bewusst gewählt hatten: Denn nicht umsonst haben sie auf dem vorliegenden “Salomé - The Seventh Veil“ auch erstmals die komplette Produktion selbst in die eigenen Hände genommen...

“Beware“ beginnt zuerst mit leisen und sanften Tönen, um sich dann aber ganz schnell seinem Schleier der Agonie wieder völlig zu entledigen. Heraus kam dabei ein netter Bombast-Rock Verschnitt, der gewisse Ähnlichkeiten zu Tarja Turunens Ära bei Nightwish nicht verbergen lässt. Beim Titeltrack “Salomé“ gelingt es der Band äußerst gut, einen kleinen Epos aus Symphonic Rock, Ballade und kernigen Gitarrensoloparts zu kreieren. Der Song wirkt dadurch ungemein progressiv - und die zudem noch liebevoll eingestreuten Elemente orientalischer Traditionsmusik machen aus dem sechsminüter “Salomé“ definitiv das unantastbare Herzstück des Albums: Wahrlich ein tadelloser Genuss für alle Sinne auf höchster Ebene!

Sehr empfehlenswert ist aber auch das verspielte “Sisters of the Light“: Durch die mutige Kombination aus wuchtigem Traditionsrock der 80er Jahre, klassischer Bauchtanzmusik und den starken Pop-Attributen im Refrain (einmal vernommen, wird man diese so schnell nicht mehr aus dem Gehör bekommen!), erinnert diese experimentelle Revue nicht umsonst ein bisschen an die ganz großen Glanzzeiten der deutschen Pop-Diva Sandra (“Hiroshima“, “In the Heat of the Night“). “Salomé“ ist so etwas von eingängig und lebensbejahend, das er nicht geringe Chancen hätte, zu einem der diesjährigen „Sommerhits“ zu avancieren. Denn das Zeug dazu hätte er wirklich allemal...

“Firestorm“ und “A new Age“ sind hingegen eher routinierte Symphonic Metal - Exemplare geworden, wie sie mit momentan aktuellen Werken von Within Temptation (“The Heart of Everything“) und Krypteria (“Bloodangel´s Cry“) zu vergleichen sind. Zwar sind die beiden Songs deswegen nicht schlecht, fallen aber dennoch ein bisschen ab im direkten Vergleich zu den eher mystischen und geheimnisumwitterten Liedern im Vorfeld.

Ganz besinnlich geht es allerdings nun bei “The Wind and the Ocean“ zu: Eine äußerst zerbrechlich wirkende Ballade, mit nur minimaler Orchestrierung. Allerdings ist der Titel für mein Empfinden dann doch einen Tick zu ruhig und besänftigend ausgefallen, da die musikalische Abstufung der Tracklist (im direkten Vorfeld sind ja zuerst die beiden brodelnden Kompositionen “Firestorm“ und “A new Age“ zu hören) hier doch eindeutig zu extrem ausgefallen ist.

“Sleeping Dogs lie“ tritt dafür aber wieder vorsichtig aufs Gaspedal und gipfelt in eine schöne Hymne mit hohem Wiedererkennungswert. Finaler “On my Way“ kann sich meiner Meinung nach nicht so ganz entscheiden, ob er nun lieber aggressiver Rock-Stampfer oder doch eher melodisch-infernale Gesangskunst zelebrieren möchte ... Dennoch ist “On my Way“ ein überdurchschnittlich guter Song und schließt letztendlich auch versöhnlich das letzte Kapitel in der Geschichte um Salomé, der schönen Tochter des Herodias.

Fazit: Ein ganz großer Pluspunkt auf “Salomé - The Seventh Veil“ ist sicherlich der absolut positive Gesamtkontext des Albums, wie aber auch die selbstbewusste experimentierfreude Xandrias selbst. Die orientalischen Stilmittel wurden konsequent - und mit viel bedacht - über die gesamte Spielzeit des Albums hin verteilt und eingestreut. Auf dieser Ebene hat sich Xandria definitiv eine neue Spielwiese geschaffen, die neue (künstlerische) Freiheiten offenbart und jene auch erfolgreich zu Tage fördert.

Entsprechend bleibt also nur zu hoffen, dass sich die fleißigen Bielefelder auch in Zukunft nicht zu schade sind zum Experimentieren und (Weiter)-Tüfteln. Denn dann stört es auch wirklich niemanden groß, wenn mal 2 - 3 kleinere „Schwachstellen“ oder Ungereimtheiten zu verzeichnen sind...

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