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X-Dream: Demo 2007

Mehr Albtraum als alles andere
Wertung: 2/10
Genre: Heavy Rock
Spielzeit: 32:27
Release: 30.11.2005
Label: Eigenproduktion

X-Dream, welch einfallsreicher Bandname. Ohne Sänger sind die Musiker auch noch als JST unterwegs und fabrizieren so ähnliche Musik, nur halt ohne Gesang. Ein Hybrid vieler Rock- und Metalgenres soll die vorliegende Demo sein; kraftvoll, melodisch, atmosphärisch, aber auch gnadenlos und vielseitig will man klingen. Schade, Ziel verfehlt. X-Nightmare würde als Bandname wesentlich besser zur Musik passen, aber dann wäre ja das enorm einfallsreiche Wortspiel weg.

Die Ravensburger rühmen sich in der Bandinfo mit jahrelanger Erfahrung und Berufen in der Musikbranche (u.a. als Musikschullehrer, Werbemusikkomponisten etc.). Kann man da nicht ein wenig mehr erwarten? Die sechs Songs der zugegebenermaßen recht nett gestalteten Demo-CD sind allesamt im Jahre 2006 aufgenommen worden und auf den Silberling innerhalb des Slimline Jewel Case gepresst worden. Auszeichnen tut sich der Heavy Rock-Sound durch eine extrem miese Produktion. Der Gesang thront über allem, während man das stark gedämpfte Schlagzeugspiel zwar gut heraushört, aber die Gitarre völlig untergeht.

Von der technischen Seite her gibt es auch einiges zu meckern. Das Bassspiel scheint uninspiriert, wenn man es denn mal heraushören kann. Die guten Seiten der Gitarrenmelodien könnten auch gerne etwas zahlreicher erscheinen, aber den größten Fehler machten JST, indem sie sich einen Sänger ins Boot holten und damit zu X-Dream wurden. Auch wenn Jorgoz schon viel Erfahrung bei der Band Gravestone gesammelt hat, alle Töne scheint er immer noch nicht zu treffen. Davon abgesehen wirken die Einsätze oft einfach nur deplatziert. Auch sonst hat diese Thrash-Stimme wenig im Heavy Rock zu suchen. Essentielles Problem des Quartetts ist das ungemein langweilige Songwriting.

„Terms Of Paradise“ beginnt mit einer Schlagzeugknüppelsalve und kämpferischen Gesang. Hinter der verschwommenen Produktion lassen sich sogar die angepriesenen Instrumentalskills erahnen. Fette Riffs machen wohl noch Kaffeepause, denn der Track geht ohne weitere Höhepunkte an einem vorbei. Konzentration auf die Vocals kann ja manchmal ganz nett sein, aber wenn der gesamte Song nur auf den Gesang ausgelegt ist, dann fragt man sich, warum man nicht die Verzerrer ein wenig runterdreht, um so eher in der Pop/Rock-Ecke Erfolg zu haben. Wenigstens haben die Gesangslinien hier etwas zu bieten und haben auch eine Art Wiedererkennungswert gibt es.

Beim „Instrumetal“ zeigt man schon wieder die Gabe, ein tolles Wortspiel gefunden zu haben. Der Titel stellt für mich den Höhepunkt der Scheibe dar, was nicht zuletzt mit dem Ausbleiben des Gesanges und einer anderen, wesentlich besseren Aufnahmequalität zusammenhängt. Das hier ist wirklich mal atmosphärischer und kraftvoller Heavy Metal. Leider, leider sind die restlichen drei Tracks wieder mit dem Mann an der Stimme. „Years Of Passion“ besticht mit einem in feinstem, defintiv nicht akzentfreiem Englisch vorgetragenen Intro und Wellenrauschen. Die verbleibenden Minuten orientieren sich wieder an der Qualität der ersten beiden Lieder.

Das fünfte Stück „Isla del afortundo“ hätte ich den Herren ja nun gar nicht zugetraut. Der Stock im Arsch ist mal für ein paar Minuten raus, obwohl auch das nicht so wirklich hilft. Die Experimentierfreude in allen Ehren, aber auch das war ein Schuss in den Ofen, wenn es mit ein wenig Abstand betrachtet. Wenigstens bietet es Abwechslung. „Never Been A Saint“ will dann noch einmal richtig die Nerven strapazieren und schafft das auch, ohne Höhepunkte zu bieten. Man lässt es sich außerdem nicht nehmen, einen Hidden Track auf die etwa halbstündige Demo-CD zu packen. Dieser fällt wieder etwas positiver auf angesichts der gesteigerten Wichtigkeit der Gitarre.

Fazit: Was lernen wir daraus? Gute Einzelmusiker schaffen es noch lange nicht, eine fette Scheibe zu veröffentlichen. Da ist noch einiges an Songwriting-Fähigkeiten und Aufnahmetechniken zu üben. X-Dream haben den Qualitätstest leider nicht bestanden.

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