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Wulfshon: Prinnit Mittilagart

Nicht übel, aber auch keine Offenbarung
Wertung: 6/10
Genre: Pagan Metal, Viking Metal
Spielzeit: 40:09
Release: 21.06.2011
Label: Art Gates Records

Es mutet ja immer ein bisschen lustig an, wenn sich Bands aus südlicheren Gefilden mit nordgermanischer Mythologie beschäftigen: Multikulti im Geiste, wenn man so will, und das ist genau das, was auch die Argentinier Wulfshon praktizieren. Die Vier bringen mit "Prinnit Mittilagart" ihre erste Full-Length-Scheibe nach den beiden Demos "Awaiting The Ragnarok" und "UUulfsson" aus den Jahren 2008 beziehungsweise 2009 heraus und liefern recht bodenständigen Pagan Metal mit einigen schwarzmetallischen Einschüben. Ursprünglich 2004 von Gitarrist und Sänger Matías Taubas Oyola als Soloprojekt gegründet, hat sich die Truppe mittlerweile noch um drei Mitstreiter erweitert und zu einer eigenständigen Band entwickelt.

Nun gibt es Pagan- und Viking-Metalbands in Hülle und Fülle, da muss man natürlich sehen, dass man sich etwas Besonderes aneignet, um seinen Sound aus den unzähligen Veröffentlichungen herausstechen lassen zu können. Wulfshon haben mit Paulo Bianchi immerhin seit drei Jahren einen fähigen Growler am Start und auch Gründer Matías kann mit klarem Gesang wie beispielsweise in "Frozen Throne" einige Pluspunkte sammeln. Insgesamt wirkt der Sound der Truppe stimmig, wenn auch ein wenig Druck dahinter fehlt, was natürlich gerade bei so einem machtvollen und teils wirklich epischen Genre wie Viking Metal schade ist, aber überhaupt konzentrieren sich die Männer eher auf die Pagan-Aspekte, wenn auch hier nicht unbedingt mit Instrumenten wie Flöten gearbeitet wird, wie es in diesem Genre oftmals der Fall ist. Im Großen und Ganzen bewegen sich die Songs aber eher im Midtempobereich - teils sogar recht gemächlich wie beispielsweise das atmosphärische "Pride Of Death", das nur mit zögerlich eingestreuten Blastbeats arbeitet, die noch dazu leider recht pappig klingen.

Immerhin, ein stimmungsvolles Albumintro in Form des gewittrigen "Intro: Prinnit Mittilagart" gibt es schon mal. Regenschauer, dazu unheilvolle Trommeln und eine hin und wieder angeschlagene Gitarre und ein gesprochener Text in Althochdeutsch - sehr cool. Die sehr stimmungsvolle englische Übersetzung dazu findet sich glücklicherweise im Internet, so kommt das Feeling gleich noch mal besser rüber. Wenn man so aus dem Fenster schaut, passt der akustische Wolkenbruch zwar nicht mehr so ganz, aber dafür kann die Band ja nichts. Im Anschluss überzeugt "Death In The Light" mit recht eigenwilligen Arrangements und Paulos Growls, die aber durchaus eine Spur mehr in den Vordergrund hätten gemischt werden können. Trotzdem legen die Argentinier hier schon mal einen schönen Grundstein.

Es folgt der klassische Durchhänger, in dem Songs wie "To The Battlefield" einfach an einem vorbeiziehen und man erst beim Akustik-Spoken-Word-Part von "The Calling Of The Ancestral Blood" wieder aus seinem Halbkoma erwacht. Nach selbigen Part legen die Herren an den Gitarren ordentlich los und auch die Drum-Felle werden verprügelt - schade, dass die erste Hälfte des Songs so unspektakulär verläuft.

Auch "Cosmos Generalis" überzeugt zu Beginn nicht unbedingt, obwohl hier schon einige schöne Schreie im Intro vorhanden sind; gemächlich walzt der Track voran, wird von den Growls ordentlich vorangetrieben und dann durch ruhige Gitarren und klaren Gesang ausgebremst, was die Argentinier öfters mal auf ihrer neuen Platte präsentieren. Das scheint ein patentiertes Rezept der Truppe zu sein, das meistens auch erstaunlich gut funktioniert.

In ähnlichem Tenor geht es weiter - kennt man die erste Hälfte der Scheibe, gibt es nicht mehr allzu viele Überraschungen, dafür ist das Dargebotene allerdings solide gemacht und teils doch recht hübsch verpackt wie in "Natura Obscura", bei dem man beim Mainriff in den Strophen kaum die Füße stillhalten kann. Insgesamt kann sich "Prinnit Mittilagart" durchaus hören lassen, ist aber noch längst keine Offenbarung.

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