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Wulfgar: Midgardian Metal

Viking Metal mit viel Kraft und ohne Schnickschnack
Wertung: 8/10
Genre: Viking Death Metal
Spielzeit: 41:51
Release: 19.03.2010
Label: Trollzorn/ SMP Records

Nach ihrem Debütalbum „With Gods an Legends Unite“ von 2007 veröffentlichen Wulfgar nun ihre zweite Scheibe „Midgardian Metal“. Je schlichter der Titel, umso durchgreifender das Album? Bei Wulfgar könnte dies durchaus hinkommen. Diese Truppe verspricht rohen Viking Death Metal und hält dieses Versprechen auch mit Leichtigkeit. Was könnte außerdem auch besser zu den schwedischen Mannen passen, wenn nicht diese Richtung des Heavy Metals. Vielleicht ist auch gerade das ihr Geheimnis hinter diesem überzeugenden und stimmigen Album, welches sie uns hier vorlegen.

Anfangs beim Intro noch sanftmütig, greifen sie kurz darauf bei den Saiten extrem durch und wissen auch die Drums mit harten Getrommel unter ihre Kontrolle zu bringen. Sänger Emil krempelt passend dazu die dunkelsten Seiten seines Kehlkopfes hervor und beeindruckt durch seine verdammt dunklen und rauen Vocals. Lieder wie „Circle Of Runes“ oder „Fight, Win, Kill & Conquer“ strotzen dadurch nur so vor Kraft,  legen aber gleichzeitig auch eine gewissen Raubeinigkeit an den Tag. Wem die Atmosphäre des Intros sehr gefallen hat, wird im anschließenden Album danach vergebens suchen. Dafür wurde aber zum Beispiel bei dem Lied „Norsemen Of Steel“ cleaner Gesang eingearbeitet, der einen wünschenswerten Ausgleich zum Rest des schwedischen Todesmetall schafft. Zudem verstärkt dieser weiterhin den melodischen Anteil des Albums, welcher ansonsten zwar durchweg vorhanden ist, aber nicht sehr verspielt ausfällt.

Die Jungs aus Schweden halten ihre Melodien einfach und nordisch. Sie passen gerade durch ihre simple Art zu dem dunklen aber klar aufgebauten Death Metal der nordischen Truppe. Schließlich sind wir hier nicht bei Eluveitie, sondern bei Wulfgar. Daher muss sich auch keiner wundern, dass die Band trotz Viking-Attitüden keinerlei exotische oder einfach volkstümliche Instrumente mit einbringt, sondern auf die klassischen Metal-Instrumente setzt. Wenn auch eigentümliche Instrumente in diesem Genre durchaus reizvoll verarbeitet werden können, ist es hier jedoch auch sehr passend, dass Wulfgar mit Absicht darauf verzichten. Denn Titel wie „Death Of Yggdrasil“ würden mit Flöten und Schalmeien einfach nicht so schön nach Tod und Verderben klingen.

Neben dem vorherrschenden, rauen Growling, wird aber auch mit verzerrten Screams nicht gegeizt, so dass für Abwechslung gesorgt ist - jedenfalls im Gesang.  Das Zusammenspiel der Instrumente hingegen lässt dies nämlich ab und an etwas vermissen, so dass sich die Lieder der CD über den Daumen alle irgendwie ähneln. Ein Glück, dass sie dadurch wenigstens alle gleich kraftvoll und mitreißend klingen. Dadurch gibt es wenigstens keine negativen Ausreißer. Der Mangel an großer Abwechslung kann also recht gut verschmerzt werden.

Wem diese Musikbeschreibung bekannt vorkommen sollte, dem sei gesagt: Ja, mit Amon Amarth im Ohr ist man Wulfgar ganz nahe. Der Band ist zum Glück aber der kleine feine Unterschied zwischen ähnlichem Stil und Plagiat bekannt, so dass sie ihre Individualität behalten und sich so einen festen Stand im Viking-Death-Bereich sichern. Festen Stand brauchen sie auch, denn die Musik von Wulfgar ist gleichzeitig so rau wie bewegungsverherrlichend. Es würde mich daher gar nicht wundern, wenn diese „Propaganda der schwingenden Beine“ nicht nur im Mosh Pit Früchte trägt. Humpen hoch, hier kommen Wulfgar!

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