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Wucan: Sow The Wind

Exzellentes Debütalbum
Wertung: 9,5/10
Genre: Psychedelic/Folk/Krautrock
Spielzeit: 42:44
Release: 25.09.2015
Label: MiG

Im Dezember 2011 veröffentlichte Sängerin Francis eine Anzeige, um eine neue Band zu gründen. Im Laufe des darauf folgenden Jahres wurden die Mitglieder gefunden und 2013 die erste Demoveröffentlichung „Frank“ in die Welt gesetzt. Weitere zwölf Monate später erschien die EP „Vikarma“, eine Tour mit Siena Root folgte und schließlich unterzeichneten Wucan einen Plattendeal mit MIG-Music. Soweit zu ihrer kurzen, aber eben auch schon sehr erfolgreichen Bandbiografie. Dabei konnte der Vierer nicht nur live überzeugen, sondern auch ihre EP wurde mit reichlich positiver Kritik bedacht. Umso mehr durfte man gespannt sein, was die Sachsen nun auf ihrem Debütalbum „Sow The Wind“ zaubern.

Und tatsächlich hat das Dargebrachte schon etwas mit Magie zu tun, zumindest ist es schier unglaublich, wie Wucan binnen Sekunden den Hörer in eine andere Zeit entführen. Die Reise in die Sechziger und frühen Siebziger beginnt mit „Father Storm“ und diese geht bedingungslos nach vorn los, kann mit Tempoverschiebungen und gekonnt gesetzten Melodiebögen völlig mitreißen. Imposant und faszinierend ist hier schon die Stimme von Francis wahrzunehmen, die sich unweigerlich in den Vordergrund drängt und über das gesamte Album mit ihrem ganz besonderen Stimmtimbre zu überzeugen vermag.

Aber nicht nur mit den gesanglichen Einlagen können die Dresdner faszinieren, mit ihrer Mischung aus Psychedelic, Folk und Kraut-Rock lassen die Dresdner an ihren ganz eigenen Klangkosmos teilhaben. Ein dichter, sphärischer Sound gehört hier ebenso dazu wie leise Töne oder gar experimentelle Anklänge wie bei „Owl Eyes“. Egal, ob man das Gefühl hat, auf einem psychedelischem Trip zu sein oder nur mit Kränzen aus Gänseblümchen umher tanzen will, Wucan verursachen mit ihren Songs einen Strudel, in den der Hörer unweigerlich hinein gesogen wird und sich über die gesamten zweiundvierzig Minuten nicht mehr befreien kann. Selbst wenn die Retroreise moderner daher kommt, verfügt sie doch über einen sehr authentischen Sound, der nicht zuletzt durch den Einsatz von analoger Technik gefertigt wurde.

Zudem handelt es sich bei „Sow The Wind“ auch um eine ungemein abwechslungsreiche Scheibe, die nicht nur mit grandiosen Arrangements und Instrumentierungen aufwartet, sondern auch nur so vor Kreativität und Intensität strotzt. Mit jedem ihrer Titel können die Dresdener erneut überraschen und eben auch überzeugen, sodass man hier eigentlich gar nicht auf einzelne Songs eingehen möchte. Allerdings kommt man nicht umhin, auf das grandiose „King Korea“ hinzuweisen, welches auf geniale Art und Weise Zartheit und Kraft in sich vereinigt. Ungewöhnlich, wenngleich ebenso überzeugend, ist das längste Stück des Albums, „Wandersmann“, welches nicht nur mit einem guten Spannungsbogen aufwartet, sondern insgesamt auch etwas mutiger und gar schriller wirkt.

Auf Anspieltipps kann man auf „Sow The Wind“ getrost verzichten, denn dieses Album besticht in seiner Gesamtheit und Komplexität. Wucan geben ein Debüt heraus, bei welchem sie überzeugend ihre musikalischen Fähigkeiten demonstrieren und an dem sie sich allerdings auch zukünftig messen lassen müssen. Und eines ist klar: Die Messlatte haben sie sich verdammt hoch gelegt.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“