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Wretched: Beyond The Gate

Nichts für Menschen mit Herzschrittmacher
Wertung: 7/10
Genre: Death/Thrash Metal
Spielzeit: 40:35
Release: 08.03.2010
Label: Victory Records

Direkt nach dem Einlegen der neuen Wretched, betitelt „Beyond The Gate“, geht einem eigentlich nur eines durch den Kopf, nämlich die Vorstellung einer riesigen Fabrik, in der alle Anwesenden beschlossen haben, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Lärm, richtig lauten Lärm, zu produzieren. Doch nach und nach verfliegt die Vorstellung der Konzeptlosigkeit und man taucht ein in eine rohe, aggressive und erbarmungslose Death/Thrash-Metalblase. Es muss erst mal verdaut werden, welches Hartholzbrett hier von den Jungs aus Charlotte, North Carolina, abgeliefert wird. Nach den ersten Hörproben filtern die Ohren langsam die sehr interessant eingewebten Melodiebögen und erst nach dem dritten oder noch öfteren Durchgang erschließt sich einem die komplette Breite dieses Klangteppichs.

Die Musiker um Shouter Billy Powers erzeugen ein äußerst stabiles Death Metal-Fundament, um das sämtliche, im harten Rock gebräuchlichen Stilmittel gewickelt werden. So findet sich zum Beispiel auf „Beyond The Gate“ ein infernalisches, aber nie langweilig werdendes Schlagzeugspiel. Dabei wirkt das Geprügele von Marshall Wieczorek trotz seiner häufigen Asymmetrie nie störend oder den Spielfluss beeinträchtigend.  

2005 aus der Vorgängerband And Since Forgotten hervorgegangen, veröffentlichten Wretched bereits 2009 ein Album mit dem Titel „The Exodus Of Autonomy“. Nach insgesamt zwei Jahren intensiven Tourens durch die USA wurde nun „Beyond The Gate“ von Jamie King (Between The Buried And Me) produziert und von Eric Rachel (Hatebreed, The Black Dahlia Murder und The Dillinger Escape Plan) gemixt und gemastert. Für das Coverartwork ist kein anderer als Dan Seagrave (Entombed, Morbid Angel und Suffocation) verantwortlich.

Die immer wieder auftauchenden Ethnomelodien wirken anfangs sehr befremdlich, ergeben dann aber ganzheitlich gesehen durchaus einen Sinn. Die Gitarristen John Vail und Steven Funderburk zuzüglich Basser Rico Marziali verstehen es, mit ihren Instrumenten Geschichten zu erzählen. Somit ist die lange Instrumentalpassage in „Beyond The Gate - Part II“ einfach nur schön anzuhören. Mit Sicherheit kein guter Livetrack, doch auf CD funktioniert so etwas durchaus.

Wer auf aufgewühlte, hektische und technisch orientierte Musik steht, ist mit „Beyond The Gate“ echt gut beraten. Fans von At The Gates, Behemoth und Kataklysm können eigentlich blind zuschlagen, während Melodiefetischisten lieber daran vorüber gehen sollten. Interessierte sollten sich auch die Myspaceseite der Combo ansehen, auf der es unter anderem ein Video aus der Recordingsession zu bewundern gibt.

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