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Wretched: Aspiring Worldwide Domination

Ein eigenwilliges Stück Musik
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Rock Metal
Spielzeit: 54:20
Release: 30.11.2005
Label: Eigenproduktion

Mit Wretched darf ich Euch heute eine weitere Band aus Aachen vorstellen. Wer die Musiker schon mal gesehen hat, wird hier allerdings eine Black Metal Combo erwarten. Dies ist mitnichten der Fall. Zwar sind die Gesichter weiss getüncht und blutverschmiert, aber dies beruft sich mehr auf die Wurzeln der Band zurück, als sie noch eine Misfits-Coverband waren.

Diese Zeiten liegen nun aber schon einiges zurück und man hat sich nun einer Mixtur auf Heavy Rock, Punk und Anleihen aus dem Heavy Metal verschrieben. Das Ganze wird mit einer gehörigen Prise Humor aufgepeppt. Man beachte nur einmal die Texte, welche irgendwie den Zeigefinger erheben und Klischees raushauen ,wie es das hauptsächlich in den 80ern gab.

„Some Way Out“ beginnt recht gut mit einer schönen Gitarrenmelodie, bevor das erste Break Sänger Ann T Christ ins rechte Licht rückt. Der Refrain wird rotzfrech rausgehauen mit einer guten Portion Punk in den Kehlen. Aber irgendwie hat es die Band geschafft, ein Livefeeling mit auf die gesamte Scheibe zu bringen, welches der Band und ihrem Stil gut zu Gesichte steht.

„Torn Between“ beginnt nahtlos und rockt ganz nett, zeigt aber auch ein Manko der Band auf. Der Sound klingt irgendwie zu dünn. Eine zweite Gitarre würde der Band gut tun. Dann geht`s weiter mit „Deal With The Devil“: Ein Song, der erstmal nur mit dem Bass startet. Das hätte ruhig ein wenig länger solo weitergehen können. Doch Locke (Drums) und Bob, der übrigens live gerne mit einer sehr befremdlich wirkenden Perücke auf die Bühne steigt, wollen natürlich auch zeigen, was sie können. Absolut cool kommt der kleine, gefakte Livepart rüber. Die Story ist relativ schnell erzählt: Musiker verschreibt seine Seele dem Teufel, um Rockstar zu werden und bekommt dafür natürlich die Quittung.

„Anywhere“ ist ein eher langsam getragener Song, welcher gewisse Assoziationen zu Sängern wie Billy Idol weckt. Hört sich zwar interessant an, trifft aber nicht so recht meinen Geschmack. „Show No Mercy“ rockt da wieder ein bisschen mehr. Instrumental solide gezockt, aber leider ein wenig zu lang gezogen, zumal der Refrain fast schon ein wenig zu simpel klingt.

„Run Away“ weiss da schon mehr zu überzeugen, diese leicht progressiven und eher kontraproduktiven Instrumentenparts gefallen mir sehr gut. Dazu die immer wieder auftauchende kreischende Gitarre bildet speziell mit dem unkonventionellen Gesang eine gute Symbiose.

„The Other Side“ wartet mit einem Riff auf, welches mir irgendwo in den 80ern schon mal begegnet ist, leider stehe ich, was die Herkunft angeht, aber gerade ziemlich auf der Leitung. Ist aber auch egal, da der Song gut drauf los rockt und das ist doch die Hauptsache. Den Refrain kann man schon beim ersten Hören mitgrölen. Somit dürfte der Song gerade für Liveauftritte wie geschaffen sein.

Mit „You“ versucht die Band dann wohl eine grosse Ballade zu schaffen, aber das gelingt ihr in meinen Ohren nicht. Mit einer melodischeren Stimme hätte dies eventuell gelingen können, aber das geht hier meiner Meinung nach nicht zusammen. Es tauchen zwar immer wieder richtig schöne Abschnitte im Song auf, aber insgesamt ist dieser Song doch deutlich zu lang geraten. Auch durch seine über 7-minütige Länge verliert der Song einiges von seinem Flair.

„Living Like A Ghost“ ist eine kleine Abgehnummer mit Duettgesang geworden. Die Gesangsmelodie der Strophen ist zwar nicht neu, passt aber sehr gut hierhin. Der Song geht ins Ohr und ist glücklicherweise nicht zu lang geraten. Dies ändert sich aber wieder mit „Army Of The Dead“, welches mit einem „ They are coming to get you, Barbara“ beginnt. Dann erklingen akustische Gitarren, bevor man die Drums streichelt und die Stromgitarre Einzug hält. Ein gelungener, mit schleppenden Tempo gesegneter Part beginnt und Ann T Christ beginnt, seine fast weinerlichen Strophen unters Volk zu bringen. Lediglich der Refrain ist ein wenig simpel geraten. Da der Instrumentalpart inmitten des Tracks aber absolut gelungen ist, verfliegen die 6:39 wie im Zeitraffer. Okay, das Riff ist ein wenig nahe an den alten Iron Maiden angelehnt, aber wen stört`s?

Zum Abschluss gibt es dann noch ein Outro, welches man aber eher besser weggelassen hätte. Ein Hörspiel quasi, in dem sich die Band mit Waffen und Kettensäge gegen die „Army Of The Dead“ zur Wehr setzt. Was dann aber mit einem großen Fressen, äh, Schmatzen beendet wird.

Fazit: Eine interessante, wenn auch durchwachsene Demo liegt uns hier vor. Durch die eigenwillige musikalische Mischung wird es die Band schwer haben, sich durchzusetzen. Wer aber seinen Horizont erweitern will und sich nicht selbst zu sehr mit Grenzen einschränkt, sollte hier mal reinhören. Ich bin jetzt schon gespannt, wie sich die Band weiterentwickeln wird.

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