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Wound: Engrained

Gitarrenriffs locker aus der Hüfte
Wertung: 6,5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 47:07
Release: 20.01.2017
Label: FDA Records2

„Engrained“ ist das zweite Album der deutschen Death-Metal-Band Wound. Um es vorneweg zu nehmen: Reinen Death Metal spielen die Herren nicht, denn diesen reichern sie mit Elementen aus dem Black Metal und, laut Labelinfo, auch mit etwas klassischem Heavy Metal an. Nun gut, grundsätzlich ist die Vermischung der beiden extremeren Metal-Genres nichts Neues und es gibt ja doch das eine oder andere gelungene Ergebnis dieser Symbiose. Mal schauen, was Wound daraus machen.

Das Album beginnt mit „I am Havoc“, welches gleich zu Beginn zeigt, dass es auch wirklich einen deutlichen Black-Metal-Einschlag gibt: Schnelles Drumming, Gitarrengeschrammel und dazu heiseres Gekeife. Angereichert wird das alles durch sägende Gitarrenmelodien. Erinnert stellenweise etwas an Dissection, was als großes Lob gemeint ist. Interessanter Einstieg ins Album. „The Gateways To Madness“ schließt sich stilistisch grundsätzlich an den Vorgänger an, geht aber schon etwas mehr in Richtung Death Metal, wobei das Tempo etwas herausgenommen wird und die tiefen Growls ausgepackt werden.

In diesem Sinne geht es weiter: mal mehr schnelle Black-Metal-Elemente, mal weniger davon. Der dargebotene Death Metal spielt sich überwiegend im gemäßigteren Geschwindigkeitsbereich ab und erinnert an die einen oder anderen alten Schweden. Die angekündigten klassischen Heavy-Metal-Riffs fallen erstmals bei „Morbid Paradigm“ auf, auch das Titellied, mit welchem das Album abgeschlossen wird, wartet zu Beginn mit einer ordentlichen Portion klassischen Metals auf, bevor auch hier nochmal alles ausgepackt wird, was man im Repertoire hat. Und warum auch nicht? Man sollte sich ja nicht durch Genregrenzen in der eigenen Kreativität limitieren lassen. Ohrwurmpotential hat das melodische „Thy Wrath And Fire“, dessen eingängiges Riffing sich im Zusammenspiel mit den darauf abgestimmtes Vocals mit Gewalt im Gehörgang festsetzt. 

Ob man mit den nun mehrmals angesprochenen melodischen Passagen etwas anfangen kann oder nicht, ist, wie bei so vielem, Geschmacksache. Was man Wound aber definitiv zugestehen muss, ist die Tatsache, dass sie ihre Gitarrenmelodien scheinbar locker aus dem Ärmel schütteln und dabei keine Unterstützung von Keyboard, Samples oder ähnlichem brauchen. Ja, damit sind sie nicht allein, das können andere auch, es ist aber bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Den Punkt haben sie. Auch wenn der Kreativität keine Grenzen gesetzt werden sollten, kann man darüber streiten, ob es die klassischen Heavy-Metal-Anteile unbedingt gebraucht hätte. Bei einem eventuellen Nachfolgealbum könnte man diese zugunsten erhöhter Aggressivität gerne auch wieder zurückfahren.

Insgesamt bieten Wound dem Hörer einen Genremisch, der sich durchaus sehen lassen kann und gewiss seine Anhänger finden wird. Vor allem die Gitarrenarbeit ist es wert, dass man „Engrained“ eine Chance gibt.

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