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Worthless: Grim Catharsis

Der raue Klang des finnischen Winters
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 40:39
Release: 04.12.2015
Label: Ranka Kustannus

In Tampere, einer der größten Städte Finnlands, dauert der Winter fast ein halbes Jahr. Sechs Monate eisige Kälte und Dunkelheit. Und genau so klingt die Musik von Worthless, die nach zwei Demos nun ihr Debütalbum mit dem bezeichnenden Namen „Grim Catharsis“ vorstellen. Legt man die Scheibe ein, ist bereits nach ein paar Sekunden klar, wohin die Reise geht.

Motorsägengleich zerreißen schleppende Gitarren die Stille des sehr kurzen Intros. Tiefe Akkorde, basslastig nach vorne gedrückt, dahinter kracht das Schlagzeug. Nachdem die finnische Todeskombo dann etwas Fahrt aufgenommen hat und das Album gedanklich schon auf den monolithischen Haufen ewig gleich klingenden Midtempo-Death-Metals geworfen wird, umhüllt den Höhrer plötzlich eines der stilistischen Hauptmerkmale des Albums: Eine beklemmende Melodie, von der man nicht genau sagen kann, ob sie aus dem Hintergrund der Musik kommt oder von einem frostigen Wind direkt aus der skandinavischen Tundra herangetragen wird. Hier kommt Atmosphäre auf, und schon ist das Ganze gar nicht mehr so langweilig! Das Herz schlägt einem dann gleich nochmal höher, wenn zum darauf folgenden Uffta-Drumming eine Richtig-Dicke-Eier-Stimme ertönt. Auch hier grenzt die Gruppe sich von Szenestandards ab. Statt tiefem Grunzen komplimentiert raspelndes Gebrüll, wie es einige vielleicht von Infest kennen, den Klang der Musik. Der Rest des Albums gestaltet sich größtenteils nach dem vorgestellten Muster. Das wirkt als Gesamtpaket, lässt aber hin und wieder den Wunsch nach etwas Originalität offen. Das gemäßigte Tempo wird nur selten angezogen und nur selten, wie im fetzigen „Altered States of Consciousness“, zeigen Worthless, dass sie doch noch wissen, wo das Gaspedal ist.

Doublebass-Abschnitte werden zurückhaltend, aber gezielt eingesetzt – das Outro von „Mental Hammer“ ist dementsprechend eine pure Macht! Die perfekte Symbiose der verwendeten Elemente findet sich im abschließenden Song von „Grim Catharsis“. Hallend donnern die Vocals über einen hinweg, dahinter ächzen Gitarrenwände wie ein sich unaufhaltsam vorwärts schiebender Gletscher über die finsteren Melodien und dem treibenden Schlagzeug.

Die Musik ist entsprechend ihrer Natur etwas rauer produziert, bleibt durchgehend eingängig und vergleichsweise simpel. Das Cover-Artwork ist verstörend düster, passend zur Musik.

Ist der letzte Akkord verklungen, muss man erkennen, dass Worthless den Namen ihres Debüts verdammt ernst nehmen und sich in ihrer ganz eigenen Katharsis die innerlichen Spuren der harten finnischen Winter vom Leib spielen. Dabei kommen Innovation und Originalität auf Dauer etwas zu kurz, dennoch schaffen sie es gekonnt, sich von genrenah angesiedelten Kollegen abzuheben. Man darf gespannt sein, was die Finnen in Zukunft noch abliefern!

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