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World Of Tomorrow: South German Brutality

Zerstörerisch, aber auf Dauer etwas stumpf
Wertung: 7/10
Genre: Beatdown, Hardcore
Spielzeit: 32:48
Release: 15.12.2017
Label: Bleeding Nose Records

Knappe drei Jahre sind die Mannheimer Beatdowner World Of Tomorrow schon in der Rhein-Neckar-Szene aktiv, vorwiegend als Liveband – im Dezember veröffentlicht der Vierer dann auch endlich das erste Full-Length-Album, folgerichtig betitelt mit „South German Brutality“. Zumindest Fronter Matsches ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, verausgabt er sich doch ebenfalls bei der Hardcore-Rap-Truppe The Butcher Sisters, die Ausrichtung  bleibt aber ähnlich – charmant-prollig, da nehmen sich TBS und WOT nicht viel. Mannheim halt, wie es leibt und lebt.

Und es ballert hier ordentlich auf der knappen halben Stunde Spielzeit: Gerade vor einigen Tagen haben World Of Tomorrow mit dem Titeltrack einen ersten Vorgeschmack abgeliefert, der basslastig in die Knie geht und mit Beatdown-Akrobatik „from the motherfuckin‘ dirty south“ überrascht. Dabei ziehen die Jungs hier schon ordentlich das Tempo an, auf weite Strecken hin gerät das Album nämlich ziemlich schleppend, so dass man hier tatsächlich in Beatdown- denn in Hardcoregefilden wildert.

Unterstützung gibt’s natürlich auch aus der befreundeten Szene: „Addiction“ wird mit heiserem Gebrüll von Drown In Hate aufgefüllt, die übrigens auch bei der Releaseshow im Zweitzuhause Café Central in Weinheim am 9. Dezember dabei sein werden; Blood For Betrayal fügen sich da schon wesentlich besser in „Descenscion“ ein, sicherlich am ehesten tanzflächenfähig fällt dann aber das von DCA unterstützte „Hypocrite“ aus, bei dem man die Highkicks förmlich um sich herum spüren kann. Und wer jetzt wieder meckert wegen „gefährlichem  Tanzverhalten“: Normalerweise kann man mit den Herrschaften auch sprechen, die Unart, sich völlig blind durch den Moshpit zu prügeln scheint in der letzten Zeit wieder etwas rückläufig zu sein.

Ein Wort kommt einem allerdings beim Lauschen von „South German Brutality“ immer wieder in den Sinn: kompromisslos. Matsches malträtiert seine Stimmbänder aufs Heftigste, da muss man selbst als Zuhörer immer mal wieder schlucken und den Hals- und Rachentee bereit halten; bei Tracks wie dem namengebenden „World Of Tomorrow“ reißt diese Dynamik dann auch recht flott mit, natürlich nehmen die Breakdowns immer mal wieder an eher unpassenden Stellen das Tempo raus, aber das ist sicherlich ein Manko, welches das komplette Genre begleitet. Dafür überzeugt gerade hier der Refrain mit fast schon metallischen Gitarren – sehr schön umgesetzt und sicherlich live für jeden was.

Dass das kompromisslose Geballer auch schnell ein wenig stumpf werden kann, fällt leider schon zu Beginn der Platte auf; gottlob kriegen WOT aber immer mal wieder die Kurve und liefern Abrissbirnen wie das von einem kurzen Basslick eingeleitete „Deadwalk“, das durchgängig knallt und auch mit einem absolut passenden Breakdown überzeugen kann. Der Lokalkolorit wird dann bei „68 Brotherhood“ nochmal hervorgehoben (betitelt nach dem Anfang der Mannheimer Postleitzahlen – und nein, Mannheimer sind von Natur aus ganz liebe Menschen) – das wird sicherlich ein Markenzeichen werden, das World Of Tomorrow für sich etablieren können. Als „ausbaufähig“ kann man den Sound der Truppe aber eigentlich nicht bezeichnen – WOT wollen zerstören, das schaffen sie schon auf ihrem Debüt ganz ordentlich. Ein Hauch mehr Abwechslung täte den Jungs gut, Songs wie das old-school-hardcorig angehauchte „Dead End“ durchbrechen den Beatdown da schon ganz gut. Sicherlich wird man von der Truppe aber noch mehr hören und kann gespannt sein, wie sich der Sound noch entwickelt.

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