Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Woods Of Desolation: Sorh

Unfassbar mies produziert
Wertung: 1/10
Genre: Depressive Black Metal
Spielzeit: 24:51
Release: 16.11.2009
Label: Eisenwald Tonschmiede

Man mag es glauben oder nicht, aber im sonnigen Australien gibt es mittlerweile eine ganze Reihe Bands, die dem suizidalen Black Metal frönen. Klar, wir wissen inzwischen alle, dass man nicht unbedingt aus Schweden oder Norwegen kommen muss, um diesen Sound zu spielen, aber irgendwie wundert es einen ja trotzdem immer wieder, dass solche Klänge auch in Staaten möglich sind, in denen zu einem Großteil des Jahres tropische Temperaturen herrschen, anstatt dass Frost und Dunkelheit mit eiserner Faust regieren.

Woods Of Desolation sind eine weitere dieser Combos, die der Sonne den Krieg angesagt haben und die irgendwann mal Burzum und Shining gehört haben, das ganz dolle fanden und sich sagten: „Das können wir auch!“ – Und als wenn es nicht schon evil und faszinierend genug wäre, dass man superdepressive Klänge fabriziert, obwohl man aus einem Land stammt, dessen Jahresdurchschnittstemperatur bei guten 30° C liegt, beschloss man außerdem – true as fuck –, die vorliegende EP „Sorh“ (ein altenglisches Wort für „sorrow“) gar nicht erst zu produzieren. So hört sie sich jedenfalls an; das tatsächlich noch einigermaßen stimmungsvolle, atmosphärische Intro mit melancholischen, ruhigen Akustikgitarren ist eigentlich ganz gut gelungen und lässt auf eine Platte hoffen, die mit traurig-depressiven Klängen aufwartet, in die man sich fallen lassen kann.

Doch weit gefehlt: Was danach folgt, spottet nämlich jeder Beschreibung. Keine Ahnung, wie sich Woods Of Desolation auf ihren vorigen Veröffentlichungen angehört haben, aber wenn es genauso klang wie hier, muss man sich fragen, wie so was bitteschön bei einem Label unterkommen konnte. Eine einzige, permanente Gitarrenwand, oder besser gesagt, der Abklatsch einer solchen, unfassbar dumpf, breiig und scheinbar irgendwo im Hintergrund schwebend, vermittelt pseudo-epische Weite, irgendwo noch weiter im Hintergrund kreischt sich Desolation von Austere einen ab, das Schlagzeug hört sich an, als ob jemand mit einem mit Watte umwickelten Holzhammer auf eine Plastikkiste oder ähnliches schlagen würde, und ob ein Bass vorhanden ist, ist im Prinzip nicht erkennbar. Man kann kaum glauben, dass die Typen das ernst meinen.

Natürlich wird das Ganze als „atmosphärisch“ verkauft und deshalb gibt’s auch wenig Veränderungen; meist suhlt man sich im Midtempo, im ersten Stück „The Leaden Sky Torn“ wird lediglich zwischendurch mal kurz ein Tempowechsel in höhere Geschwindigkeitsregionen vollzogen, während beim zweiten Track „Enshrouded By Solitude“ typisch schwarzmetallisch zu einem Großteil auf Blastbeats gesetzt wird – sofern ich das bei dieser grottenschlechten Produktion heraushören kann – wahrscheinlich, damit der Hörer nicht gleich einschläft. Immerhin wird in der Mitte eine kleine Akustiksequenz mit Regen eingebaut, die ein wenig Abwechslung schafft und ähnlich wie das Intro nicht schlecht gemacht ist.

Diese Passagen retten die ansonsten katastrophal langweilige und schlechte EP auch davor, nicht mit null Punkten abgestraft zu werden, die man ansonsten eigentlich zwangsweise vergeben müsste. Mieser kann man eine Platte in der heutigen Zeit kaum produzieren. Echt ein guter Witz, dass in der Info noch etwas davon schwadroniert wird, Woods Of Desolation wären Australiens unterbewertetste Band – angesichts dieser Leistung kein Wunder, dass man sie nicht gerade über den grünen Klee lobt.

comments powered by Disqus

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging