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Wolfpakk: Wolfpakk

Rock am Reißbrett
Wertung: 5.5/10
Genre: Hard Rock/ Melodic Metal
Spielzeit: 52:37
Release: 26.08.2011
Label: AFM Records

Es lohnt sich ja immer wieder, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, zumal uns allen mit dem Melodic-Metal-Wolfpakk quasi nicht nur ein Best-Of-Metalstars-Paket versprochen, sondern auch vorgelegt wird. Die beiden treibenden Köpfe hinter diesem „Pakt der Wölfe“ sind zumindest keine Unbekannten; zum einen ist es Mark Sweeney, der zuvor auch mal locker 15 Jahre bei Crystal Ball den Vokalposten inne hatte, zum anderen ist es Michael Voss, der auch noch immer mit Mad Max an der Karriere feilt und auch bei Casanova seine Visitenkarte abgab.

Irgendwann 2009 haben sich die beiden Kreativen dann zusammengesetzt und das Konzept ausgedacht, doch ein Metalscheibchen herauszubringen, welches mit einer fast unübersichtlichen Zahl an GastmusikerInnen aufgepeppt für Unterhaltung sorgen soll. Natürlich sollte man solchen Best-Of-Szene-Alben immer mit Vorsicht gegenüber treten, und auch in diesem Fall, was u.a. auch eine Fortsetzung finden soll, gilt es, die Lauscher auf „Hab Acht“-Stellung zu spitzen, den mehr als20 Gäste steuerten ihre Ideen bei. Neben Tony Martin, Rob Rock oder auch Tim Ripper Owens tummeln sich Mat Sinner, Tony Franklin oder Neil Murray, da gaben sich Ira Black, Freddy Scherer oder Ferdy Doernberg die Klinke in die Hand – lediglich Drummer Gereon Homann (Eat The Gun) hat sich fest hinter die Schießbude verschanzt.

Und jetzt wird es haarig: Weder auf dem Promozettel noch irgendwo im Netz wird man fündig, wer denn nun von den Gästen auf welchem Stück mitgewirkt hat – das ist gelinde gesagt suboptimal. Denn so beginnt das heitere Musikerraten Marke „Trivial Pursuit“, doch leider ist das Lösungsheft verlegt.

Schon beim ersten Durchgang will die Skepsis zu solch einem Projekt nicht wirklich weichen – kopflastig bezeichnet wohl ganz gut die vorliegenden Songs, von jedem ein bisschen. Da hämmert der Opener „Sirens“ im Power-Metal-Gewand daher, im Refrain ballert sogar die Doublebass, die Keys untermalen den Song nur wenig und schieben sich penetrant in den Vordergrund und verbuchen den Anfang und das Ende für sich. „Dark Horizons“ startet ebenfalls mit einer Keyeinleitung und hat etwas vom Cyberstaub abbekommen, ansonsten plätschert der Song gefällig, aber ebenso auch unauffällig, daher. Im Refrain versuchen sie sich im Chor und eine kleine Böllerei sorgt für das Ende.

Zu den besseren Tracks reiht sich dann „Lost“ ein, und auch wenn opernhafter Gesang auch nicht immer die neueste Idee im Metalregal ist, so kann das Wechselspiel zwischen Keys, Frauengesang und dem Wolfsgeknurre das Gebräu zu einem symphonischen Highlight der Scheibe erheben. Symphonisch soll auch der Rausschmeißer „Wolfony“ um die Ecke kommen, doch bitte schön wo sind die reißerischen Eckzähne, das packende Etwas, um nicht auf einer „Für Kinder geeignet“ etikettierten CD zu landen? In diese Kiste endet auch schnell „Slam Down The Hammer“ – Plüschalarm hoch zehn, denn bei diesem Titel sollte doch ein wenig mehr Aggression herausspringen und nicht alles unter dem Teppich gekehrt werden.

Das sich „Wolfpakk“ fast wie eine Compilation anhört und so ein wenig (bis auf die durchgehend präsenten Keys) den roten Faden vermissen lässt, macht z.B. auch „The Crow“ deutlich, denn Helloween könnten diesen Song in ihr Repertoire aufnehmen, „Let Me Die“ holte sich die Inspiration aus der „Holy Diver“-Phase (da macht noch nicht einmal der Manowar-kopierte Sprechpart Spaß) und „Wolfup“ stellt genau das überflüssige instrumentale Kurzspiel dar, um lediglich die Promiliste im Booklet zu füllen.

Nee nee, Hard Rock, Melodic Rock, Power Metal – ja bitte, immer wieder gerne, doch dann lieber wieder von einer richtigen Band und nicht einem zusammengeschusterten Promi-Paket. Die Musikindustrie wird nicht müde zu erzählen, dass man mit CDs heute keinen müden Euro mehr verdient, sondern Live-Konzerte das Heil aller Dinge sei. Und wann bitte schön bekommen die Fans das all umfassende Wolfpakk zu sehen und zu hören? Ein kleiner Widerspruch, gelle? Rock am Reißbrett, genau dieses Gefühl schleicht sich ständig durch die Eingeweide, schlapp wie Omis Flatulenz.

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