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Wolfchant: Determined Damnation

Eine der Pagan-Metal-Bands mit Daseinsberechtigung
Wertung: 7.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 61:09
Release: 24.04.2009
Label: Massacre Records

Bei dem Namen Wolfchant muss ich unweigerlich an folgendes berühmtes Zitat aus „Dracula“ denken: „Listen to them, the children of the night... what sweet music they make“.

Nun, als süß kann man die Mucke des bayrischen Sextetts sicherlich nicht bezeichnen – dazu kreischt Frontmann Lokhi doch zu fies (und über die gesamte Länge der Platte etwas zu eintönig). Vielmehr ist die Band dem Pagan-Metal-Genre zuzuordnen – und Pagan-Bands gibt es inzwischen ja wie Sand am Meer; bis zum Geht-nicht-mehr ist diese Musikrichtung ausgeschlachtet worden.

Wolfchant zählen aber klar zu den Bands aus dieser Ecke, die eine Daseinsberechtigung haben, wie sie mit ihrem nun schon dritten Album „Determined Damnation“ beweisen; der Hörer bekommt hier durchaus Abwechslungsreiches geboten und es gelingt den Jungs wirklich ziemlich gut, Melodik und Härte unter einen Hut zu bekommen.

Aber der Reihe nach: Ein kurzes Akustikintro leitet die CD ein, anschließend wird mit „World In Ice“ eine amtliche Uptempo-Hymne ausgepackt, bei der Wolfchant gleich ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis stellen können. Es ist auf jeden Fall wirklich klasse gemacht, wie über dem schnellen Drumming und Riffing, zu dem Sänger Lokhi grimmige Vocals beisteuert, hübsche Gitarrenmelodien schweben.

Diese Melodien und Harmonien allerdings sollen sich als Trademark der Band erweisen und – auch wenn das selbstverständlich grundsätzlich nicht gerade schaden kann – bei der bereits erwähnten Fülle an Pagan-Bands ist es natürlich nur von Vorteil, Eigenständigkeit zu beweisen. Denn mit dem nachfolgenden „Until The End“, das zunächst in mittleren Temporegionen beginnt, sich aber alsbald in Sachen Geschwindigkeit steigert, verhält es sich ähnlich; im gut ins Gehör laufenden Chorus tauchen erneut sehr schöne Gitarrenharmonien mit latentem Maiden-Touch auf. Zudem kann der Song mit einem gut eingebauten Akustikpart in der Mitte glänzen.

Doch auch im weiteren Verlauf geht es auf relativ hohem Niveau weiter, es ist erstaunlich, wie es Wolfchant vermögen, bei immerhin 13 Songs plus Intro (auch wenn „Devour“ und „Warcry“ als Bonustracks genannt werden, letzteres stellt allerdings eine Neuaufname dar) keinen einzigen wirklichen Ausfall zu produzieren: Ob man sich in mittleren Temporegionen aufhält wie beim Titelsong, bei dem im Refrain erstmals cleane und gegrowlte Vocals zusammen erklingen, oder bei „Fate Of The Fighting Man“, bei dem beide Gesangsstile abgewechselt werden, oder ob man in obere Geschwindigkeitsbereiche vordringt, wie beim treibenden, peitschenden „In War“ oder dem eingängigen „Never Too Drunk“, bei dem ich die in die Höhe gehievten Trinkhörner bei Konzerten bereits vor mir sehen kann – hier sind jede Menge Hymnen am Start und keinerlei Füllmaterial zu beklagen.

Auch die deutschsprachigen Songs, insbesondere das sehr mitreißende „Kein Engel hört dich flehen“ und das zunächst mit Blastbeats ausgestattete, zum Ende aber beinahe doomig-düster ausklingende „Auf Blut gebaut“, können überzeugen, obwohl ich persönlich irgendwie noch nie so der große Fan von deutschen Texten war – zumindest nicht im Metalbereich. – Gute Platte, bei der einzig die Growls ein bisschen mehr Variabilität vertragen könnten.

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