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Wolf: Legions Of Bastards

Wolf sind die Rufer in der True-Metal-Ödnis
Wertung: 9.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 52:39
Release: 22.04.2011
Label: Century Media

Alter Metalgott, sind denn schon wirklich wieder zwei Jahre ins Land gegangen seit dem letzten Wolf-Release „Ravenous“? In 16 Jahren kann soviel passieren, doch wie es scheint bleibt es gerade im Lager dieser Schweden fast unangefochten auf dem alten Stand. Und endlich konnten sie auch mit einem stabilisierten Line-Up weiterarbeiten, was ja in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Doch der Reihe nach.

Schon beim Anblick des Artworks der mittlerweile sechsten Studioscheibe seit 1999 überkommt einem das Gefühl des „alles wie gehabt“ – nicht gerade ein Prachtwerk, selbst wenn dafür die Designer Thomas Holm (u.a. Mercyful Fate) einmal mehr den Pinsel schwang. Doch einmal die Hülle abgestreift und ein Blick auf den Kern geworfen, oder besser ein Ohr dem Inhalt gewidmet, da durchzieht schon das wärmende Gefühl des wahren Stahls heiß und innig den mittlerweile mit viel Altmetall beschwerten Fankörper.

Wenn True noch nicht mit zahlreichen Belegen belastet wäre, dann könnten Wolf mit „Legions Of Bastards“ – besser umgetauft in „Legions of Riffs ins Gemächt“ - einen heißen Anwärter auf einen wahren Metalmeilenstein ins noch frühe 2011 geworfen haben. Dabei setzen sie nicht wie andere Bands auf einen Hit und zahlreiche Lückenfüller sondern reihen lieber gleich hochwertige Riffs an Riffs und Soli an Soli.

Kurz polternde Drums und schon startet gleich das erste massive „Vicious Companions“-Riffmassaker und Niklas fräst sich schon früh mit seinen Vocals tief in die Eingeweide jedes Vollblutmetallers. Aber vor allem sticht schon hier die geniale Gitarrenarbeit hervor, die in klassischer Manier vor allem durch zahlreiche Soli glänzt. Da muss man keines hervorheben, denn wer Wolf schon von bisherigen Scheiben kennt, weiß ganz genau, was auf einen zukommt. An wem Wolf bisher ungehört vorbeigezog sollte sich auf jederzeit hochmelodische und abwechslungsreiche Soli einstellen, die immer wieder zu heiteren Airguitar-Wettbewerben in den heimischen vier Wänden einladen werden.

Mit „Jekyll & Hyde“ haben Wolf dazu einen richtig geilen Ohrwurm geschrieben, schön im schleppenden Midtempo und gerade der Refrain haut einen gleich aus den Festivalboots. Was hier einmal mehr Niklas am Gesang abliefert ist ganz große Metalschule, und auch hier zählt: klassische Schule, klassischer Sound, aber keineswegs angestaubt, atmosphärisch sehr dicht und mit tonnenweise Gefühl – das bedeutet einfach nur true.
Doch Wolf haben damit ihr Pulver noch lange nicht verschossen, denn „Tales From The Crypt“ kommt kurze Zeit später ebenfalls als wahrer Ohrwurm daher, auch wenn das Intro zum Song in die Irre führen könnte, aber Accept-inspirierte Soli, melodischer und fast schon hypnotischer Gesang, der in einigen Spitzen zu Rasta-Mark von Death Angel aufschließt, holen jeden in die Wolf-Welt zurück.

Trends kommen und gehen, davor ist das Metalgenre, mehr denn je, nicht von befreit. Nur alle diese Modeströmungen gehen an den Schweden Wolf komplett vorbei und nicht ein Fünkchen „up to date“ bleibt hängen. Auf „Legions Of Bastards“ zeigt das Quartett einmal mehr wie es auch anno 2011 funktioniert, den Trends einen fetten Stinkefinger unter den Riechkolben zu halten und einfach nur zeitlose Metalmusik mit reichlich Herzblut abzuliefern. Sie sind definitiv keine falschen Prediger sondern eher die Rufer in der True-Metalödnis und wer dem prophetischen Ruf nicht folgen kann, der hört eh Garagen-Black-Metal oder trendverseuchte One-Hit-Wonder-Mucke. Wer auf Metal steht kommt an Wolf nicht vorbei. Der geringe Punktabzug ist lediglich dem unsäglichen Cover geschuldet.

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