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Wizo: Punk gibt’s nicht umsonst! (Teil III)

Die alten Herren sind gar nicht müde
Wertung: 9/10
Genre: Punk Rock
Spielzeit:
Release: 18.07.2014
Label: Hulk Räckorz

Es ist schon ein Weilchen her, dass Wizo den letzten musikalischen Output losgelassen haben. Umso mächtiger melden sich die drei Punk Rocker nun zurück. 21 Lieder haben die Drei auf Plastik gepresst und mit einer Spielzeit von über einer Stunde kann sich das Teil durchaus sehen lassen. Viel bemerkenswerter ist aber der Umstand, dass Wizo nur bedingt altern. Sie bewahren sich ihre jugendliche Frechheit und Aufmüpfigkeit. Auf der anderen Seite merkt man deutlich, dass die sozial- und gesellschaftskritischen Texte mit der Zeit immer tiefgründiger und stichfester werden. Ist das noch Funpunk? Keine Ahnung. Waren Wizo jemals Funpunk? Eigentlich nicht. Die Band hat sich schon immer brutale und schwer zu begreifende Themen aufgearbeitet, indem sie sie in den Dreck gezogen hat.

Natürlich gibt es aber auch auf dem neuen Langspieler viele Songs, die einfach zum Feiern gemacht sind. „Kriminell & asozial“ und „Königin“ wären hier die richtige Adresse. Ein großer Tei der Songs ist aber kritisch ausgerichtet. Natürlich gibt es die Ansage gegen Nazis. Gleich ein paar Lieder sind dem braunen Pack und deren Unterstützern gewidmet. Gut, für eine Punkband ist das nicht so ungewöhnlich, aber Wizo adressieren ihren Ärger weniger gegen die tatsächlichen Rechten, sie konfrontieren eher die dummen und (vielleicht) unabsichtlichen Unterstützer der Nazis. Ein sehr plakativer, aber leider zutreffender Song zu dieser Thematik ist „Unpoliddisch“. Ob man den Titel jetzt unbedingt mit schlechtem sächsischen Akzent hätte singen müssen, das steht auf einem anderen Blatt.  Auch sozialkritisch geht es ans Werk: „Scheißefresser“ widmet sich dem Müll, den wir gerne als Lebensmittel bezeichnen. Dabei gehen Wizo mit Firmen wie Monsanto, aber auch mit dem Endkonsumenten, der einfach alles in sich rein frisst, ins Gericht. „Kein Empfang“ und „Wenn ich mal sterb’“ vertreten die nachdenkliche Seite der drei Punks. Auch hier beweist der Texter lyrisches Geschick.

Die musikalische Untermalung dieser Texte kommt aus allerlei Genres. Natürlich dominiert der Punk Rock in ganz klassischer Manier, doch auch Reggae-Rhythmen gibt es zu hören. „Zombiemann“ und „Wenn ich mal sterb’“ sind klassische Rocknummern, die mit anderem Text auch im Radio laufen könnten. „Alte Herren“ hat sogar einen balladesken Charakter. Man sieht, Wizo scheuen sich nach wie vor nicht davor, Grenzen aufzusprengen.   

„Punk gibt’s nicht umsonst! (Teil III)“ ist ein gelungenes Album mit vielen Ohrwürmern. „Seegurke“, „Ganz klar gegen Nazis“ oder auch „Kriminell & asozial“ sind als zukünftige Bandklassiker prädestiniert. Doch hat die Scheibe durchaus auch Längen. Ein paar Songs hätte man sich schenken können. Die positiven Aspekte überwiegen die negativen aber um Längen und so kommt die Scheibe mit einem durchwegs guten Fazit aus der CD-Besprechung. Das Teil ist durchaus hörenswert und für Punk-Rock-Fans ein Muss.

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