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Wizard: Trail Of Death

Mit fast feistem Grinsen schlechte Nachrichten überbringen
Wertung: 8/10
Genre: Epic Metal, Power Metal
Spielzeit: 53:15
Release: 27.09.2013
Label: Massacre Records

Irgendwie dringen die Bocholter Wizard immer dann ins Bewusstsein, wenn sie gerade auf Tour sind – dieses Jahr durchaus erfolgreich bei ihren Stippvisiten mit Grave Digger und Gun Barrel -, oder aber wenn sie ein neues Album auf dem Markt haben. Zwischenzeitlich aber stehen sie dann eher weniger im Fokus, was durchaus den Schluss zulässt, dass die Power Metaller ganz sicher ein wenig zu sehr unterbewertet sind.

Dabei liefern sie doch in aller Regelmäßigkeit schön im Zwei-Jahres-Rhythmus ihre Studioalben ab, nerven nicht mit irgendwelchem blöden Live-Alben-Übergangsscheiß, sondern immer wieder mit Full-Length-Batzen, die sich durchweg vom durchschnittlichen Einheitsbrei abheben, auch wenn sie nur selten in vorderste Regionen vorstoßen. Mit „Trail Of Death“ liegt also mittlerweile das zehnte Studioscheibchen vor, von Achim Kohler gemischt und gemastered, der eine durchweg gelungene und ausbalancierte Mischung aus den Köpfchen geklöppelt hat.

Neben aller Power-Metal-Epik oder Was-auch-immer-Trueness steht das Bocholter Gespür neben dem Ausleben einiger Klischees gerade für das fast süffisante Verpacken tödlicher Inhalte mit einem fröhlichen Kostüm, soll heißen: „Black Death“ oder auch der Opener „Creeping Death“ beispielsweise leben von dem extrem eingängigen Refrains, die einen kompletten Kontrast zum harten Inhalt aufzeigen. Dabei wünschte man sich bei dem mit fast durchgängigen Double-Bass-Gewummer zugeballerten fast sechs Minuten langen „Creeping Death“, man würde Drummer Snoppi zwischendurch die Duracell aus den Waden friemeln, um dem Song dahingehend ein wenig mehr Ruhephasen zu gönnen.

Während „Electrocution” als wuchtig beginnender Stampfer mit fetten Soli aus dem Hause Nevermore daherkommt, mit einem mit herrlicher Stimme ausgestattetem Sprechpart überrascht und kurz danach die Geschwindigkeit so richtig anzieht, die Doublebass jetzt fett vorwärts treibt und vom geschmeidigen Refrain überrundet wird, da schließt sich doch „Black Death“ gerne als ein geschwind und aggressiv ballernder Power-Metal-Batzen an, der die Genre-passende Powerfaustschwingnotwendigkeit in sich birgt.

Im Gegensatz dazu strotzt „Angel Of Death“ vor Epik, im anschließenden „Angel Of The Dark“ wird davon dann glatt noch eine Tonne mehr davon verbaut und Wizard winken dann auf der Überholspur locker Richtung Manowar, Majesty und Co., wie mit Stolz geschwellter Brust ein Monumental für teutonische Epik. Und auch der Rausschmeißer „We Won’t Die For Metal“ – na, den Hinweis versteht jetzt aber auch wirklich jeder - kann dann wieder das breite Epikgrinsen hervorzaubern und setzt einen würdigen Abschluss unter ein nicht immer, aber überwiegend gelungenes Album. Dabei gibt es aber neben den Standardhappen „Post Mortem Vivere“ (schön überlappende Gesangslinien) oder auch „Machinery Of Death“ auch mit „Death Cannot Embrace Me“ dann den wohl zwiespältigsten Track der kompletten Scheibe. Auf der einen Seite zeigt Sven D'Anna sein Potenzial für melodische Gesangsarrangements auf, doch unterm Strich tropft hier so viel Kitsch aus den Strophen, dass man meinen könnte, Wizard würden auf Metallerseite den unheiligen Grafenweg gehen.

„Trail Of Death“ macht Spaß, viel sogar, da kann man den wenigen Wizard'schen Einheitsbrei ruhig durchaus mal übersehen. „Electrocution”, „Angel Of The Dark” oder auch „We Won't Die For Metal” schreib man nun auch nicht mal eben so, da muss man die Ärmel schon ein bisschen häufiger schütteln. Besonders gelungen sind die immer wieder mitsingbaren Refrains, die mit fast feistem Grinsen schlechte Nachrichten überbringen – da mag man sich sogar in den Armen des schwarzen Todes wohlig geborgen fühlen. Soviel Heimeligkeit bringt dann auch acht Punkte ein.

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