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Wizard: Thor

Selten lohnt es sich, 20 Jahre durchzuhalten; hier stehen die Zeichen auf Sieg
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 49:29
Release: 30.01.2009
Label: Massacre Records

20 Jahre Wizard, 20 Jahre Metal, ein weiteres Jubiläum steht 2009 an. „Soll man sich freuen oder lieber verstecken?", das ist oftmals die Frage. Aber auch wenn es eigentlich bis auf den zweiten Gitarristen noch die Urbesetzung ist, so hat sich in den letzten Jahren doch einiges getan. Mitgründer Michael Maaß meldet sich nach fast fünf Jahren Pause zurück und ist wieder bei Wizard eingestiegen. Da sich aber der in der Zwischenzeit angeheuerte Axtschwinger Dano Boland menschlich und musikalisch perfekt integriert hat, wurde somit das Quartett auf Quintettgröße erweitert. 

 

„Utgard (False Games)” eröffnet den Reigen des achten Longplayers. Die doppelte Gitarrenbesetzung macht sich direkt zu Beginn äußerst positiv bemerkbar. Kräftig greifen die Sechssaiter an und galoppieren zügig voran. Hier wird richtig guter Power Metal präsentiert. Sehr schön klingt auch, wie die Vocals variiert werden. Der Schädel beginnt kräftig zu nicken, des Headbangers Herz schlägt schon mal im erhöhten Takt.

 

„Midgards Guardian“ hält sich tempomäßig zurück, dafür wird das Ganze ein wenig majestätischer. Das exzellente Riffing sorgt für viel Freude. Der prägnante Refrain setzt sich recht deutlich im Gedächtnis fest und man beginnt unweigerlich schon im ersten Durchlauf mitzugröhlen. Eine starke Nummer, die sich auch nicht hinter derzeitigen Veröffentlichungen der Szene-Ikonen verstecken muss. 

 

„Asgard“ tritt dann das Gaspedal deutlich stärker durch. Nur zum heroisch wirkenden Refrain wird das Tempo gedrosselt. Allerdings ist der Song insgesamt, trotz seiner unbestreitbaren Qualität vielleicht etwas zu eintönig geraten, denn das Erinnerungszentrum im Schädel wird nur bedingt angesprochen, oder liegt das an dem zuvor gespielten „Midgards Guardian“?

 

Dann folgt schon die Ballade des Albums: „Serpents Venom“. Natürlich reden wir hier von einer Powerballade, bei der irgendwo auch ein guter Hauch True Metal mitschwingt, wie er aber eigentlich auch bei den anderen Songs immer mal wieder durchschimmert. Der Chor könnte etwas gewaltiger sein und mehr tiefton-geprägt ausfallen. So jedoch schafft er es nicht, für Gänsehaut zu sorgen. Trotzdem ist dies ein richtig guter Song.

 

„Ressurection” hämmert dann im wahrsten Sinne des Wortes erstmal kräftig auf das Trommelfell ein. Sven D`Annas Gesang weiß zu überzeugen. Man bietet eine perfekte Symbiose aus Speed und Power Metal. Das Haupthaar schwingt vergnüglich durch die Luft. Die Tempowechsel sitzen perfekt und somit ist das zweite Highlight des Albums erschaffen. Schade nur, dass man keinen Schluss erschaffen hat und einfach langweilig ausblendet.

 

Einmal auf dem hohen Niveau angekommen, verweilt man auch mit „The Visitor“ in der Champions League. Ein Hammer-Song, der dem Donnergott Thor huldigt, das Ganze aber derart erhaben, dass es den Hörer unweigerlich dazu antreibt, kräftig mitzugröhlen. Und das zu jeder Tages und Nachtzeit, dass der Rezensent recht seltsam irritiert von seiner Frau angeschaut wird. Zur Hölle, dies könnte durchaus eine, wenn nicht sogar die Hymne des Jahres im deutschen Metal werden. Trotzdem sollte man den Produzenten, der zwar für einen tollen Sound gesorgt hat, aber wohl ein Fan des Herausfadens ist, in Frage stellen. Leute, warum macht ihr das?

 

„What Would You Do” prescht wieder zügiger aus den Boxen und weiß auch vollends zu überzeugen, auch wenn man logischerweise nicht mit „The Visitor“ mithalten kann. Trotzdem muss man den Song auch als Highlight bezeichnen. Gelungene Doublebassaction von Sören van Heek, welche sich nicht in einer Speedorgie verzettelt. 

 

„Utgard (The Beginning)” kann da leider auch keinen mehr draufsetzen. Man hält aber das durchgängig hohe Niveau. Für Headbanger markiert dieser Song aber ein gefundenes Fressen. Trotzdem ist die Band noch nicht am Ende und haut mit „Stolen Hammer“ noch mal kräftig einen raus. Die Rhythmussektion, bestehend aus Bassist Volker Leson und Schlagwerker Sören van Heek, leistet ganze Arbeit und wird mit den tollen Gitarren zusätzlich bestens verziert. 

 

„Lightning“ donnert dann noch einmal wie ein D-Zug durch die Lautsprecher, ohne allerdings wirklich für Zerstörung zu sorgen. Höchstens ein wenig Unordnung entsteht, denn der Song ist nicht wirklich prägnant genug, da helfen auch die Vocals nicht.

 

Den Abschluss bildet dann „Pounding In The Night“. Leider wird hier in den Momenten mit dem großen Chor viel von dem möglicherweise zu versprühenden Pathos zerstört, da man das Tempo nicht genug drosselt. Schade, denn hier wäre die Chance zu einer zweiten großen Hymne gewesen. Allerdings sollte man als letzten Song auch nicht zu sehr auf die Bremse treten. An anderer Stelle, langsamer: Wow. So eher nur ein gelungener Abschluss, der aufzeigt, dass die Band ihr Potenzial noch lange nicht komplett ausgeschöpft hat.

 

Fazit: Eine starke Scheibe mit einer richtig großen Hymne. Der Band ist hier ein großer Schritt gelungen. Alle Zeichen stehen also im 20. Bandjubiläum auf Feiern, und das zu recht. Hoffentlich beglückt man die Fans mit einer ausgiebigen Tour.

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