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Within Temptation: The Heart of Everything

Wertung: 9/10
Genre: Symphonic Gothic Metal
Spielzeit: 57:12
Release: 09.03.2007
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

2004 und 2005 waren hierzulande wohl die bislang erfolgreichsten Jahre für die niederländischen Bombast Metaller von Within Temptation. Nicht nur, dass sich das Sextett um Sängerin Sharon den Adel und Gitarrist Robert Westerholt mit ihrem Album „The Silent Force“ direkt in die Top 5 der deutschen Albumcharts katapultierte, auch standen die Hits „Stand My Ground“ und „Memories“ auf Dauerrotation bei allen relevanten Radiosendern und TV - Kanälen. Dies führte natürlich dazu, dass Within Temptation auf ihrer „The Silent Force - Tour“ ausschliesslich in bestens gefüllten Hallen spielten und ebenfalls hohe Positionen bei zahlreichen Sommerfestivals ergattern konnten.

Nachdem es im Jahr 2006 etwas stiller um die sympathische Band wurde, legt diese nun nach langer Zeit des Wartens mit „The Heart Of Everything“, dem vierten Album aus dem Hause Within Temptation, nach. Glücklicherweise hat sich die Band aufgrund der oben genannten Erfolge nicht dazu verleiten lassen, das Vorgängeralbum lediglich zu replizieren. „The Heart Of Everything“ ist nämlich eine ganze Ecke härter, düsterer und metallischer ausgefallen als „The Silent Force“. Allerdings verzichtet die Band zu keinem Zeitpunkt auf ihre typischen Trademarks, wie zum Beispiel grossangelegte Orchesterparts, eingängige Melodien und himmlische Ohrwurmrefrains. „The Heart Of Everything“ ist also nicht nur ein Album für langjährige Anhänger, sondern dürfte auch für diejenigen interessant sein, denen „Mother Earth“ und „The Silent Force“ nicht „heavy“ genug waren.

Der Opener „The Howling“ dürfte einigen von Euch vielleicht schon bekannt sein, dies aufgrund der Kollaboration der Band mit dem Rollenspiel „The Chronicles Of Spellborn“. Und was soll man sagen? Dieser Song ist ein wahrlich furioser Opener. „The Howling“ beginnt zunächst sehr ruhig und atmosphärisch, bis knallharte Gitarren und dichte Orchesterteppiche einsetzen, die von der überragenden Albumproduktion richtig in Szene gesetzt werden. Der Refrain ist dank Sharons Stimme, die von Album zu Album besser zu werden scheint, brillant und geht sofort ins Ohr. Besonders lobenswert ist auch der sehr düstere und harte Mittelteil des Songs, bei dem einige Samples echtes Fantasy - Flair aufkommen lassen. Es ist generell auf „The Heart Of Everything“ auffällig, dass die Band immer wieder mit kleineren Soundspielereien experimentiert, die es zu entdecken gibt und die dem Hörer jedes Mal neue Details offenbaren.

An zweiter Position steht die erste Single „What Have You Done“, welche Sharon im Duett mit Life Of Agony - Frontmann Keith Caputo singt. Da dieser Song bereits ausführlich rezensiert wurde, fasse ich mich kurz. „What Have You Done“ ist ein sehr moderner Song, der etwas an „Stand My Ground“ erinnert und von den beiden sehr gut harmonisierenden Stimmen, die dem Song eine spannende Dynamik verleihen, und dem mitreissenden Refrain lebt. Die oftmals zu lesenden Vergleiche zwischen „What Have You Done“ und „Bring Me To Life“ von Evanescence kann ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen. Bis auf ein paar kleinere stimmliche Parallelen, haben diese Songs nun wahrlich nicht viel gemeinsam.

„Frozen“ beginnt eher balladesk, gewinnt dann an Fahrt und verfügt über einen schönen, hymnischen Refrain. „Frozen“ ist einer der wenigen Songs, die so auch auf „The Silent Force“ hätten stehen können. Aber auch dort hätte „Frozen“ sicherlich eine mehr als gute Figur gemacht. Bei „Our Solemn Hour“ erschallen sehr prägnante und dominante Chor- und Orchesterparts, die von druckvollen, harten Riffs begleitet werden. „The Solemn Hour“ ist ein Song, dem man unbedingt Zeit einräumen sollte, denn er wächst mit jedem Hören und gerade das macht ihn so genial.

Ein absolutes Highlight ist auch der Titelsong, der sehr düster und zunächst etwas ungewohnt ist, was vor allem daran liegt, dass Sharon in den Strophen aggressiver als sonst singt. Der Refrain ist mal wieder ein absolutes Vergnügen und zeigt die Sängerin wieder in gewohnten Tonlagen. Generell gehört der Song zu den härtesten seit der EP „The Dance“ aus dem Jahre 1998.

„Hand Of Sorrow“ knüpft etwas, was die Orchestrierungen anbelangt, an „The Solemn Hour“ an, ist allerdings wegen des Refrains und der tollen Gesangsmelodie in den Strophen wesentlich griffiger und eingängiger. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser Song sich zu den Highlights auf der bald anstehenden Tour mausern könnte. „The Cross“ und „Final Destination“ führen den eingeschlagenen Weg konsequent fort und überzeugen genauso wie die vorhergehenden Songs.

Die erste reine Ballade lässt sich dann mit „All I Need“ festmachen, welches auch wirklich nett ist, aber nur gewohnte Within Temptation - Kost bietet. Den Fans wird „All I Need“ bestimmt gefallen, mir persönlich ist die Ballade etwas zu „schmalzig“ ausgefallen und den „Our Farewell“ - Thron (vom „Mother Earth“ - Album) kann sie nicht gefährden. Mit dem harten, sehr orchestralen „The Truth Beneath The Rose“ und dem ruhigen „Forgiven“ findet „The Heart Of Everything“ einen passenden Abschluss.

Fazit: „The Heart Of Everything“ ist ein schlichtweg fantastisches Album und somit ein mehr als würdiger Nachfolger zum genialen „The Silent Force“. Für Within Temptation - Fans ist „The Heart Of Everything“ ein absoluter Pflichtkauf und wegen der härteren Grundausrichtung ein Anspieltipp für alle Freunde symphonischer Metalklänge.

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