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Withershin: The Hungering Void

Hat hier noch jemand ein Déjà-vu?
Wertung: 4.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 15:14
Release: 01.06.2010
Label: Canonical Hours/ Code7

Manchmal fällt es wirklich schwer, Black-Metal-Bands ernstzunehmen. Wenn sie erzählen (ob es von der Band selber kommt oder vom Label sei mal dahingestellt), dass die „abscheuliche Entität“ sich gründete um „Dunkelheit und Chaos zu kanalisieren und zu erforschen“, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Aber solange Bands wie Withershin (sinngemäß: verkehrt oder „gegen den Uhrzeigersinn“) musikalisch etwas auf dem Kasten haben, ist die Sache halb so wild. Diese EP namens „The Hungering Void“ ist nach „Ashen Banners“ die zweite Veröffentlichung der vier Mann starken Schweden und umfasst drei Songs.

„Wherein I Exalt“ führt zunächst mit ruhigem Beginn in die Irre, bevor gut produzierte Black-Metal-Riffs aus den Boxen ertönen. Vielleicht sogar etwas zu gut produziert, denn so richtig nach Underground klingt das hier nicht mehr. Ansonsten kommt genau das auf den Hörer zu, was er erwarten kann. Rasend schnelle Gitarren, die ständig Satyricon und Konsorten zitieren, und heiserer Gesang, der ebenfalls weit davon entfernt ist, etwas Besonderes zu sein. Withershin verstehen ihr Handwerk. Noch mehr verstehen sie aber das Handwerk ihrer Vorbilder und so verwundert es nicht, dass einem hier alles irgendwie bekannt vorkommt.

Gleiches gilt für den Titeltrack, der ohne Vor- und Nachspiel auskommt und direkt in die Vollen geht. Im Prinzip kann ich den vorherigen Absatz nochmal kopieren, denn passieren tut auch hier nichts Erwähnenswertes. Handwerklich gut, eigene Identität weiterhin Fehlanzeige. Da lese ich doch lieber noch ein wenig in der Biografie. Wusstet ihr, dass „The Hungering Void“ ein Portal zu den „blackest pits“ ist, in denen die „Widersacher der Welt herumglitschen und sich wälzen“? Nun, ich nehme an, das klingt besser als: „Diese EP ist ein Portal zu einem massiven Déjà-vu-Erlebnis, wenn man nicht gerade seit 20 Jahren in einem 'blackest pit' lebt.“

„Crossing The Threshold“ variiert zumindest das Tempo hin zu einem leicht doomigen Mid-Tempo-Stück mit akustischem Intro. Wenn man aber eine Melodie ständig wiederholt, sollte diese auch gut sein. Ansonsten verkommt ein Stück schnell zur absoluten Nullnummer. Withershin versuchen zwar, durch leichte Variationen im Tempo „Crossing The Threshold“ abwechslungsreicher zu gestalten; gelingen will ihnen das aber nicht wirklich.

„The Hungering Void“ ist an sich keine so schlechte Platte, zumindest unter dem handwerklichen Aspekt. Wenn man aber fast gar keine eigenen Ideen hat und sich aus den Vorlagen seiner Einflüsse nicht einmal gute Songs zusammenbasteln kann, sollte man doch nochmal zurück in den Proberaum gehen. Withershins neue EP ist ein Musterbeispiel für ein Produkt, das durch seine Mittelmäßigkeit den Markt überfüllt. Immerhin ist die Biografie lustig, aber das erwähnte ich ja bereits.

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