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Withered: Dualitas

Ein vielseitiges Album, welches durch Tiefe und überzeugende Atmosphäre punktet
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal/Death Metal
Spielzeit: 42:40
Release: 26.10.2010
Label: Prosthetic Records

Ungezähmt, dreckig und melancholisch klingt der Sound, den Withered (US) auf ihrem neuen Album „Dualitas” den Massen preisgeben. Dabei bewegen sie sich hauptsächlich im Dunkel des Black Metals, der mit der Härte von Old School Death Metal durchzogen wird. Sie verstehen sich bei „Dualitas“ aber nicht nur auf Härte, sondern besonders auch auf verworrene Melodien und stimmungsreiche Abschnitte im langsamen Tempo. Dadurch präsentiert die Band sich deutlich auf ganz verschiedene Arten.

Gleich zu Beginn geben Withered aus Atlanta Vollgas. „Extinguished With The Weary” rumpelt und kracht, so dass kein Auge trocken bleibt. Mit diesem Lied zeigt die Band ihre kompromisslose, harte Seite. Das schnelle, zuverlässige Schlagzeug nimmt sehr viel Raum ein und überbietet spielend alle anderen Beteiligten an Wucht und Ausdruck. Neben der Gitarre ist aber trotzdem deutlich auch der E-Bass zu hören, der dunkel durch das Lied knarzt und der Wildheit des Drummers noch mehr Bedrohung beimischt. Außerdem kommen noch die bei Withered eher hintergründig eingesetzten Vocals zum Einsatz und lassen sich hörbar vom Rausch der Vernichtung mitziehen.

Das schöne an dieser CD ist aber, dass der Band anscheinend nicht entgangen ist, dass hart durchgeknüppelter Black/Death nicht alles ist. Gerade aus diesem Grund kann man bei „Extinguished With The Weary” deutlich einen Break hören, so dass sich das wilde Geknüppel bald in einer schleppenden, ruhigeren Melodie auflöst. Langeweile kommt aber auch bei diesem Abschnitt nicht auf, genauso wenig klingt er verweichlicht. Besonders die dreckigen Töne der E-Gitarre wie auch das leise verheerende Kreischen vom Sänger bringen auch in solchen Parts genug Bösartigkeit zum Ausdruck, dass sie sich gut in das Gesamtbild des Albums einfügen. Auch „Seek The Shrouded” ist ein gutes Beispiel für Withereds dunkles Gesicht. Genau wie beim Opener wird auch bei diesem Lied besonders viel auf Schnelligkeit und Härte gesetzt wird, die aber zudem durchgehend mit hervorgehobenen und interessanten Melodien der Gitarren verknüpft wird.

Deutlich grooviger wird es bei Liedern wie „From Shadows“, welche nicht nur durch ihren eingängigen Rhythmus, sondern vor allem durch den Bass von Mike Longoria gewinnen. Dieser entfaltet eine unglaublich dunkle und gleichzeitig dichte Atmosphäre, dass einem der Song sofort ins Blut übergeht. Kombiniert mit den kraftvollen und interessanten Melodien der Gitarren sticht dieses Lied sehr positiv hervor.

Withered sind aber nicht nur, wie schon angedeutet, hart und groovig, sondern wissen auch Melancholie in Szene zu setzen. Die ruhigen, aber dennoch aussichtslos wirkenden Tonabfolgen, welche geschickt mit schlagkräftigen Parts verknüpft wurden, machen dieses Album zu einem besonderen Genuss. Die Melodien sind dabei meist sehr schleppend und melancholisch, rutschen aber stellenweise sogar auch in leicht verträumte Hemisphären weg wie es zum Beispiel in „Aethereal Breath“ der Fall ist.

Insgesamt wird aber auch hier nicht an dreckigen Tönen gespart und man erinnert stark an den Stil der Band Secrets Of The Moon. Ein gutes Beispiel dafür ist vor allem „Residue In The Void“ oder das namenlose Interlude, obwohl dieses genau wie das Outro aber auch eher in einer unmelodischen Geräuschkulisse abdriftet, die mit Musik nicht mehr viel zu tun hat.

„Dualitas“ ist ein Album, bei dem die verschiedenen Seiten der Band geschickt miteinander verknüpft werden. Es wirkt sehr stimmig und beweist einen großen Hang zur Atmosphäre, welche nicht nur durch die Melodien, sondern vor allem auch hervorragend durch den dunkeln Bass zum Ausdruck kommt. Eine tiefgründige Black Metal-CD mit Sinn und Verstand, die sich wirklich zu hören lohnt.

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