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Witchsmeller Pursuivant: Manifest Of Evil

Ein gelungenes Old School Metal-Album
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 43:32
Release: 06.01.2008
Label: Shiver Records

Und wieder setzt sich der Rezensent in eine Zeitmaschine, denn kaum ist die CD eingelegt, findet man sich in den frühen 80ern wieder, der Hochzeit der NWOBHM. Die Belgier Witchsmeller Pursuivant sind deutlich hörbar mit solchen Bands groß geworden. Irgendwo ist man eine interessante Mischung eingegangen aus Mercyful Fate, Trouble und Witchfinder General.

Das Album beginnt mit „In The Sweat Of Thy Face” recht flott. Gelungene Tempowechsel und eine recht düstere Stimmung sorgen für ein schaurig wohliges Gefühl. Die beiden Gitarristen Johan Kraal und Paul Evrard sorgen für kräftiges 80er Feeling. So klang das damals zuhauf. Allerdings denke ich nicht, dass die Band hier einfach stehen geblieben ist, sondern diesen Sound bewusst kreieren wollte.

„Heavy As Fuck“ lässt zwar, wie der Titel schon erahnen lässt, einige Klischees auferstehen, aber genau das gehörte damals auch zum guten Ton. Die nicht zu seltenen Melodiewechsel erinnern immer wieder an Mercyful Fate, allerdings ohne die extrem hohen Gesangseinlagen, die Mr. King Diamond gerne durchs Mikro intoniert. Die Mucke lädt zum gemäßigten Headbangen ein.

Sehr schön ruhig erklingt der Anfang von „Evil People“ und man überlegt, ob da vielleicht auch die Doomkönige von Trouble mitgewirkt haben könnten. Aber nach gut einer Minute wird das Tempo angezogen und man rockt recht zügig drauflos. Der Refrain ist wie gemacht für`s Mitgröhlen bei Konzerten. Recht einfach gehalten und sehr einprägsam. Cool auch die angedeuteten Chorgesänge. Textlich frönt man dem Belzebub. Passend dazu nennt sich der Sänger „Luciver Vecken“.

„Feel/Know/Fear“ beginnt mit einem großen Durcheinandergeplappere, dessen Sinn ich nicht nachvollziehen kann. Da dies aber recht kurz ist, tut es dem Song auch keinen Abbruch, denn hier geht man eher in die Vollen und drückt zeitweise das Gaspedal etwas stärker durch. Cool, wie die Band das 80er Jahre Image gnadenlos durchzieht, aber weniger auf ausgelatschten, tausend mal gehörten Ideen herumreitet, sondern stattdessen das volle Brett auffährt und eigene Ideen verarbeitet.

„Machine Made Mary“ sorgt wie schon einige Songs zuvor für Frischluft in den Haaren. Mike Santana`s Bass sorgt gemeinsam mit dem tadellos gespielten Schlagzeug von Luc Geenen für den geeigneten Takt, der dann mit viel Energie durch die Gitarren weiter veredelt wird. Immer wieder begeisternd, wenn die Band auf die Bremse tritt, um in Doomgefilde abzugleiten, nur um dann etwas Iron Maiden typische Gitarrenlines aufzunehmen und damit das Tempo wieder forciert. Stark ist, dass an dieser Stelle viel vom Besten der NWOBHM enthalten ist.

„Disciple Of Death“ fällt da dann leider etwas ab. Oder kommt mir das nur so vor, da der vorangegangene Track einfach zu gut war? Im oberen Tempo fallen mir auch noch die ersten Demos von Omen ein, welche eine recht ähnliche Stilisierung in ihrer Musik verarbeiteten.

„One Hundred Percent Scar Tissue” beginnt wieder recht doomig. Trouble-Fans dürfen zuhören. Der etwas weinerliche Gesang verstärkt die Traurigkeit, bevor sich dann die Gitarren erheben und ein richtig klasse Metalriff ertönt. Dieses Wechselspiel wird dann noch ein paar Mal zelebriert und das fette Grinsen im Gesicht des Rezensenten wird immer breiter.

Den Abschluss bildet dann „The Deadly Shape Of Clouds”. Und was für ein Ende für dieses gelungene Album. Etwas eigenwillige Vocallines sorgen im Verbund mit dem Gitarrensound für das kultige Gefühl, sich dank des tieftonlastigen Sounds im tiefsten 80er Midtempo Heavy Metal zu befinden. Damals, als der Metal noch ein paar Kilo mehr auf den Rippen hatte und man nicht versuchte, die Leichtigkeit des Seins darzustellen. Dies ist einfach eine kultige Platte geworden, die, ohne was die Songideen angeht, auf ein reines Aufwärmen ausgerichtet ist.

Fazit: Wer das Alter hat, die goldene Zeit des Heavy Metals live miterlebt zu haben, der wird richtig erfreut sein über die Klänge, die er hier vernimmt. Alle anderen sollten sich dieses kleine Stück Heavy Metal Kultur mal antun. Nichts für Metalcore oder Nu Metal Fans, aber ein gelungenes Old School Metal Album. Auch der Nostalgie wegen Daumen hoch für die Belgier.

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