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Witchery: Witchkrieg

Hexen hin oder her: Bei solchen Soli wird das Thema zweitrangig
Wertung: 9/10
Genre: Speed/Thrash Metal
Spielzeit: 34:25
Release: 18.06.2010
Label: Century Media

„Witch, Witch, Witch… Ich versteh immer nur Witch?“ – Wem es schon beim Titel so geht, den wird dieses Thema auch im weiteren Verlauf dieser CD nicht mehr so schnell wieder loslassen. Hier ist der Name Programm.

Der zusammen gewürfelte Haufen schwedischer Hexer des Heavy Metals spezialisiert sich mit ihrem Projekt Witchery nämlich besonders auf mystische Figuren wie Werwölfe, Teufel und nicht zuletzt natürlich auch Hexen - alles verpackt in einer ordentlichen Mischung aus Speed und Thrash Metal, versteht sich.

Donnernde wie auch zischende Vocals, wuchtige Gitarren und treibende Drums sorgen für ein sehr stimmungsgeladenes Album. Diese Truppe versteht etwas von ihrem Handwerk. Überraschen tut das aber nicht sonderlich, wenn man sich das Line-Up einmal genauer ansieht. Dort wird deutlich, dass alle Mitglieder von Witchery bereits in anderen nicht gerade unbekannten Bands tätig sind. Zum einen wäre da zum Beispiel Sharlee D’Angelo, der bei Arch Enemy bereits den Bass zum Besten gibt oder Martin Axenrot, der bei Opeth und Bloodbath für ordentliches Drumming sorgt. Aber auch Legion, ehemaliger Sänger von Marduk, ist mit dabei. Dieser bunten Mischung der Genres, dem die einzelnen Mitglieder entstammen, folgt dementsprechend auch eine bunte Musik. Neben dem angegebenen Thrash und Speed Metal, aus dem die Musik hauptsächlich besteht, können so durchaus auch Black und Death Metal-Passagen entdeckt werden.

Insgesamt zeichnet sich die Musik auf „Witchkrieg“ besonders durch Schnelligkeit und gleichzeitig Präzision aus. Die Lieder sind sehr sauber und trotz eines ziemlichen Tempos klar nachvollziehbar. Zudem beweisen Witchery ein gutes Gespür für Timing. Neben ihren adrenalingeladenen Geschwindigkeitsübertretungen verarbeiten sie auch etwas gemäßigtere Parts, die dem vorangehenden aber in Sachen Energie in nichts nachstehen. Dadurch vermeiden Witchery, dass sich die Songs überschlagen und den Hörer nach gewisser Zeit nur noch zuknallen. Das Album „Witchkrieg“ wirkt somit eher sehr frisch und zielgerichtet. Zudem klingt dieses Album sehr zwanglos, was besonders in den herausragenden, verzwickten Gitarrensoli zum Ausdruck kommt, auf welche bei diesem Album deutlich Wert gelegt wurde. Dazu holten sich Witchery diverse Gitarren-Ikonen ins Studio. Besondere Erwähnung sollte hier das Solo von Kerry King (Slayer) in dem Lied „Witchkrieg“ und auch das Solo von Henk Sherman (Mercyful Fate) in „The God Who Fell From Earth“ finden. Aber das waren längst nicht alle. Auch Gary Holt und Lee Altus (Exodus), Andy LaRocque (King Diamond) und auch Jim Durkin (Dark Angel) haben sich auf diesem Album eindrucksvoll verewigt.

Aber nicht nur die reichliche Fülle an diversen Gitarrensoli der verschiedenen Musiker lässt diesen Zusammenschluss so locker wirken. Auch die Basis der Musik allein versprüht schon eine so offene und zwanglose Atmosphäre, dass sie den Hörer schnell mitreißt und zum Feiern animiert. Und das ist wohl auch im Sinne des Erfinders. Witchery selbst scheinen ihre Musik aus reinem Spaß an der Sache zu betreiben. Man erinnere sich da zum Beispiel an die EP „Witchburner“, welche nur aus gecoverten Songs verschiedener Heavy Metal-Größen bestand.

Der einzige Makel an dieser CD sind die eingesetzten Verzerrer. Was in dem Song „Witch Hunter“ passend den Zisch-Gesang von Legion unterstützt, wirkt am Ende des Titeltracks „Witchkrieg“ eher wie ein dilettantisch eingesetztes Stilmittel. Gut, dass gerade in diesem Lied Kerry King die Gitarre schwingt, dessen Solo dieses Missgeschick um das Zehnfache wieder ausgleicht. In Anbetracht der Gesamtleistung, die dieses Album für sich verbuchen kann, also nur eine Bagatelle, über die leicht hinweggesehen werden kann. Auf zur Hexenjagd!

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