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Wishbone Ash: Then Again

Radio-Session-Version von "Argus"
keine Wertung
Genre: Rock
Spielzeit: 73:42
Release: 04.11.2008
Label: Talking Elephant

40 Jahre im Rock & Roll-Business – diese Leistung können nur wirklich wenige Dinosaurier-Acts für sich verbuchen. Neben Status Quo haben nun auch Wishbone Ash dieses ganz besondere Jubiläumsjahr erreicht und sich so mit noch größeren Lettern in das ewige Buch der härteren Rockmusik eingetragen. Anlässlich der Feierlichkeiten hat die Band im vergangenen Jahr ihren Klassiker „Argus“ bei einer ganz speziellen Radio-Session kompett durchgespielt und sozusagen die Seniorenversion des Albums aus den frühen Siebzigern geschaffen. Aufgenommen in Washington DC erscheint das Live-Werk nun weltweit und beweist einmal mehr, dass Wishbone Ash musikalisch sicher noch nicht zum alten Eisen zählen.

Dennoch hat „Then Again“, so der Titel der Scheibe einen kleinen, aber entscheidenden Haken: Die Live-Atmosphäre ist ziemlich nüchtern und beschränkt sich einzig und allein auf gelegentlichen Höflichkeitsapplaus. Außerdem ist der Sound ein wenig dröge, soll heißen der Drive der einzelnen Stücke wird gar nicht hervorgehoben, was in längeren Nummern wie ‚Time Was’ und ‚Mountainside’ schon einmal zu einer latenten Langatmigkeit führen kann. Dabei kann man den Musikern eigentlich keinen größeren Vorwurf machen; gerade die Solo-Parts werden immer noch mit dem gleichen Feuer wie dereinst dargeboten, und auch gesanglich haben sich bei Wishbone Ash weder Alterserscheinungen noch Routine eingeschlichen.

Die Frage ist nur: Wer soll „Then Again“ kaufen, wenn die Grundlage dieses Albums sich kaum von der Vorgabe des Originals unterscheidet. Zudem fehlt hier der warme Sound, der das Ursprungswerk auszeichnete, und überhaupt das Feeling, ja der Zeitgeist der frühen Wishbone Ash, der hier durch den nicht ganz so prallen Klang der Aufnahme.

Damit zumindest ein bisschen Exklusivität gewährleistet ist, hat die Band noch einige zusätzliche Klassiker ins Set integriert und neben den „Argus“-Nummern noch ein minimales Best-Of-Programm eingeschoben. Das wertet „Then Again“ am Ende sicherlich noch ein ganzes Stück auf, kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass von Live-Feeling überhaupt keine Rede sein kann. Für Fans ist der aktuelle Wishbone Ash-Output daher bestimmt eine lohnenswerte Geschichte. Wer aber nicht ganz so intensiv in die Band verliebt ist, ist mit den Studioalben – und hier mit dem noch gar nicht so alten Re-Release zu „Argus“ eigentlich besser bedient.

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