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Winterthrone: The Godslayer

Gute Songs mit einer Soundschwäche
Wertung: 6/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 49:05
Release: 01.01.2012
Label: Eigenproduktion

Ein kleiner Workaholic muss man schon sein, wenn man seit 2002 als Ein-Mann-Projekt fünf CDs veröffentlicht hat. Steffen von Winterthrone zeichnet für diese Statistik verantwortlich. Der letzte Release vor „The Godslayer“, um den es hier geht, liegt allerdings schon ein paar Jahre zurück - 2007 erblickte der Vorgänger „Bones“ das Licht der Welt. 

Im Underground und auch darüber hinaus konnte sich der Mastermind mit seinem epischen und symphonischen Black Metal bereits einen Namen erspielen. Ob er seinen Status mit dem Sechs Track Album „The Godslayer“ halten oder gar übertreffen kann, gilt es herauszufinden.

Zumindest optisch gibt sich das Projekt sehr konstant. Alle Cover sind in düsterem Grau und Schwarz gehalten und repräsentieren mystische und okkulte Dinge. Musikalisch verhält sich das relativ ähnlich, wobei man dem aktuellen Album schon ein deutliches Plus beim Songwriting im Vergleich zum Vorgänger einräumen muss. 

Auf der Scheibe befinden sich 45 Minuten Uptempo-Black-Metal, der mehr oder weniger stark von einem Keyoardteppich untermalt wird. Mehr oder weniger deshalb, weil die Musik leider des Öfteren auch von den Synthieklängen übermalt wird. Der Sound ist roh und kalt, klingt aber, auch für eine Black-Metal-Platte, fast schon zu roh. Dafür gibt es drei einfache Gründe. Der erste ist der Plastik-Drumcomputer. Der schlechte Sound der Kiste tut schon fast weh und wird noch dadurch verstärkt, dass nur die Snaredrum wirklich zu hören ist; der Rest geht fast vollkommen im allgemeinen Mittengerausche unter. Der zweite Punkt ist beim Gesang zu finden. Das Geschrei, das sich auf „The Godslayer“ befindet, auch noch durch einen Verzerrer zu jagen, war nun wirklich zu viel des Guten. Dadurch gesellt sich die Stimme auch noch zum Mittenbrei und sorgt dafür, dass praktisch kein Instrument mehr so wirklich richtig herausgehört werden kann. Punkt drei ist der Gitarrensound. Dieser ist nämlich auch noch sehr mittenlastig und macht damit den Brei perfekt. Natürlich kann man jetzt die Argumente „Truer Black Metal“ und „Sound of the Underground“ bringen - beide Argumente zählen aber nicht. Sollte es jemals truen Black Metal gegeben haben, dann war das in den Neunzigern und dass Bands aus dem Underground scheiße klingen müssen, stimmt auch längst nicht mehr, was viele ambitionierte Homerecording-Projekte längst beweisen. 

Dieser Soundmatsch ist schade, denn hinter den Stücken verbirgt sich ein durchaus attraktives Songwriting mit ansprechenden, kraftvollen Riffs und Arrangements. Die Songs sind gut aufgebaut und sorgen auch immer wieder für Überraschungen. „The Throne“ beispielsweise sticht mit seinem Opening Part völlig aus der restlichen CD heraus.  

Steffen Brückner beweist abermals, dass er vom Songwriting etwas versteht. Die Lieder sind gut durchdacht, wenn auch stellenweise vielleicht etwas langatmig. Das wäre noch nicht Black Metal untypisch, das Problem liegt beim Sound. Der ist nämlich auch nicht untypisch für Black Metal. Hier hätte man sich aber die Frage stellen können, ob es wichtiger ist, true zu sein oder Musik abzuliefern, die der Hörer nachvollziehen kann und die vor allem nicht klingt wie jede x-beliebige Garagen-Black-Metal-Band, vor allem weil die Songs deren Niveau bei weitem überschreiten. In der Black Metal Szene dürfte die Scheibe dennoch Anklang finden, zumindest bei den Anhängern der älteren Produktionen. 

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