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WintermonD: Renascentia

Zeitverschwendung
Wertung: 1/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 54:30
Release: 15.12.2016
Label: Eigenregie

Erübrigt sich tatsächlich einiges von allein? Ist es der Weisheit letzter Schluss, eine CD einfach so lange liegen zu lassen, bis die Band in purer Selbsterkenntnis jede Aktivität einstellt, und das auch noch kurz nach Release? Tatsache ist, dass seit Anfang 2017 nichts mehr von den MünsteranerInnen WintermonD zu vernehmen ist, was dann auch einen ersten Anflug von Kopfkino bedeutet: Haben sie sich ihre CD „Renascentia“ - übrigens schon die dritte Scheibe seit der Gründung 2004 – endlich selbst angehört? Tut es Not, das Minialbum von gut 33 Minuten auch noch um vier langweilige Bonustracks aufzublasen? Werden sie jemals wiederkommen und darf ich auf eine krachende Reunionsscheiterung hoffen?

Aber bitte, hunderte, nein tausende Scheiben haben sich dem Lichtstrahl des heimischen Players gestellt, jegliche Couleur war vertreten, doch was dieses Sextett nun mit „Renascentia“ eingespielt hat, ist vertonte Langeweile, pseudointellektueller Gothic-Pop-Mist, bei dem sogar der Beipackzettel „Achtung, könnte Spuren von Metal enthalten“ lieber die beleidigte Leberwurst spielt. Vielleicht war es ja am Ende nur ein verkopftes Studienprojekt und am Ende wissen wir: Wenn nur prägnant Gothic drauf steht, dann findet man schon ein paar heiße Fetischgirls, die ihre Hüften zum sachten Takt der Banalität kreisen und den Tiefgang der megaflachen Lyrics nicht zu verstehen wissen.

Schon jetzt ist klar: An dieser CD beißt man sich die Gothic-Zähne aus. Schon der Opener „Morgenrot“ ist ein zäh lahmer Akustikklampfensong mit einem immer leicht verunsicherten Didic am Gesang. Man nehme einfach die schlechteste Reiterballade, ziehe noch ein paar Ideen ab und stelle sich auf den Mittelaltermarkt in Hintertupfingen, wo nur die Einheimischen sich selbst feiern, selbst dort kommt niemand hinter seinem Baumstamm hervor – und selbst wenn man eventuell unter gewissen Umständen möglicherweise ein paar positive Ansätze herausfiltern könnte, so gehen alle guten Vorsätze mit den piepsigen Ahaas von Gabrielle vollends verloren - „aufgepasst, du Morgenglühen, bleich, lege ein paar Tage erbarmungslos, es wird Zeit, kein Grund, bis zum Schluss, ich lass dich gehen“ oder so ähnlich.

Im Grunde kann man bei „Die Blutgräfin“ die gleichen Fehlattribute aufzählen: Dünner weiblicher Gesang, überdimensioniert spannungslose Arrangements treffen auf den Textabschnitt des Jahres: „faltig nahezu schlaff“. Das bringt den Song gut auf den Punkt, man wird sogar als singender Wandersmann wie die Wollmilchsau durchs nächste Dorf getrieben. Wenn andere hier Pathos und märchenhafte Schwermut heraushören, so bleiben die tragödienreichen Geschichten schlichtweg emotionslos langweilig.

Oh wunderbar, ein paar zerbrechliche Pianofarbtupfer bei „Desiderium“, schon fast eine willkommene Abwechslung, und am Ende wird klar, hier machen WintermonD einfach weniger falsch, weil das Gesangsduo sich nicht einmischt – Highlight der CD, ganz ohne Frage, dafür gibt es dann auch einen Punkt. Danach geht es aber wieder weiter wie bisher – abschalten rettet da vor dem Griff zu schlitzenden Rasierklinge. 400 Stück gibt es von der CD, 400 mal Rohstoffverschwendung, 400 Gründe, Gothic für ewig aus dem eigenen Kopf zu verbannen. „Renascentia“ ist pure Zeitverschwendung. Basta. Mehr muss man nicht mehr schreiben. Wenn man jemanden so überhaupt nicht leiden kann, dann hat man hier auch eine prima Geschenkidee.

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