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Winterfylleth: The Mercian Sphere

Frösteln bei 36 Grad im Schatten
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 68:29
Release: 19.07.2010
Label: Candlelight Records

Die 2007 in Manchester, England gegründeten Winterfylleth warten mit ihrem dritten Rundling auf. Ihr Demo „Rising Of The Winter Full Moon“ und das Debütalbum „Ghost Of Heritage“ konnten einiges an Aufsehen erregen. Zwei Jahre später erscheint nun „The Mercian Spere“. Das Cover haut einen nicht gerade vom Hocker, Seenlandschaften im Halbdunkel gab es mit Sicherheit schon Dutzende. Sei es wie es ist, einmal im CD-Schacht packt einen vom ersten Moment der Nordwind. Der direkte Vergleich mit Enslaved, Ulver und Forefather drängt sich förmlich auf. Die reinen Folkloreparts auf dieser Scheibe sind zwar technisch und musikalisch völlig in Ordnung, doch nehmen sie diesem sonstigen Black Metal-Brett völlig den Wind aus den Segeln. Da hätte man lieber auf ein paar Minuten Gesamtspielzeit verzichten sollen. Der Sound des Albums ist sehr anständig, klar und druckvoll. Die immer wieder sporadisch eingeworfenen cleanen Vocals lockern die sonst vorherrschenden Blastparts erfrischend auf und sorgen für die nötige Abwechslung.

Das erste Stück, „Gateways To The Dark Peak...“,  lässt keinen Zweifel an der Bezeichnung Black Metal aufkommen. Ein durchaus abwechslungsreich arrangierter Sieben-Minuten-Song, der einem mit seiner eiskalten Atmosphäre und seinem aggressiven Keifgesang schon Gänsehaut aufziehen lassen kann.

Titel zwei, „Awakens He, Bereft Of Kinsmen“ führt die Geschichte des Vorgängerstücks weiter und unterscheidet sich auch nur sehr geringfügig von eben diesem. Nach insgesamt fast 15 Minuten darf dann schon mal etwas Abwechslung sein.

Diese folgt auch sogleich mit „The Fields Of Reckoning“. Hier wechseln sich Midtempo-Doublebassparts und Blasteinlagen schön ab und eine (wenn auch sehr vorhersehbare) Spannungskurve wird aufgebaut. Die Gitarrenalleingänge lockern das Ganze weiter auf. Eines der besten Stücke auf der CD.

Völlig aus dem Konzept reißt den Zuhörer dann „Children Of The Stones“, passt es doch eher zu Edenbridge oder Blackmore’s Night. An diesem Stück zerschellt die ganze bis jetzt aufgebaute Stimmung. Und dieser Track dauert auch noch fast fünf Minuten.

„The Ruin“ lässt aber sofort wieder aufhorchen. Aggressiver waren Winterfylleth nie. Hier ergießt sich ein astreines Schwarzmetall-Gewitter, das keine Wünsche offen lässt. Atmosphärische Breaks gehen einher mit absolutem High-Speed-Geprügel. So roh sollte nordischer Black Metal sein.

Wenn man die zwei Minuten Gitarren-Reverb-Intro ertragen hat, dann belohnt einen „The Honour Of Good Men On The Path To Eternal Glory“ mit weiteren sechs Minuten abwechslungsreichen, durchaus mitgröhlbarem nordischen BM.

„To Find Solace... Where Security Stands“ ergänzt die Stimmung des Vorgängers wunderbar, doch mit „When The Woods Were Young“ erreicht die Scheibe ihren zweiten Tiefpunkt. Dieser ist mit „A Valley Thick With Oaks“ schnell wieder vergessen und das Black Metal-Inferno gipfelt dann in „Defending The Realm“, das noch mal durch eine vorher auf diesem Longplayer nicht dagewesener Songstruktur überzeugen kann.

Die Männer aus England können sich durchaus mit ihren Kollegen aus Skandinavien messen lassen. Durchaus vielfältige Ideen sorgen für die nötige Abwechslung. Allerdings sei hier auch bemerkt, dass kein Stück der CD etwas Neues, noch nie Dagewesenes beinhaltet. Winterfylleth experimentieren kaum, und wenn die zwei Folktracks Experimente waren, dann gingen sie daneben. Das Album ist empfehlenswert für alle Anhänger von nordischem Black Metal.

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