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Winterdome: Weltendämmerung

Eindeutig zu Höherem berufen
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 65:23
Release: 23.09.2006
Label: Massacre Records

Nach Jahren des persönlichen Entwicklungs- und Reifeprozesses liegt es hier nun definitiv vor: “Weltendämmerung“, eine konzeptionelle Ausgeburt um Mythen und deren Vielzahl an magischen Momenten und Begebenheiten.

“Weltendämmerung“ erzählt uns die Legende um das Volk der mächtigen Elasaj, deren Hochmut und Grausamkeit eines Tages die Götter so sehr erzürnt, dass sie allesamt aus ihrem Lande vertreiben. Belegt mit dem Fluch, dass sie sich erst wieder erneut vor ihnen beweisen müssen, um deren absolute Gnade wiederzuerlangen, machen sich die Elasaj allesamt auf den beschwerlichen Weg gen Süden. Es liegt eine sehr lange und beschwerliche Reise vor ihnen, die im Grunde niemals enden soll...

Zentralfigur dieser Reise ins Ungewisse ist Ashaj, der mutige und starke Anführer der Elasaj. Ashaj ist hierbei ein Mann mit vielen Gesichtern: Für seine treuen Gefolgsleute ist er ein kluger, aber oftmals auch extrem brutaler Rädelsführer, der keinerlei Gnade und Widerwillen duldet. Aber auf der anderen Seite ist Ashaj auch ein ungemein liebevoller und warmherziger Ehemann, der sich nichts sehnlichster wünscht, als einen Nachfolger aus seinen eigenen Lenden.

WinterDome`s “Weltendämmerung“ ist eine komplett in sich geschlossene Geschichte um Kriege, Schlachten und das Wiedererlangen der eigenen Identität und Stärke. Aber auch gibt es nebst all dieser Brutalität und Sinnfragen immer wieder Momente der Wärme und Zwischenmenschlichkeit. Dargestellt in einer Form der Liebe und Treue, die aber oftmals in den unausweichlichen Wahnsinn (und somit tiefsten Abgrund) abgleitet.

Eingeteilt wurde die phantastische Sage (die nicht selten an geschichtsträchtige Epen wie “Der Herr der Ringe“, “Excalibur“ und “Alexander der Große“ erinnert) in eine Symbiose aus reinen Hörspielerzählungen und gesungenem Liedgut. Als Sprecher rund um die Abenteuer der Elasaj fungiert hierbei Dr. Bernd Seestaed, der insbesondere durch seinen ruhigen und fesselnden Erzählstil begeistern kann und man so quasi - in Form eines „Kopfkinos“ - die dargestellten Handlungspassagen der jeweiligen Protagonisten vor dem inneren Auge sieht und mitverfolgt. Hingegen zeichnen sich die durch Sänger Henrik Warschau intonierten Klangwerke (wie beispielsweise “Ein Letztes Mal“ und “Flammentanz“) durch organischen und bodenständigen Gothic-Metal aus, der aber nie die Nähe zu treibendem Mittelalter-Rock oder melancholischen Metallballaden scheut und mit ihnen sogar ein ungemein homogenes Klangfeuerwerk eingeht.

Gut, sicherlich wirkt dieses ganze Wechselspiel aus atmosphärischem Audiohörspiel und melodischen Metal-Parts nach dem 10. oder 12. Male hören nicht mehr ganz so spannend und innovativ wie noch zu Beginn. Aber dennoch hat das Hannoveraner Sextett mit „Weltendämmerung“ bewiesen, dass es eindeutig zu Höherem berufen ist und durchaus in der Lage ist, das Publikum in spannende und zugleich faszinierende Welten zu entführen...

Wer also Gefallen an artverwandten Kapellen wie Haggard, My Dying Bride, Crematory und den frühen Paradise Lost findet, sollte in jedem Falle dem Album eine Chance einräumen. Aber auch Live-Rollenspieler dürften mit Sicherheit an “Weltendämmerung“ ihre helle Freude haben.

Im Übrigen sollte man sein Augenmerk auch auf das üppige und wunderschön illustrierte 32seitige Booklet richten, das der CD beiliegt. Es stellt auch eine gute Möglichkeit dar, die Geschichte um Ashaj und sein Volk in Bildern und niedergeschriebenen Texten zu verfolgen. Gratulation!

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