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Winter Soul: Reactor

Allerfeinster Harsh Electro aus Südafrika
Wertung: 9/10
Genre: Harsh Electro / Terror EBM
Spielzeit: 52:55
Release: 01.09.2008
Label: Eigenproduktion

Winter Soul bieten aggressiven Harsh Electro kombiniert mit einer gesunden Portion Terror EBM – und kommen aus der sechstgrößten Stadt Südafrikas, Bloemfontein, der Hauptstadt der Provinz Freistaat. Bereits seit 2005 existiert das Projekt und veröffentlichte letztes Jahr in Eigenregie ein Debüt-Album namens „Reactor“:

Der Titeltrack und gleichzeitig auch Opener des Albums beginnt mit Industrie-Sounds und weiteren gespenstischen Klängen wie Windesrauschen, sodass eine schattenhafte Atmosphäre entsteht, in die eine stampfende Bassline sowie ebenso unaufhaltsame Drums einfließen. Gerne verwendet man auch dominante Noise-Elemente um den Härtegrad der Songs, der durch die aggressive und stets enorm verzerrte Stimme ohnehin schon recht hoch ist, noch zu verstärken. Allerdings kommt neben aller Härte und Brutalität keineswegs die melodische Seite zu kurz, so sind ebenfalls melodische Synthesizer-Sequenzen zu finden, die jedoch oftmals auch lediglich dazu dienen um eine beklemmende, furchteinflößende Atmosphäre zu erschaffen – denn diese Melodie-Passagen sind keineswegs darauf ausgelegt als Ohrwurm zu enden, sondern sollen die Clubs in eine entsprechende dunkle Atmosphäre stürzen.

Einer der schnelleren Songs des Albums ist „Stargazer“, der durch einen etwas untypischen, aber durchaus groovenden Beat zum Tanzen einlädt und dabei genauso auch eine tragende Bridge als kurze Verschnaufpause anbietet. Besonders die melodischen Elemente dieses Songs überzeugen, da die entsprechenden Sequenzen dieses Mal nicht ausschließlich der geheimnisvollen Atmosphäre wegen vorhanden sind, diese wird nämlich bereits durch an sakrale Chöre erinnernde Keyboard-Teppiche gewährleistet. Insgesamt ist das Album sehr abwechslungsreich aufgebaut, so ist der Folgetrack „Legacy Of Violence“ weitaus schleppender, bevor mit „KGB“ erneut ein typischer Uptempo-Song geboten wird, auf den wiederum der etwas alternativere Song „Ritual Abuse“ folgt – der übrigens mit einem deutschen Sprachsample beginnt. Die Noise-Elemente sind hier mehr zurückgeschraubt worden, die Melodie steht im Vordergrund und baut sich in vielen unterschiedlichen Tonspuren immer weiter und weiter auf. Mit „Ghosts Of Time“ und „The Bokor“ werden zu guter Letzt noch zwei typische Winter Soul-Songs geboten – komplexe Soundstrukturen mit vielen Tonspuren, groovende, tanzbare Beats, Noise-Elemente, harshe Vocals und natürlich einige melodiöse Parts. Dazwischen findet sich noch das wieder sehr schleppende Stück „Battery“, dass seine Stärke insbesondere in der erzeugten Stimmung birgt.

Keiner der Songs unterschreitet eine Laufzeit von fünf Minuten, oftmals sind die Songs sogar sechs bis sieben Minuten lang, was sich in einem abwechslungsreichen Songwriting mit vielen variablen Instrumental-Teilen äußert, die jedoch niemals dermaßen ausarten, dass der Song beginnt den Hörer zu langweilen. Außerdem ist das Tempo der Songs zu Gunsten der unheimlichen Stimmung in der Regel eher in einem vergleichsweise langsamen Bereich angesiedelt.

„Reactor“ ist ein Album geworden, das so manche CD von etablierten Szenegiganten locker in den Schatten stellt: Zwar sind die Songs nicht immer eingängig, dafür grooven die Beats, die Atmosphäre ist unbeschreiblich und Aggressivität sowie Melodie bilden im komplexen, sich gegenseitig ergänzenden Sound einen mehr als gelungenen Kontrast – auch produktionstechnisch kann sich die Scheibe hören lassen, denn das Mastering ist enorm druckvoll und klar. Darüber hinaus ist das Artwork absolut gelungen und die CD weist als Bonus eine todschicke schwarze Unterseite auf. Wer sich noch nicht ganz sicher ist, kann sich auf MySpace endgültig überzeugen lassen.

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