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Winds Of Plague: Against The World

Eine Platte, die Spaß macht
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 38:42
Release: 15.04.2011
Label: Century Media

Wenn man über grandiose Sänger der aktuellen Metalszene spricht, kommt man um einige Namen nicht herum – Johnny Plague ist einer davon. Der Sänger der kalifornischen Abrissbirne Winds Of Plague hat nicht nur ein Organ für zehn, sondern versteht es auch, seine Angepisstheit zu kanalisieren, ohne zu wirken, als würde er dauerhaft Drogen einschmeißen. Kein Wunder also, dass das neue Werk „Against The World“ genauso klingt, wie der Titel vermuten lässt – die Band wettert auf höchstem Niveau gegen alles, was sie ankotzt, Alana Potocnik haut epische Keyboard-Melodien raus, dass einem die Ohren schlackern und die beiden Nicks an den Gitarren schreddern wahlweise alles in Grund und Boden oder umschmeicheln den Hörer mit leicht schwarzmetallisch angehauchten Sequenzen.

Dass WoP den schwierigen Spagat zwischen Brutalität und Melodien geradezu perfekt beherrschen, dürfte inzwischen klar sein, schließlich steht mit dem pressfrischen „Against The World“ bereits der vierte Output der Kalifornier in den Regalen. Ohne großes Klimbim werden hier die Keyboards in den Break-lastigen Sound integriert und gänzlich ohne klaren Gesang schafft es das Sextett, die Songs mit mehr als bloßem Geknüppel auszustatten. Durchzogen von den nicht einmal zweiminütigen Zwischenstücken „Raise The Dead“, „The Warrior Code“ und „Only Song We’re Allowed To Play In Church Venues“ klingt die Scheibe erstaunlich homogen. Schon „One For The Butcher“ setzt alle Zeichen auf Sturm – mit deftigen Breaks hat der Song schon ordentlich Saft, aber erst im Folgenden kommt die volle Aggression durch die Boxen.

Dass die Band nach eigener Aussage ihre Hardcore-Wurzeln wieder verstärkt in die Songs mit einbringt, lässt sich vor allem bei „Refined In The Fire“ schön erkennen, das es schon vorab im Internet zu bestaunen gab. Zwischen Gang-Shouts und dynamischen Gitarren finden sich wunderschöne Keyboard-Melodien wieder, stellenweise unterlegt von tiefen Growls, die dem Ganzen erstaunlicherweise mehr Transparenz verleihen. Der Titeltrack setzt im Gegensatz dazu auf Breakdowns und die tieferen Regionen der Magengegend – leicht apokalyptisch schnarren die Gitarren durch den Song und bei so einer Stimmung darf natürlich auch das Keyboard nicht fehlen, das, wie so oft auf „Against The World“, dankenswert unaufdringlich daherkommt, aber trotzdem sofort auffällt.

Dass es auch weniger angenehm geht, beweist die Dame an den Tasten leider beim ohnehin etwas sperrigen „Most Hated“, indem sie ihr Instrument klingen lässt, als würde ein Kleinkind auf einem Xylophon herumschlagen. Das passt nicht nur kein bisschen zum Song, es klingt auch noch unheimlich nervig. Mit „California“ kommt dann aber zum Glück noch einmal ein echter Knaller ums Eck, der Hardcore mit leichtem Old-School-Anstrich zelebriert und so oder ähnlich auch von Agnostic Front oder Madball stammen könnte.

Fazit: „Against The World“ ist genau das Richtige für Metalfans, die mal wieder ein bisschen frischen Wind in der leicht eingestaubten Deathcore-Szene spüren möchten. Klar bringen Winds Of Plague auch bereits bekannte Zutaten mit auf den Tisch, aber nicht zuletzt dank der hervorragenden Produktion und Johnny Plagues beeindruckendem Organ macht der Sound der Combo größtenteils viel Spaß, ob man sich nun an betreffendem Genre schon sattgehört hat oder nicht.

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