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Wig Wam: Wig Wamania

Definitiv KEIN schlechtes Album
Wertung: 5/10
Genre: Classic Glam Rock
Spielzeit: 43:1
Release: 30.06.2006
Label: Napalm Records

Seit dem diesjährigen “Eurovisions Songcontest“ sind ja bekanntlich die finnischen Monsterrocker von Lordi in aller Munde (vor allem auch in den sogenannten „Mainstream-Abteilungen“ der jeweiligen Länder). Dass sie aber mitnichten die erste Hard- und Glamrock Band bei diesem Europa weit sehr erfolgreichen Fernsehformat waren, vergisst man bei der derzeitigen „Lordi-Euphorie“ nur zu allzu gerne.

Denn vor genau einem Jahr standen bereits schon einmal nicht minder spektakulär gekleidete Gestalten mit laut wummernden Gitarrenklängen auf der Bühne dieses Kontests. Die Rede ist hierbei vom norwegischen Glam Rock – Quintett Wig Wam, welches zum damaligen Zeitpunkt in Kiew den doch ganz beachtenswerten neunten Platz belegte mit ihrem hymnenhaften “In My Dreams“. Ein Song, der es als separat erhältliche Single-CD auch locker auf Platz 1 der isländischen, rumänischen und (natürlich auch) norwegischen Charts schaffte (wo er sogar Platinstatus erreichte). Ein wirklich beachtlicher und formidabler Erfolg in der bisherigen Geschichte von Wig Wam, deren musikalische Laufbahn aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht immer ganz problemlos verlief...

So sind die Wig Wam – Mitglieder mit den wahrlich „einfallsreichen“ Künstlernamen Glam (Gesang), Teeny (Gitarre), Flash (Bass) und Sporty (Schlagzeug) bereits schon seit den 80er Jahren im Musikgeschäft tätig (freilich damals allerdings noch in ganz unterschiedlichen Bands). Der kollektive Zusammenschluss zum Glam Rock – Projekt Wig Wam sollte aber erst im Februar 2001 folgen und man tingelte daraufhin mit neu komponiertem Songmaterial durch die norwegischen Clubs und Hallen. Einen Plattenvertrag hatte die Band aber bis einschließlich 2004 nicht in der Tasche...

Doch sollte sich dies schnell ändern, als man sich damals in Eigenregie zur norwegischen Endausscheidung des “Eurovisions Songcontest 2004“ bewarb und man letzten Endes immerhin auf Platz 3 landete. Zugegeben: Zwar ein Ergebnis, mit dem man sprichwörtlich keinen Blumentopf gewinnen kann, aber im Falle Wig Wam wurde das Label “Global Music“ auf die vier Herrschaften aufmerksam und veröffentlichte kurz darauf deren Debütalbum “667... The Neighbour Of The Beast“.

Allerdings folgte eine gewisse Zeit nach Vertragsabschluss das große (und für alle Beteiligten überraschende) Zerwürfnis mit “Global Music“, weswegen man nun wieder komplett bei Null angelangt war. Doch – Fortuna sei Dank – konnte man beim norwegischen Independant-Label “VME/Vocies of Wonder Records“ ein neues Zuhause finden. Dort releaste man kurzer Hand auch das Erstlingswerk wieder, allerdings unter dem neuen Titel “Hard To Be A Rock ´n Roller“. Und was daraufhin folgte, war bereits im zweiten Abschnitt dieses Reviews zu lesen (siehe: “Eurovisions Songcontest 2005“)...

Jut, jut... Somit haben wir nun das Nachfolgewerk zu “Hard To Be A Rock ´n Roller“ vor uns: “Wig Wamania“ lautet der diesmalige Namensentscheid und man blieb musikalisch betrachtet seiner bereits eingeschlagenen (und klassischen) Glam Rock – Schiene treu. Was in diesem Falle bedeuten mag, dass man wiederum auf den atmosphärischen Stadion-Flair der frühen 80er setzte und seine (klangliche) Nähe zu Ikonen a la Twisted Sister nicht wirklich verleugnete.

Oder sagen wir es mal so: Auch nach mehrmaligen Durchläufen bekomme ich hier den (eher) faden Beigeschmack nicht los, dass man schamlos versucht, sich hier als eine Art „Twisted Sister – Reinkarnationstruppe“ zu etablieren. Dies fängt schon bei der relativ gleichgearteten androgynen Covergestaltung an und endet in den dargebotenen 12 Songs des Albums (die auch locker aus der heiligen Feder von Dee Snider und Konsorten hätte stammen können).

Entsprechend altmodisch ist die soundtechnische Ausarbeitung ausgefallen. Ich meine, irgendwie kennt man das alles schon von irgendwo her (da bereits schon x-mal kopiert und wiederholt): Eingängige und knackige Rockhymnen (der wirklich sehr leicht verdaulichen Art), die nur bedingt Wert auf Faktoren wie Innovation, Kreativität und Eigenständigkeit legen.

Sicherlich und zweifelsohne geht ein Großteil der dargebotenen Setliste „runter wie Öl“. Nur: Weswegen soll ich mir heute (im Jahre 2006) nochmals so eine CD in´s Regal stellen, wenn ich bereits schon 30 – 40 gleich geartete Alben aus den 80er und 90ern besitze, die (wie bereits erwähnt) nahezu alle schon nach besagtem gleichen Strickmuster funktionieren?

Lediglich bei den Titeln “The Riddle“ und “Breaking All The Rules“ ist eine kleine Form des „Ausbruches“ erkennbar: Erst genannter ist ein wirklich hervorragendes und stimmiges (E-Gitarren)Instrumentalstück geworden und nächst genanntes Liedgut vermag doch mal den Mut zu besitzen, etwas mehr an Aggression und Kernigkeit an den Tag zu legen (auch wenn es in dieser Form nun ziemlich an den alten Judas Priest – Klassiker “Breaking The Law“ erinnert. Aber nun gut: Nobody´s perfect...)

Aber dass ich jetzt nicht falsch verstanden werde: “Wig Wamania“ ist definitiv KEIN schlechtes Album geworden! Allerdings fehlt mir persönlich auf die Dauer gesehen doch einfach die nötige Innovation und Frechheit, mit der man besser beraten gewesen wäre, zu Werke zu gehen (da hilft auch die ganze, schöne Ohrwurmlastigkeit nichts).

Somit kann ich aus meiner Sicht “Wig Wamania“ gerade jenen beinharten Old-School Glam Rockern empfehlen, die bis heute nicht genug bekommen können von diesem melodiösen Rock-Genre... Der Rest greife vorerst lieber zu den (nicht gerade wenigen) Originalen der damaligen Anfangsepoche.

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