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Wicked Disciple: Salvation Or Decline

Eine logische Fortsetzung der Erstveröffentlichung
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 56:21
Release: 01.09.2017
Label: Roll The Bones Records

Ist es nun das erste Album oder das zweite? „Salvation Or Decline“ haben Wicked Disciple den Nachfolger ihres vielbeachteten Demos oder Debütalbums „Traveller In Time“ getauft. Zu erwarten sind wie beim Vorgänger ungewöhnliche Nummern, die sich nicht in eine Schublade pressen lassen und recht eigensinnig die Nackenhaare föhnen. Also, nicht lange gebrabbelt und ab mit der Scheibe in den Schacht.

Mit hartem Riff eröffnet „Hail Of The Jaundiced King“ die Platte, die mit einer Spielzeit von fast einer Stunde ganz ordentlich ausgefallen ist. Man hält sich noch relativ dezent im mittleren Tempobereich, aber stampft schon richtig heavy im Matsch. Bemerkenswert ist hier auch das Gitarrensolo und auch die Länge des Tracks mit über fünf Minuten. Wer jetzt aber glaubt, schon eine Quersumme des Albums abgebildet bekommen zu haben, der irrt ganz schön.

Einen Spaß ganz besonderer Art haben sich die Haudegen bei „Jaymz Wordz“ erlaubt, denn in dem Text sind praktisch nahtlos Texte von Metallica aneinandergereiht. Dabei wirkt der Song keinesfalls, wie vielleicht vermutet werden könnte, sperrig oder gekünstelt. Inzwischen wird auch klar: Am Besten, man versucht erst gar nicht irgendeine Vorahnung auf den nächsten Song zu entwickeln, sondern man lässt sich einfach überraschen. Die Vorahnung stimmt eh nie.

Auch einen Ausflug in seichtere Gewässer (von Balladen kann man so nicht sprechen) scheuen Wicked Disciple nicht und machen auch hier eine ziemlich gute Figur. Eine weitere Besonderheit ist der Instrumentalsong „Phobos, Deimos And Mars“, der an neunter Stelle auf dem Rundling platziert wurde. Auch hier schaffen es Wicked Disciple mit einer spielerischen Leichtigkeit, das Interesse des Zuhörers wachzuhalten.

Zugegeben, ein gewisses Potenzial an Interesse sollte man schon mitbringen, wenn man sich „Salvation Or Decline“ zu Gemüte führt, denn leichte Kost ist das Album nicht. Gibt man der Scheibe allerdings ihre Zeit, dann können alle Stücke darauf mit ihren eigenen kleinen Besonderheiten locken. Es gibt viele kleine Soli, Fills und andere Spielereien zu entdecken, die in den Werken versteckt wurden. Außerdem wirkt die Songarchitektur immer schlüssiger, so öfter die Lieder gehört werden.

Niemals langweilig, immer ein bisschen unberechenbar und durchaus vielschichtig. So könnte man „Salvation Or Decline“ am besten möglichst kurz zusammengefasst beschreiben. Das Album kann jedem Metalfan, der nicht unbedingt immer Vollgas braucht, empfohlen werden. Aber bitte bewusst und mit Aufmerksamkeit anhören, dann macht die Scheibe auch richtig Spaß.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“