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Wichita Falls: Landfall

Metal mit Aussage und tollen Melodien, die trotzdem zum Headbangen einladen
Wertung: 8.5/10
Genre: Metal
Spielzeit: 55:38
Release: 17.04.2009
Label: Eigenproduktion

Die zweite Demo von Wichita Falls liegt inzwischen vor. Der erste Output der norddeutschen wurde noch unter dem Namen Category V veröffentlicht. Schon damals konnten die Jungs meinen ehemaligen Redaktionskollegen Alex Müller begeistern, ob dies anno 2009 unter dem Namen Wichita Falls auch gelingen mag, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

Die Band widmet sich dem eher traditionellen Metal. Da sie ihren eigenen Stil gefunden haben, hinken natürlich immer Vergleiche, aber ich würde als grobes Muster mal die alten Metallica mit einem guten Stück der ersten Meliah Rage-Werke mit eher gedämpfter Rauheit und einiger Power MetalGene bezeichnen.

Fast schon wie Apocalyptica beginnt die neue CD. Cellos sorgen im sehr kurzen Opener „Landfall“ für Stimmung, bevor dann „Private Nation“ über den Hörer hereinbricht. Kräftige, von Gitarren dominierte Musik, die das Opener-Thema aufnimmt, bevor es dann deutlich treibender losgeht. Fast automatisiert schleudert der Schädel vor und zurück. Auch wenn man hier an das ältere Fan-Semester gedacht hat und eher im Midtempo zockt, so bedeutet das nicht, dass man nicht kräftig sein Haupthaar lüften muss. Sehr stark, wie Wolfram Burda hier den Refrain in Szene setzt. Eigentlich wenig spektakulär, aber dennoch perfekt auf den Punkt gebracht. Dazu das exzellente Gitarrenspiel von Matthias Büsing, welches immer nur songdienlich rüberkommt.

„Canadians“ kommt dann deutlich rauer daher. Und das passt auch genau. Endlich mal eine Band, die auch musikalisch die PETA-Aktion „Stop The Canadians“ unterstützt. Es geht hier um das jährliche Abschlachten von 200.000 bis 300.000 Robben, das durch die kanadische Regierung „legalisiert“ wird. Dort werden teilweise gerade mal zwei Wochen alte Robbenbabys auf brutale Art und Weise mit Knüppeln totgeschlagen. Diese armen, wehrlosen Tiere sind manchmal so jung, dass sie in ihrem Leben noch nie feste Nahrung zu sich genommen haben, geschweige denn schon schwimmen können. Unglaublich, wie bestialisch der Mensch aus reiner Profitgier und Klamottengeilheit sein kann. Aber nicht nur was die Message betrifft, sondern auch vom Musikalischen her weiß dieser Song mehr als nur zu überzeugen.

„Pray“ ist deutlich thrashiger geraten, ohne aber mit den eigentlich immer gelungenen Vocallines ausgestattet zu sein, die einiges an Melodie in den Refrains beherbergen. Spaß macht der Song auf jeden Fall und das ist nicht nur wegen des passgenauen Drummings von Uwe Reese so. Die Band schafft es trotz der konsequenten Einhaltung der eingeschlagenen Richtung, nie langweilig zu wirken.

„All That Remains“ ist keine Hommage an die gleichnamige Band, sonder ein weiteres Highlight des Albums. Mit gehörigem Groove, variablen Vocals und einer tollen Melodie ausgestattet, hämmert sich die Band durch die Strophen. Sehr, sehr stark, was die Norddeutschen da zelebrieren.
„Circle Of Brutality“ räumt mit der sich immer schneller drehenden Gewaltspirale auf der Welt auf. Passend in musikalische Töne gekleidet, gefällt wieder einmal die Thrash Metal Attitüde, die hier heraus sticht. 

„Wasteland“ ist ein alt bekannter Song von der ersten Demo unter anderem Bandnamen. Kein Wunder, das man den Song neu aufgenommen hat, zählte er doch schon damals zu den besseren. So verzückt er auch im neuen Gewand und kann als weiteres Highlight gehandelt werden. Schön, wie hier die Gitarre fast schon zelebriert wird, der Backing-Chor am Ende, hier passt alles so genau wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

„Stormchasers“ gerät dann ebenso zu einer weiteren Hymne. Man ist fast geneigt, an True Metal zu denken, das Ganze aber ohne die genretypischen Textentgleisungen. Zwar geht es auch etwas heroischer zu, aber man findet kein „Hail and Kill“-Gesäusel. Vielleicht hätte man den Song zwar ein wenig kürzer halten können, denn der Refrain wird doch ein wenig zu häufig dargeboten.

„Violet The Violent“ verwirrt zwar anfangs durch die Keyboardunterstützung, aber das legt sich recht schnell und der gewohnte Härtegrad wird wieder erreicht. Hier lauscht man gelungenen Gitarrenlinien, unterstützt von Sebastian Bluhms starkem Bassspiel, welches im Gesamtsound aber gerne mal etwas dominanter hätte durchdringen dürfen, um dem Ganzen noch mehr Power zu geben. 

Den glanzvollen Abschluss bildet dann das fast neuneinhalb-minütige „Army Of Fallen Angels“. Auch trotz der langen Dauer sorgt man dafür, dass der Song nicht ins Langweilige abdriftet. Ein gelungener Rausschmeißer, der im Hintergrund nur zärtlich von den Keyboards unterstützt wird. Wie auf dem kompletten Album gilt auch hier, dass sich das Tasteninstrument sehr zurückhält. Schade, dass man das Stück lediglich ausblendet. Zuerst, um dem Eingangssound der Scheibe Platz zu machen und dann, um zum Ende zu kommen.

Fazit: Schön, wenn Bands sich trauen, auch mal wirkliche Botschaften unters Volk zu bringen. Man kann nur hoffen, dass auch in den Zeiten der Rezession und der Insolvenzen eine Band wie Wichita Falls langsam mal einen Plattendeal bekommt, um somit ein größeres Publikum zu erreichen. Musikalisch haben sie das Zeug dafür, auch wenn ihr Metal recht traditionell ausgerichtet ist. Well done, boys!


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