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Whyte Ash: I Will Remain

Für jeden traditionsbewussten Heavy-Metal-Fan, dem Qualität über Image geht
Wertung: 8.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 46:31
Release: 24.09.2010
Label: Transubstans Records

Seit Anfang 2008 besteht nun die Band Whyte Ash. Entstanden ist sie aus den Überresten von Burning Saviours, welche vor drei Jahren ein wirklich tolles Album mit dem Namen „Nymphs & Weavers“ abgeliefert hatten, und der Band Grand Frontiers. Das wird auf Grund des eher überschaubaren Erfolges dieser Band zwar nur den wenigsten etwas sagen, aber zumindest ist ein in den Siebzigern/Achtzigern verwurzelter Musikstil damit wohl vorgegeben.

„Hail Me As Your God“ beginnt mit kräftigem Groove und sorgt für gepflegtes Headbanging ohne Temporausch. Jawohl, da gibt’s Screams, leicht erhaben wirkendes Riffing und einfach nur starken traditionellen Heavy Metal. Tolle Gitarren von Henry Pyykkä und Andreas Eriksson, die klingen, als ob die schon im Sandkasten zusammen den Hardrocker hätten raushängen lassen.

„I Will Remain“ offenbart dann auch ein wenig mehr die doch noch leicht versteckten Black Sabbath-Roots der Band. Das klingt wirklich gut, verliert sich aber zu keinem Zeitpunkt in doomartige Gefilde. Fans von Grand Magus, Helstar oder auch älteren Metal Church sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Natürlich baut die Band zum Ende hin auch noch mal einen sehr gelungenen ruhigeren Part ein, der quasi als Kraftschöpfung für das mächtige Ende dient.

„I Burn“ ist dann so eine Hymne, die nicht so einfach wieder aus dem Kopf zu kriegen ist. Da grölt und bangt man zu jeder Tages- und Nachtzeit mit. Das Schöne ist, dass man hier nirgendwo das Gefühl von Überheblichkeit hat. Die Band zockt ihren Stiefel runter und begeistert einfach nur. Tolle Gitarren, eingängige Refrains und ein ausgeprägter Sinn für gute kräftige Heavy Metal-Melodien.

„Die Alone“ kann da nicht ganz mithalten. Ich weiß nicht einmal genau, warum, denn er hat alle Zutaten, die ein toller Track benötigt, aber dennoch will er auch nach diversen Durchgängen, anders als die meisten Tracks der CD, nicht wirklich zünden. Da hilft auch die gute Stimme von Mikael Monks nicht wirklich weiter. Eher im höheren Bereich angesiedelt, wird hier bodenständig artikuliert, ohne aber ab und zu in Extreme abzudriften.

Dann gibt es den zweiten deutlich doomigeren Teil vom Titeltrack: „I Will Remain Part II“. Ganz ehrlich, es fällt wirklich schwer zu sagen, welcher besser gelungen ist, also einigt man sich wohl auf Unentschieden. Schön, dass die Band ihre groovigen Grundrhythmen zu keiner Zeit aus den Augen verliert. Je mehr Durchgänge man von diesem Album hinter sich hat, umso unentbehrlicher wirkt das gesamte Kunstwerk. Es frisst sich wie Schwefelsäure in die Haut und hinterlässt seinen kräftigen Stempel im Gehirn des Metalfans.

„The Calling“ wirkt vordergründig ein wenig schneller, aber der fast schon ein wenig hypnotisierende Refrain geht wie ein Tattoo mit süßlichem Schmerz unter die Haut. Auch wenn hier das wohl einzige eher mittelprächtige Solo geboten wird, so reißt eben der Chorus wieder viel raus.

„War“ heißt dann das Motto des nächsten Tracks. Beeindruckend, wie „War“ dann mit einigen Tempowechseln daher kommt und so ein recht munteres Bild der Band zeichnet. Die mehr als gelungene Schlagzeugarbeit von Mathias Borg verschafft dem Track natürlich noch mehr Drive. Fast schon ein wenig progressiv wirkt das Ganze auf Grund der vielen Melodiewechsel. Und wenn dann zwischen der zweiten und der dritten Minute mal ein richtig melodiöser Part ausgepackt wird, weiß man, dass hier wirkliche Künstler am Werke sind.

„Shadow Of  Light“ führt den mit „War“ eingeschlagenen Weg fort, ohne aber wie eben dieser große Akzente setzen zu können. Da das Niveau aber trotzdem hochgehalten wird, muss man keine Gedanken an einen Lückenfüller haben.

Das Gleiche passt zu „Blackened Heart“. Hört man gerne, aber das Stück kann nicht mit zahlreichen anderen Tracks des Albums mithalten.

Da wird man dann noch einmal von einem über sieben Minuten langen Stück, welches passenderweise den Namen „The End“ trägt, überrascht. Sehr langsam und getragen wird der Track eröffnet, warum auch nicht, man hat ja Zeit. Unglaublich, wie die Band im Mittelteil wieder mal melodisch vorgeht. Das schaffen nur die wenigsten, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Das hier ist stimmig und einfach nur perfekt durchdacht. Der Schädel fliegt mit Respekt vor und zurück und die Stimmbänder werden nach draußen gebrüllt.

Fazit: Viel besser kann man stimmigen Old School Heavy Metal wohl nur schwer präsentieren. Da passen Sound, Fertigkeiten der Musiker, Songmaterial und das Feeling perfekt zusammen. Der große Erfolg wird sich wohl aber nicht einstellen, da viele junge Fans eher skeptisch an die Band heran treten werden. Schade, denn verdient hätte die Schwedentruppe mehr. Ganz klar: Mit jedem weiteren Durchlauf spielt sich die Band immer weiter ins Gedächtnis und sorgt so für lang anhaltende Freude.

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