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Whorizon: A New Whorizon

Grundsolide Demo-Scheibe
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Thrash Metal/Rock
Spielzeit: 31:52
Release: 03.07.2009
Label: Eigenproduktion

Während das Ruhrgebiet allgemein vor allem mit Industrie und Kohle in Verbindung gebracht wird, ist es aus musikalischer Sicht vor allem für Thrash Metal-Anhänger interessant, stammen doch mit Kreator und Sodom zwei der einflussreichsten deutschen Bands dieses Genres aus dem Pott. Ebenfalls in der Region und (annähernd) in derselben Sparte verwurzelt: Die junge, fünfköpfige Band Whorizon, die auf ihrem Demo "A New Whorizon" ihre Interpretation von melodischem Thrash Metal zum Besten gibt.

Der Titeltrack, der die Scheibe eröffnet, brettert direkt ordentlich drauf los und gefällt mit einfallsreichen Leadgitarren und einem druckvollen Riff. Der Sound ist für ein Demotape ebenfalls als gelungen zu bezeichnen und bringt den Druck des Songs gut rüber. Ein wenig getrübt wird der erste Eindruck lediglich vom nicht immer ganz astreinen Gesang und vom Gitarrensolo in der Songmitte, das man wohlwollend als experimentell bezeichnen könnte, das aber insgesamt zu willkürlich klingt, um wirklich zu gefallen. Von diesen Kritikpunkten abgesehen schon mal ein guter Einstieg in die Platte; der Gesang ist sowieso ein Faktor, mit dem die meisten Bands im Demostadium zu kämpfen haben.

Hinter dem hitverdächtigen Namen "The Seven Offsprings Of Divine Babylon" verbirgt sich ein ziemlich episch geratener Track, der interessanterweise besonders durch die Vokalarbeit gefällt: Hier wird wesentlich energischer gekeift als im Opener, was sowohl Sänger als auch Song besser zu Gesicht steht. Wirklich gelungen: der mehrstimmig grollende Refrain, der dem Ganzen die Düsterkrone aufsetzt sowie das anschließende, mehrläufige Gitarrensolo.

Nicht so richtig anfreunden kann ich mit dem Titel "Burn For Me", der zwar mit einigen vertrackten Strukturen aufwartet, dadurch aber leicht chaotisch und stellenweise mit gewollter Progressivität überladen wirkt. Auch die gesanglichen Schwächen sind hier wieder präsenter und das teils offensichtliche Schielen Richtung James Hetfield wirkt sich auch nicht unbedingt positiv aus.

In "Metal Journey Pt. 1" huldigen Whorizon dann ihrer Musik mit der üblichen Mischung aus pathetischem Text und Zurschaustellung der eigenen Fähigkeiten am Instrument. Unfreiwillig lustig gerät der Refrain, der stimmlich an Serj Tankian und melodisch an System Of A Down erinnert. Ein solider Track und wer schon immer mal hören wollte, wie es klingen könnte, wenn SoAD dem Metal Tribut zollen, kommt hier auf seine Kosten.

Der letzte Song namens "Descend" gibt mir Rätsel auf. Wobei: nicht der Song an sich. Der entpuppt sich als ordentliches, wenn auch etwas zu lang geratenes Stück Thrash. Fragen kommen vielmehr beim darauf folgenden Audiomitschnitt eines scheinbar recht gemütlichen Zusammenseins im Probenraum auf, welches inklusive Bier, weiblicher Gesellschaft und jeder Menge Blödelei in Szene gesetzt wurde. Ob es effektiv zur eigenen Glaubwürdigkeit beiträgt, Insiderwitze ("Wie war das noch? Man muss den Köter bei den Köten packen?"), Flaschenklirren, Gerülpse und platte Witze ("Nur weil einer die Praline liest, ist er noch lange kein Konditor") als Audiodatei unters Volk zu schmeißen, wage ich zu bezweifeln. Ob man das lustig oder überflüssig findet, ist aber wohl Geschmackssache.

Als Song auf der CD vertreten, in der Titelliste jedoch nicht erwähnt, ist ein deutschsprachiger, deutlich rockiger ausgerichteter Track am Ende der Scheibe. In Melodieführung und Wortwahl stark an Folkrock erinnernd, liefern Whorizon mit diesem Stück zum Schluss noch einmal durchaus solide Arbeit ab, die durch die weibliche Gaststimme noch an Abwechslung gewinnt.

Fazit: Auf dem richtigen Weg ist diese Band allemal und auch die Qualität der Aufnahme ist für ein Demotape schon ganz ordentlich und durchaus hörbar. Zwar fehlt es an vielen Ecken und Enden, beispielsweise beim Songwriting und bei der gesanglichen Leistung noch am nötigen Feinschliff; das technische Grundfundament für die Zukunft ist aber gelegt. Wie weit man als bierselige Thrashband mit Spaßfaktor letztendlich kommt, steht aber noch in den Sternen.

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