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Whitesnake: Made In Japan

keine Wertung
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 73:55/ 41:21
Release: 19.04.2013
Label: Frontiers Records

Über Livestoff für die heimische Anlage konnten sich Whitesnake-Fans in den letzten Jahren wahrlich nicht beschweren, wurden sie doch regelmäßig mit dieser Version der Best-Of-Versorgung angefüttert. „Made In Japan“ schafft es aber dabei nicht nur wie auf der hier vorliegenden Doppel-CD auf einen schnöden Livesilberling, sondern wird auch als DVD bzw. Blu-ray angeboten, wobei die Tracklist der eigentlichen Show auf allen digitalen Trägern gleich ist. Fans der Hard-Rock-Truppe müssen hier auch nicht befürchten, dass in Kürze vielleicht noch der eine oder andere Track auf einer Single oder via Download nachgeschoben wird, handelt sich bei dem Mitschnitt doch um die Co-Headliner-Show im japanischen Saitama anlässlich des Loud Park Festivals 2011. Festivals haben zum Leidwesen der Fans häufig den Nachteil, dass die Spielzeit beschränkt ist, was die Auswahl der Songs selbstverständlich nicht gerade einfacher macht, wobei es hier natürlich einfach nur Geschmacksache ist, ob man sich mit einer Setlist ab etwa Ende der Achtziger zufrieden geben will oder ob man lieber die Frühphase der Briten bevorzugt.

Value for money liefert die CD aber trotzdem, ist sie doch bis fast an die physikalische Grenze heran ausgenutzt und bietet somit annähernd 74 Minuten Livegenuss, der natürlich auch zwiespältige Reaktionen hervorrufen kann. Schließlich schreien Puristen immer wieder gerne auf, dass David Coverdale & Co. die Stücke zwar spielfreudig und gewaltig, sogar das balladeskere Material etwas rotziger heraushauen, doch gesanglich kann der gealterte Frontmann nur noch bedingt bestimmte Tonlagen offerieren, wobei es durchaus angenehm ist, dass er zahlreiche Songs hier auch anders präsentiert – eigentlich doch das Salz in der Livesuppe.

Und so schaffen es Liebesschnulzen wie „Is This Love“ oder „Forevermore“ – man merkt schon, wohin das Whitesnake-Loveboat schippert – durchaus, mehr Eindruck zu hinterlassen als befürchtet, zumal die japanischen Gäste ihre früher ihnen immer wieder angedichtete Zurückhaltung aufgeben – mittlerweile wissen wir ja, dass sich das asiatische Rockpublikum genauso frenetisch verhalten kann wie auch Fans sonst auf der Welt.

Natürlich wird es heutzutage wie schon immer kein reguläres Album ohne Nachbearbeitung zum Endverbraucher schaffen, und so macht „Made In Japan“ hier sicherlich keine Aussnahme, wobei der Versuch, druckvoll zu wirken und trotzdem die Liveatmosphäre einzufangen, durchaus gelungen ist – manchmal hört man Davids Stimme an, dass etwas getan wurde, doch so manches Mal haben sich auch ein paar authentische Unreinheiten eingeschlichen. Positiv ist zu vermerken, dass die Spielzeit nicht mit unnötigem Gequatsche vollgesülzt wurde, sodass einfach genug Platz für solistische Einlagen bis hin zu Griffbrettwichsereien vorhanden ist.

Ärgerlich allerdings ist, dass gleich zwei solistische Ausflüge in den Fokus rutschen: Zum einen wäre da der gut sechs Minuten lange, ansprechend dargebote „Six String Showdown“, der recht kurzweilig wirkt und einige gitarreske Gimmicks auspackt, zum anderen aber auch das mehr als sieben Minuten lange Schlagzeugsolo – mmmh, schade irgendwie, da hätte man auch zwei bis drei Songs mehr ins Repertoire einfügen können, was sicherlich mehr Spaß bzw. Sinn gemacht hätte.

Auf der zweiten CD geben sich Whitesnake dann weiterhin recht schmusig und bieten gewohnte Hard-Rock-Kost mit entsprechendem Kuschelfaktor. Interessanter sind dagegen eher die akustischen Stücke, die einen Einblick ins Proberaum- bzw. Studioleben geben sollen, und die locker-flockig spontan herüberkommen, das Schmusepotenzial aber nochmals unterstreichen. Man kann natürlich zu Best-Of-Live-Compilations stehen, wie man will, „Made In Japan“ bietet aber einen schönen Überblick über die aktuelle Whitesnakesche Leistungsfähigkeit, zumal mindestens beim Gesang die Songs immer wieder auch anders interpretiert werden. Fans werden sich freuen, aber unterm Strich bleibt trotz der Qualität die Frage, ob denn solch ein Album wirklich sein muss, wo man doch heutzutage angeblich keine Platten mehr verkaufen kann.

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