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Whitesnake: Live In The Shadow Of The Blues

Da rostet nichts
Wertung: 10/10
Genre: Blues Hard Rock
Spielzeit: 144:7
Release: 24.11.2006
Label: Steamhammer/SPV

Nach unendlich langen 9 Jahren, 6 Monaten und einem Tag erblicken endlich wieder neue Studiosongs der britischen Hardrocklegende das Licht der Welt. Okay, ich geb`s zu, wenn man David Coverdale`s Soloalbum „Into The Light“ dazu rechnet, dann sind es nur 5 Jahre, 11 Monate und 25 Tage. Aber auch dies ist eindeutig zu lang. In der Zwischenzeit wurde man mit Compilations und wirklich tollen Livezusammenstellungen erfreut. Aber nach dieser langen Zeit freute man sich schon fast auf jede Veröffentlichung, bei der der Sänger auch nur annähernd wie David Coverdale klang. Aber diese Zeit des Fastens und der Demut sind nun endlich vorbei.

Trotzdem bekommen wir hier nun erstmal einen Livemitschnitt dargeboten, welcher es in sich hat. Stürmisch geht`s los mit dem „1987“ Klassiker „Bad Boys“. Und direkt fällt auf, dass diesmal der Sound deutlich mehr Power besitzt als auf der CD/DVD Kombi „Live In The Still Of The Night“. Dies mag hauptsächlich daran liegen, dass die Drums (besonders die Bassdrums) deutlich stärker zur Geltung kommen. „Slide It In“ wurde von David Coverdale ein wenig umarrangiert, so dass es noch mehr Charme besitzt. Absolut beeindruckend, was dieser 55-jährige Ausnahmesänger immer noch im Stande zu leisten ist.

Man merkt der Band zu jeder Zeit an, dass sie nur so vor Spielfreude strotzt. Dass David in Doug Aldrich wiedermal einen genialen Gitarristen und guten Freund gefunden hat, dürfte eigentlich jedem bekannt sein. „Slow & Easy“ besticht durch die messerscharfen Gitarren und der beeindruckenden Rhythmusarbeit von Schlagzeuglegende Tommy Aldrige. Was will oder soll man bei diesem Qualitätsstandard noch bemängeln? Also, wenn man mit der Lupe das Haar in der Suppe suchen will, dann könnte man eventuell kritisieren, dass die Backingvocals etwas zu seicht sind. Weiter geht`s mit „Love Ain`t No Stranger“ vom „Slide It In“ Album.

Der „Judgement Day“ wird dann als 5. Song zelebriert, bevor die ruhigen Minuten mit der Überballade „Is This Love“ eingeleitet werden, welcher diesmal ohne grossen Mitsingteil des Publikums auskommen muss. Dann wird Doug Aldrich von der Leine gelassen und er zeigt dem Hörer eindrucksvoll, warum er in der Band ist. Das Solo „Blues For Mylene `06“ geht nahtlos in den bereits Live nicht mehr wegzudenkenden „Snake Dance `06“ über.

Dann wird’s richtig schön nostalgisch. Whitesnake geben Ihre Heavybluesrockgranate „Crying In The Rain“ vom „Saints & Sinners” Album zum Besten. Gänsehaut garantiert! Danach kommt eine Coverversion, die eigentlich schon zum Eigentum von Whitesnake geworden ist. „Ain`t No Love In The Heart Of The City“ ist eigentlich bei keinem Whitesnake Konzert mehr wegzudenken. Hier dürfen wie gewohnt dann auch die tausenden anwesenden Fans ihr Gesangstalent offenbaren. Da ich endlich mal wieder etwas Klitzekleines zum Kritisieren gefunden habe, sei vermerkt, dass man ein bisschen weniger Hall im Song hätte integrieren sollen, so wie es früher auch war.

Danach läßt es „Fool For Your Loving“ wieder richtig krachen. Hardrock par Excellence. Der Song, der wohl fast überall als erstes genannt, wird wenn man Whitesnake ins Gespräch bringt ist, dann der vorletzte der 1. CD: „Here I Go Again“. Ich persöhnlich finde zwar die Urversion von 1982 besser als die leicht veränderte 1987er, aber das tut meinen Glücksgefühlen keinen Abbruch. Der Megakracher „Still Of The Night“ beschließt dann die erste CD nach insgesamt 73:00 Minuten! David brilliert wie gewohnt und wird von seinen beiden Gitarristen Reb Beach und Doug Aldrich bestens und nach allen Regeln der Kunst unterstützt. Großes Ohrenkino!

Die 2. CD beginnt mit dem Deep Purple-Medley, das aus den beiden Songs „Burn“ & „Stormbringer“ besteht. Dass diese Songs inzwischen im Liveprogramm von Whitesnake auftauchen, haben wir den Überredungskünsten von Doug Aldrich zu verdanken, auch dafür ein riesiges Danke an Doug! „Give Me All Your Love Tonight“ darf natürlich auf dieser CD genauso wenig fehlen wie das anschließende „Walking In The Shadow Of The Blues“. Bei letztgenanntem Song darf dann auch Timothy Drury mit seinen Keyboards deutlich in den Vordergrund rücken.

Mit „The Deeper the Love“ wird dann auch der zweite Song des „Slip Of The Tongue“ Werkes von 1990 angestimmt. Hier merkt man auch deutlich, dass das Gitarrenduo Reb Beach / Doug Aldrich deutlich besser zu Whitesnake passen als damals Steve Vai. Es klingt alles einfach harmonischer. „Ready & Willing“ wird mit dem Intro von „Hit & Run“ begonnen.

Ich denke, jeder, der schon Anfang der 80er Jahre in der Hard & Heavy Szene verwurzelt war, wird wissen, welche Magie diese Songs versprühen. „Don`t Break My Heart Again“ stampft danach durch den Raum und walzt alles nieder, was sich in den Weg stellt. Zum Abschluss des Liveparts wird dann ein Song präsentiert, dem ich früher nicht genug Wertschätzung entgegengebracht habe. Aber seit dieser Song damals noch mit Ausnahmebassist Marco Mendoza wieder aus der Kiste gezogen wurde, bin ich Feuer und Flamme für diesen schnellen Rock`n`Roller. Hier kommt natürlich Uriah Duffy vom aktuellen Line Up zum Zuge.

Aber kommen wir nun endlich zum neuen Material: „Ready To Rock“ ist ein typischer Rocker, welcher aufgrund von David`s Gesang auch durchaus auf dem Coverdale/Page Album hätte stehen können. David klingt so frisch wie schon vor über einem Jahrzehnt! Doug und Reb passen wie die Faust auf`s Auge. „If You Want Me“ ist ein radiotauglicher Hardrocksong, der den speziellen Charme von Whitesnake versprüht.

„All I Want Is You“ umfasst eigentlich alles, was bisherige Balladen von Whitesnake ausgemacht hat. Ein Song, der wie „Ready To Rock“ hoffentlich den Weg in das Liveset finden wird. Schön auch, dass David hier auch mal wieder etwas mehr auf die hohen Stimmlagen verzichtet. „Dog“ wird eigentlich jedem Hardrockfan gehörig in den Allerwertesten treten und die Fans mehr als nur begeistern. Ein toller Song, der live nicht mehr fehlen darf!

In der Limited Edition gibt es noch den Bonustrack „ Crying In The Rain“ mit dem obligatorischen Drumsolo. Ein Hammer, besonders wenn man bedenkt, dass Tommy einen Teil ohne Drumsticks spielt. Dagegenhalten kann man eigentlich nur, dass er diese Solo schon sehr viele Jahre spielt. Aber warum soll man etwas Tolles ändern?

Fazit: WHITESNAKE ARE BACK ! Ich persönlich ziehe diese Liveaufnahmen denen der „Live In The Still Of The Night“ vor, da sie deutlich druckvoller sind und wenn ich mir auch Davids Stimme anhöre, irgendwie authentischer klingen. David Coverdale und seine Mannen zeigen hier den ganzen Bands, wie hoch der Lorbeerkranz wirklich hängt. Die neuen Studiotracks lasse die Herzen wieder deutlich höher schlagen. Dieses Album mit den 4 Studio Tracks ist ein genialer Vorgeschmack auf das vollständige Album, das wohl Mitte 2007 erscheinen sein soll.

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