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Whitesnake: Forevermore

Auch 2011 setzen sie auf ihre bewährte Mischung aus treibenden Rocksongs und schmachtvollen Balladen
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 63:39
Release: 25.03.2011
Label: Frontiers Records

Auf mehr als 30 Jahre Whitesnake können die Fans nun blicken, und auch 2011 ist kein Ende des Erfolges in Sicht. Dabei starteten die Schlangen erst spät in den Achtzigern mit ihrer „1987“-Scheibe durch – und das auch zu Recht, denn zeitlose Rocksongs trafen auf Erste-Sahne-Balladen, und damals durfte sogar die Hard’n’Heavy-Fraktion zugeben, ein Scheibchen dieser Briten im Regal platziert zu haben.

Zig Jahre später und drei Jahre nach dem Comeback-Album „Good To Be Bad“ stehen Whitesnake nun mit „Forevermore“ in den Startlöchern, offensichtlich vom Albumtitel eine deutliche Kampfansage an alle Dauernörgler über diese „Rockopas“. Denn in Zeiten, wo sich jeder zweite Promi über 45 einem Liftungsprozess unterzieht, zeigen Whitesnake deutlichst den Stinkefinger und baden trotz allem im Whirlpool des Kommerz. Auf Nummer sicher sind sie gegangen, nur keine großen Ausrutscher nach oben, und schon gar keine nach unten – so dürfte auch das Motto gewesen sein, als Gitarrist Doug Aldritch zusammen mit Michael McIntyre an den Stellreglern des Mischpultes fummelte. Offensichtlich ist es beim Whitesnake-Sound auch egal, wer da denn in der Backing-Mannschaft so herumsteht, und in den langen Karrierejahren gaben sich ja schon diverse bekannte Musikanten die Klinke in die Hand. Erst 2010 gab es da den letzten Wechsel, und die Fans mussten wieder einmal mit Michael Devin am Bass und Brian Tichy am Schlagzeug neue Gesichter verkraften und auswendig lernen.

Viel dürften die Beiden nicht am Sound beteiligt gewesen sein, den viel zu sehr hört sich die Handschrift nach David Coverdale und Doug Aldritch an, die ein typisches Whitesnake-Potpourri zusammenstellten. Schon der schnittige Opener „Steal Your Heart Away“ semmelt mit fetter Southern Rock-Schlagseite inklusive Mundharmonika-Einsatz daher und treibt trotz offensichtlicher Lynyrd Skynyrd-Anleihen die ersten Freudentränen ins Gesicht. Und auch der zweite Song der CD lässt doch glatt vergessen, dass mit David eher der Senior der Rocksänger das Mikrofon schwingt, denn weiterhin besitzt seine Stimme die Wärme und Rotzigkeit, um aus diesem mit sattem Blues aufgepeppten Song ein weiteres Sahnestück in die Discographie einzubauen.

Doch Obacht, nicht alles ist da so rockig, wie es vielleicht den Anschein haben mag, denn Whitesnake grabbeln auch 2011 tief in der Balladen-Schatzkiste mit hohem Schmachtfaktor. „One Of These Days“ ist genau solch eine Ballade mit Herzklabaster-Gesang und Akustikgitarre – David legt einmal mehr soviel Gefühl in seine Vocals, wie es wohl nur wenige Rocksänger schaffen, ohne als Schnulze abgestempelt zu werden. Und auch „Fare Thee Well“ gehört genau zu diesem Balladenkonstrukt, der schneller die Frauen dahin schmelzen lassen wird als Softeis in der Sahara. Schon fast kann man den Eindruck gewinnen, dass nicht nur beim Songwriting zu diesem Track, sondern auch beim Gesang der gute Alice Cooper seine Finger im Spiel hatte.

2011 experimentieren Whitesnake nicht herum, sondern bauen auf ihre Stärken wie schmachtvolle Balladen, bluesig-rockige Songs und vor allem mit David Coverdale auf einen Sänger, dem man nicht ein einziges Mal anhört, dass auch an ihm der Zahn der Zeit nagt. Traditionelle Riffaufbereitung mit klassischem Songaufbau – genau das haben die Fans von Whitesnake erwartet, und genau das bekommen sie auch. Etwas mehr als eine Stunde Musikgenuss hat sich somit auf „Forevermore“ verewigt, und folglich kann sich die Fangemeinschaft schon auf die anstehende Welt-Tournee freuen, denn nur da wird sich zeigen, wie sehr möglicherweise im Studio getrickst wurde und was die Herren auch bei einem abendfüllenden Programm zu bieten haben. Zumindest muss ihnen mit dem geglückten Album „Forevermore“ vor der Livepräsenz nicht Angst und Bange werden.

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