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White Empress: Rise Of The Empress

Ziemlich enttäuschend
Wertung: 4/10
Genre: Symphonic Black/Gothic Metal
Spielzeit: 43:05
Release: 03.10.2014
Label: Peaceville (Edel)

Wie mittlerweile jeder Fan düsterer Musik wissen dürfte, ist Paul Allender inzwischen endgültig bei Cradle Of Filth raus, einerseits mit der Begründung, er wolle sich auf sein neues Projekt White Empress konzentrieren, andererseits sei er ohnehin nicht mehr glücklich mit der musikalischen Ausrichtung: er wolle wieder richtig schnell und heavy spielen und Cradle würden sowieso den Bach runtergehen. Hört sich nicht unbedingt nach einem Abschied in aller Freundschaft an, eine etwaige Schlammschlacht blieb glücklicherweise dennoch außen vor. Daher wollen wir uns ohne großes Brimborium auch gleich dem vorliegenden Tonträger widmen – sozusagen dem Fleisch gewordenen Grund für Allenders Ausstieg bei Englands Gruseltruppe Nummer eins.

Bereits vor ein paar Monaten war es möglich, sich die selbstbetitelte Vorab-EP gratis herunterzuladen und um es freundlich auszudrücken: Dieser zwanzigminütige Vorgeschmack auf die Full-Length riss wahrlich nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Songschreiberisch plätscherte die Scheibe recht höhepunktarm vor sich hin und besonders der fürchterlich dünne und gleichzeitig klinische Sound verdarb einem den Appetit schon ganz ordentlich. Gitarren ohne Druck, ewig gleich klackerndes Schlagzeug – mit der Quasi-Ankündigung, alte Cradle wiederzubeleben, ist es auf diese Weise ganz sicher nicht weit her.

Und wie es zu befürchten war: Auf nun voller Distanz kann die Chose ebenfalls überhaupt nicht überzeugen. Musikalisch fährt man erwartungsgemäß in etwa die Cradle-Schiene, wobei es weitaus weniger bombastisch als bei Dani und Co. zur Sache geht, die Stücke sind entschlackter, dafür hier und da um ein paar Elektronik-Spielereien erweitert und der Gesang wird komplett von Luna Mortis-Chanteuse Mary Zimmer vorgetragen – sowohl die extremen als auch die cleanen Vocals. Letzteres mag im Prinzip sicherlich beeindruckend sein und tatsächlich agiert man Arrangement-technisch hier mit einer gewissen Unvorhersehbarkeit im Gegensatz zu manch anderer Band mit derartigen Wechselspielchen, dies ändert aber nichts daran, dass vor allem der Klargesang (besonders in den Höhen) oft gepresst und bemüht und insgesamt ohne große Emotionen und uninspiriert klingt.

Diesen Schönheitsfehler könnte man zwar noch verschmerzen (und spannend dürfte bei aller Kritik die Frage sein, wie das Ganze live gesanglich umgesetzt wird), blöderweise allerdings ist die Platte songschreiberisch leider fast komplett nichtssagend und in der Zusammensetzung der einzelnen Sequenzen größtenteils völlig verquer. Kaum wirkliche Hooklines, hier und da Parallelen zu Cradle Of Filth, ohne jedoch an dieses Niveau heranzukommen. Was an sich seltsam ist, denn Paul Allender hatte bei CoF ja einen erheblichen Beitrag zum Songwriting beigetragen. Zu diesem Eindruck trägt sicherlich aber auch der bereits erwähnte furchtbare Sound bei. Ganz ehrlich: Diese seelenlosen Plastikdrums und die völlig ohne Schmackes tönenden Gitarren gehen mal gar nicht und zerstören jegliche Atmosphäre, die auf einem Album mit dieser musikalischen Ausrichtung nun einmal mit das Wichtigste darstellt.

Als einigermaßen gelungen darf man wohl in erster Linie das an vorletzter Stelle stehende „Obsession With The Empress“ bezeichnen (guter Chorus), ansonsten sind es immer mal sporadisch einige Passagen, wo man zwischendurch in ein leichtes Kopfnicken verfällt. Auch die Idee, im letzten Track „Ours To Burn“ zwischendurch einen Techno-Beat einzubauen, ist ganz cool. Viel mehr ist es dann aber ärgerlicherweise auch nicht. Schade eigentlich, denn natürlich hatte man bei einem erfahrenen und talentierten Musiker wie Paul Allender plus die großspurigen Ankündigungen mehr erwartet. Und das mystische Image um die „weiße Kaiserin“ mitsamt Konzept (wie zumindest die Songtitel, die naheliegen, dass es mehr oder weniger die ganze Zeit um die titelgebende Dame geht, andeuten) ist prinzipiell ebenfalls ein cleverer und guter Einfall gewesen. Mit der grauenhaften Produktion kann ein Mann wie Paul Allender aber doch nie zufrieden sein und dafür, dass man nach eigenen Angaben zwei Jahre lang an dem Album gearbeitet hat, ist erschreckend wenig dabei herausgekommen. Letztlich ziemlich enttäuschend und nie in der Lage, gegen Cradle anzustinken!

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