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While She Sleeps: This Is The Six

Knackiger Sound, der Spaß macht
Wertung: 7.5/10
Genre: Hardcore, Metal
Spielzeit: 45:15
Release: 13.08.2012
Label: Sony Music International

Promozettel und Infos im Internet versprechen immer wahnsinnig viel: brandneuer Sound, nie Dagewesenes und die Welt soll direkt auch noch verändert werden. Utopien noch und nöcher. Bei While She Sleeps ist das ähnlich, nur mit einem Unterschied: Die Band will mit ihrem Debütalbum „This Is The Six“ erreichen, dass man sie nicht in eine Schublade stecken kann. Das funktioniert tatsächlich: In den ersten Sekunden der Platte schießt einem der Gedanke nach einer weiteren Hardcore- oder Metalcore-Scheibe durch den Kopf und die passenden Elemente sind auch tatsächlich vorhanden. Die Briten mischen aber wie viele amerikanische Kollegen Hardcore und Metal so, dass nicht etwa Metalcore dabei herauskommt, sondern dass die beiden Stile friedlich nebeneinander koexistieren können: die Bissigkeit des Hardcore, die derben oder auch mal melodischen Gitarren des Metal. Ein Traumpaar, wenn man es richtig macht.

Der Fünfer aus dem englischen Sheffield hat bereits vor gut zwei Jahren ein erstes Lebenszeichen mit der EP „The North Stands For Nothing“ vorgelegt, das mir zwar nicht bekannt ist, aber in der Heimat und auch darüber hinaus fast ausnahmslos gute Kritiken einfahren konnte. Und irgendwie war einem der Bandname dann doch im Gedächtnis geblieben, hatte sich vielleicht in der hintersten Ecke des Hirns festgefressen und ploppte wie ein Springteufel aus seiner Box wieder in den Vordergrund, als man vom Release der ersten Full-Length-Scheibe hörte. Das Artwork wie auch die Optik ihrer Bandshirts hat die Band selbst entworfen – dahinter verbirgt sich der im Hardcore viel gelobte Do-It-Yourself-Gedanke, der es den WSS-Fans ermöglicht, von der Band handverpacktes Merchandise in Empfang zu nehmen. Das machen die Jungs nämlich auch alles selbst – mal sehen wie lange die Briten mit den Bestellungen noch hinterher kommen, die Nachfrage dürfte sich nach dem Release von „This Is The Six“ nämlich ordentlich steigern.

Wie erwartet bietet die Scheibe nichts wesentlich Neues – was man aber nicht erwartet hätte, ist die Energie, die vor allem Sänger Lawrence an den Tag legt. Unterstützt von Gitarrist Mat am Backgroundmikro, zerlegt der Fronter die komplette Platte über die Gehörgänge des gemeinen Fans. Auf lange Sicht wird das Werk zwar etwas monoton, das ändert aber nichts an den Qualitäten der Bandmitglieder. Man nehme beispielsweise „False Freedom“, das mit flirrenden Gitarren und einem punktgenauen Schlagzeug beginnt, bevor sich die derben Schreie des Fronters dazugesellen. Ein bisschen in Richtung Anti-Flag könnte man den Refrain dann einordnen, sehr dynamisch und ohrwurmig geht das Ganze vonstatten und markiert hier direkt den ersten Anspieltipp.

„Our Courage, Our Cancer“ wähnt den Hörer erst mit zarten Klaviertönen in Sicherheit, wandelt sich aber natürlich recht schnell zur Furie, obwohl das Geplänkel im Hintergrund erhalten bleibt. Rasant und mit ordentlich Wut im Bauch prügelt sich der Song nach vorne – so macht das Spaß, davon kann die Platte gerne mehr in petto haben. „Be(lie)ve“ baut eher auf Gangshouts und fiepende Gitarren, was zwar im ersten Moment komisch klingt, aber gut zusammenpasst und spätestens im Refrain erwischt man sich ohnehin wieder dabei, wie man auf seinem Stuhl vor sich hinmosht.

Live dürften die Jungs abgehen wie Sau, auf CD wird der eigentlich recht knackige Sound nach einer Weile doch ein klitzekleines bisschen monoton. Besonders geil sind aber die Schreie und Gitarren, daran kann man schlichtweg nicht meckern. Ein bisschen experimenteller dürften WSS auf dem nächsten Output aber zu Werke gehen.

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