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When Trees Leave Wolves: ReSISToR

Fetter Southern-Doom-Punch aus Deutschland
Wertung: 9/10
Genre: Southern-Doom-Heavy-Rock
Spielzeit: 20:53
Release: 15.06.2013
Label: Eigenproduktion

Gerade läuft die neue When Trees Leave Wolves zum gefühlten hundertsten Male im Player und am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten übrig. Warum, verdammte Hacke, ist das selbstbetitelte EP-Debüt der Aachener Doom/Southern Rock/Country-Band nicht schon eher hier gelandet? Wie prall müssen eigentlich die Eier der Jungs sein, mit solch einem Breitwandsound auf der zweiten EP aufzuwarten? Und: Wird das für 2014 angekündigte Full-Length-Scheibchen das halten, was hier schon mit den vier Appetithappen versprochen wird?

Seltsam, Aachen war nicht gerade dafür bekannt, dass sich dort eine Louisiana-ähnliche Sumpflandschaft befindet, noch nicht einmal Torf wird dort gestochen, doch When Trees Leave Wolves – nein, auf dem ganz sicher im tiefen Doperausch entstandenen Namen gehen wir hier nicht weiter ein – müssen heftig vom Sumpffieber gepackt worden sein. Etwas mehr als 20 Minuten haben sie nun auf „ReSISToR“ zusammengetragen, keine mühselige Morastkacke, sondern lieber mit breiten Schultern und einer fetten Prise Kautabak der US-Szene entgegentretend.

Allein schon die sirrenden Gitarren zu Beginn von „Driving“ ziehen in den Bann. Richtig fett grooven WTLW im Midtempo von dannen. Fronter Lionwolf singt klar mit einer durchaus gewöhnungsbedürftigen Stimmfärbung. Nur ganz selten rotzt er deutlich derber, beherrscht aber auch das aus dem Effeff – summa summarum ein richtig geiler Headbanger. „The Wolf Army Anthem“ dagegen startet etwas verhaltener. Gerade die Schlagzeugarbeit gestaltet sich ein wenig variabler, aber schon bald packen WTLW wieder ihre wohl schärfste Waffe aus: die megafette Groovekeule. Dazu passt dann auch das alles killende Gitarrensolo, welches dem Track im ruhiger gestalteten Mittelpart zart dominant ein herrliches Highlight verpasst.

Ja, da ist Schwärmerei herauszuhören, keine Frage, aber auch zu Recht, denn auch mit dem dritten Track „P4Paranoia“ können die Aachener vollauf überzeugen. Der Südstaateneinfluss macht sich in den Gitarren noch ein wenig deutlicher bemerkbar, der Doublebass setzt ein paar fiese Arschtrittmomente, und über allem thront einmal mehr satt der hochprozentige Grooveanteil. Den Vogel im positiven Sinne aber schießen dann When Trees Leave Wolves mit dem Rausschmeißer „Wind And The Thoughts“ ab. Der betörende Duft eines knisternden Lagerfeuers betört die Sinne, sachte klimpert die Akustikklampfe und begleitet Lionwolfs sehnsuchtsvollen Gesang, das Banjo liefert ein paar originelle Soundtupfer dazu, wodurch sich der Track sogar in die Ohren eines Balladenhassers einnisten kann. Ganz großes Breitwandkino.

When Trees Leave Wolves haben mit der Fluffigkeit Aachener Printen genauso viel am Hut wie Domestos als Zahnbleiche durchgeht – nämlich gar nichts. Wie eine Denguefieber übertragender Moskito infizieren die Nordrhein-Westfalen mit „ReSISToR“, bei längerer Playerabstinenz entsteht eine Mischung aus fiebriger Grippe um einen Entzug potenziert. „ReSISToR“ hinterlässt keine bleibenden Schäden, gehört in jeden hart rockenden Haushalt, passt genauso gut neben die Down-Sammlung und macht sich auch gut im Sludge/Southern-Rock-Regal - ein weiterer Beweis dafür, wie heftig die heimische Szene überrascht und pulsiert.

Blut geleckt? Hoffentlich, denn das Dingen ist locker die fünf Ocken (+ Porto und Verpackung) wert. Zugreifen und den heimischen Bands so unter die Arme greifen. Glückliche BestellerInnen wenden sich an whentreesleavewolves@gmail.com

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