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When Reasons Collapse: Dark Passengers

Wenige Lichtblicke werden von viel Durchschnitt überlagert
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore, Deathcore
Spielzeit: 39:36
Release: 12.01.2015
Label: Eigenproduktion

When Reasons Collapse haben gleich mehrere Attribute zu verzeichnen, die definitiv nicht schaden können, wenn man einen Fuß in die große, weite Metalwelt setzen möchte: Die Combo kommt aus Frankreich, einem Land, das bisher nur unzureichend in den Verlauf der Metalcore- und Deathcore-Szene eingegriffen hat – geradezu Exotenstatus haben die Herren und die Dame also. Was uns zu Punkt zwei bringt, denn mit Cristina haben When Reasons Collapse außerdem eine fähige Frontfrau am Start, die sich à la Angela Gossow die Stimmbänder wund schreit. Und, nicht zu vergessen, das Debütalbum „Dark Passengers“ weist ein wirklich cooles Cover auf, das es zu einem hübschen Hingucker im heimischen CD-Schrank macht.

Bereits zwei EPs haben die Pariser in Eigenregie herausgebracht, hierzulande dürfte der Fünfer trotz der recht kurzen geographischen Distanz allerdings noch nicht allzu weit vorgestoßen sein. Zeit also, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, immerhin existieren When Reasons Collapse bereits seit gut sieben Jahren.

Wie es sich für eine aufstrebende junge Band gehört, werden im Intro erstmal die instrumentalen Fähigkeiten gezeigt: „All Roads Lead To Chaos“ vereint in 45 Sekunden zumindest schon mal sehr eindeutig das Können der Gitarren- und Drumsfraktion. Auch der Band-Song „When Reasons Collapse“ strotz nur so vor technischen Spielereien, eingeleitet wird das gute Stück mit unheilvoll flirrenden Gitarren und einem stampfenden Schlagzeug, überhaupt haben sich die Franzosen einen sehr düsteren Sound zu Eigen gemacht. Gerade in solchen Stücken oder auch dem über sieben Minuten langen „Anesidora“ zeigen sich die Stärken der Truppe. Hier nimmt man sich erstmal ausgiebig Zeit für eine sehr gute, vom Gegenspiel der beiden Gitarristen Thierry und Julien beherrschte Instrumentalpassage, bevor sich Drummer Guillaume gemächlich dazu gesellt und die Frontfrau in bester Todesmanier loslegt.

So stark solche Songs auch sein mögen, insgesamt gibt es auf „Dark Passengers“ etwas zu viel Leerlauf. Stücke wie „Come To Me“ sind zwar technisch wirklich gut, bieten aber nichts wirklich Neues und Spritziges und erzielen so leider auch wenige Punkte bezüglich des Wiedererkennungswertes. Highlights wie der Beginn von „Breaking The Silence“ stechen zwar positiv heraus, der restliche Song verliert sich aber so ziemlich im Deathcore-Einheitsbrei, obwohl Cristinas starke Stimme mitunter aufhorchen lässt. Schon das Gitarrensolo wirkt dann aber eher wieder gezwungen, es mag einfach nicht so recht in den Song passen.

Ähnlich sieht es bei Tracks wie „Doomsday“ aus, die im ersten und auch in vielen weiteren Durchläufen einfach so durchs Raster fallen und kaum auffallen. „Bitterness And Grief“ kommt dann wieder mit einem durchaus interessanten, etwas schrägen Gitarrenintro daher, direkt im Anschluss verklingt die exzentrische Spielweise aber wieder im schnöden Deathcore-Gefrickel, das zwar live sicherlich ordentlich Druck macht, auf Platte aber kaum noch vom Hocker reißen kann. Erst gegen Ende baut der Song noch mal ein bisschen Spannung auf.

Schade, denn When Reasons Collapse scheinen ein begabter Haufen zu sein, schaffen es nur leider nicht, über die volle Albumdistanz von gerade mal 40 Minuten zu überzeugen. Schlecht ist die Deathcore-Stampferei des Quintetts beim besten Willen nicht, nur an Ideen mangelt es der Combo noch.

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