Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

When Plagues Collide: Tutor Of The Dying

Trotz origineller Genrebezeichnung gab's das schon mal besser
Wertung: 5,5/10
Genre: Symphonic Deathcore
Spielzeit: 44:40
Release: 01.11.2018
Label: Eigenproduktion

Es gibt Promos, die schaffen es trotz übersichtlich geführter To-Do-Liste irgendwie, einem durch die Finger zu flutschen. „Tutor Of The Dying“, die Debüt-Full-Length der Belgier When Plagues Collide, ist so eine Scheibe, die bereits im November letzten Jahres herauskam und seitdem irgendwo auf der Festplatte vergammeln durfte. Beim ersten Durchhören ist man sich dann erst mal eh nicht ganz so sicher, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, den Ordner gleich zu löschen – aber dazu gleich mehr.

2017 hat das illustre Trüppchen um Frontbrecheisen Wouter ihre EP „Shrine Of Hatred“ veröffentlicht und sich damit augenscheinlich einen festen Platz in der zumindest lokalen Metalgemeinde erspielt. Und das mit – und jetzt Achtung: Symphonic Deathcore. Eure Zehnägel rollen sich reflexartig hoch? Willkommen im Club. Symphonic, das bedeutet: Keyboards. Keyboards und Deathcore bedeutet grundsätzlich nichts Gutes. Da ist es doch regelrechte Verschwendung, dass hier mit Wouter Dergez ein verdammt guter und heftiger Sänger an der Front kämpft. Nur: Gegen klimpernde Samples kommt eben kein normaler Mensch an.

Aber langsam, wir wollen nicht gleich die Minimal-Punkte-Keule auspacken, denn: Im Verlauf der knappen Dreiviertelstunde machen die Belgier auch einiges richtig. Der erste Eindruck mit dem gewaltigen Cover und natürlich der obligatorisch krakeligen Schrift ist schon mal ganz passabel, wird dann aber tatsächlich durch den Opener „Messengers Of The Holy Falsehood“ niedergebügelt. Wir hören zwar zuerst durchaus hörenswerte Zombiemampfgeräusche, dann folgen: Gesänge. Chorale Gesänge. Symphonic-Gesänge. Es folgt: das Keyboard. Recherche ergibt: Belgian Symphonic Deathcore. Schöne Scheiße, da wäre man auch selbst drauf gekommen. Also weiter zum nächsten Track, „Fertilization With The Body Of Men“. Eins muss man der Truppe aber lassen, Songtitel können sie. Und hier herrscht auch deutlich mehr Core vor, fast könnte man schon von Grind-Einflüssen reden, zumindest pendelt Wouter tapfer und recht erfolgreich zwischen Kreifen, Growls und unmenschlichem Gurgeln. Die Hoffnung keimt wie ein Pflanzensprössling.

Tatsächlich schaffen die Belgier sogar Situationen, in denen das Keyboard ganz gut ins Gesamtbild passt: Als Ausklang zum Titeltrack beispielsweise gibt es dem Ganzen eine gewisse Dramatik, zumal als Übergang zum heftig rotierenden, bitterbösen „Fleshmould“, das sogar mit ein bisschen Bree-Bree-Geschrei daherkommt, was zwar technisch super ist, aber irgendwie nur halbherzig wirkt. Richtig schön dramatisch startet dann „Belials Archetype“ mit einsamer Gitarre, bevor Wouter seinen ganzen Zorn über flirrenden Gitarrenriffs entlädt.

When Plagues Collide haben sich zwar einen ziemlich geilen Namen ausgesucht, bieten aber erstaunlicherweise trotz des ungewöhnlichen Genres nur wenig Neues. Vielerlei Deathcorebands schaffen ähnliche Songs, die durch deutlich mehr Dichte und Druck überzeugen können – was nicht nur mit der etwas untransparenten Produktion auf „Tutor Of The Dying“ zusammenhängt, sondern einfach auch mit der Songwritingqualität. Auf einem Festival könnte man die Band als Lückenfüller durchaus mal mitnehmen, extra eine Karte für eine Show der Belgier kaufen würde ich aber eher nicht. Und auch „Tutor Of The Dying“, auch wenn es letztlich nicht im Zwei-Punkte-Matsch herumrutschen muss wie beim Opener befürchtet, wird vermutlich nicht mehr allzu oft im heimischen Soundsystem rotieren.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend