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Wheel: Wheel

Grauenhafter Gesang, schiefe Soli und biederes Songwriting
Wertung: 3.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 53:42
Release: 26.02.2010
Label: Eyes Like Snow

Mit freudiger Erwartung bin ich an diese Erstveröffentlichung der westfälischen  Doom-Band Wheel gegangen, kann ich mich doch noch gut an The Lamp Of Thoth erinnern, die ebenfalls bei Eyes Like Snow unter Vertrag stehen und mir recht gut gefallen haben. Auch das sehr hübsche, im Jugendstil gehaltene Cover macht einiges her und weckt Neugier. Hat man die CD dann eingelegt, wird schon bei den ersten Tönen klar, dass das Quartett musikalisch in eine ähnliche Kerbe schlägt wie die Engländer: Man bezieht sich auf die alten Recken des Doom, sprich Cathedral, Reverend Bizarre, Saint Vitus oder Candlemass.

Was allerdings auch recht schnell deutlich wird – und darüber kann auch ein schön anzusehendes Artwork nicht hinwegtäuschen –, sind die musikalischen Unzulänglichkeiten. Das Ganze klingt irgendwie limitiert, naiv und wie nicht ganz zu Ende gedacht, wozu auch die ziemlich dröge Produktion ihren Teil beiträgt: Die Gitarren drücken kein Stück und das Schlagzeug hört sich irgendwie verkrampft an. Zugegeben, bei The Lamp Of Thoth mag die Produktion auch nicht unbedingt die Wucht in Tüten gewesen sein, doch gutes Songwriting mit schönen Melodien und guten Einfällen konnte diesen kleinen Makel ausgleichen, während hier irgendwie fast alles austauschbar klingt und vor sich hin plätschert. Dass Doom Metal hauptsächlich in unteren Temporegionen gespielt wird, ist klar, doch muss man gerade aus diesem Grund mit ein paar interessanten Ideen aufwarten, um den Hörer bei der Stange zu halten – dazu scheint die Band jedoch musikalisch zu limitiert, die dargebotene Leistung klingt hölzern und unbeholfen. Lediglich einige vereinzelte clean gespielte Parts wie in der Mitte von „The Day I Need You Most“ oder im einigermaßen gelungenen Abschlusstrack „Entrace Into White Light“ sind ganz nett.

Und damit wären wir schon beim nächsten Punkt angelangt: Durchschnittliches und biederes Songwriting würden immer noch zu einer Bewertung im Bereich von fünf bis sechs Punkten reichen, doch wenn dann auch noch mehr als ein paar Mal derart falsch gespielt und gesungen wird, dass sich einem der Magen umdreht, ist es des Schlechten zuviel. Die Rhythmusfraktion agiert unspektakulär, aber relativ souverän, doch die Gitarrensoli sind zum Teil wirklich unterhalb der Schmerzgrenze – hat der gute Herr Homberger vergessen, seinen Prügel zu stimmen, oder wie soll man sich grauenhaft schiefes Gedudel bei Songs wie dem Opener „The Mills Of God“, „Eyes Of The Hydra“ oder „Only God Knows“ erklären?

Die Krönung der Chose jedoch bildet der Gesang von Frontmann Arkadius Kurek. Sicher, die Zielsetzung waren Genre-typische, emotionale Vocals, doch dieses kraftlose, uninspirierte und völlig neben der Spur liegende Gejammer ist schlicht ergreifend nicht zum Aushalten und hat mit Emotionalität nichts zu tun. Negativer Höhepunkt dürfte hierbei wohl das an dritter Stelle stehende „Lilith“ sein, bei dem der Herr wirklich kaum mal einen Ton trifft. Keine Ahnung, wie Kurek bei seiner früheren Power Metal-Combo Avanitas gesungen hat, aber möglicherweise wäre es besser gewesen, er wäre in diesem Musikbereich geblieben. Mir werden derlei Dinge stets ein Rätsel bleiben: Man muss doch selbst merken, dass man falsch singt oder spielt und das noch mal aufnehmen, anstatt es einfach so stehen zu lassen – einfach unbegreiflich.

Da hier leider fast gar nichts stimmt, bleibt abschließend nur zu sagen, dass Wheel in ihrer Mission, Old-Schoolige, schwere und emotionale Musik zu kreieren, leider komplett gescheitert sind. Es sind wohl noch einige Sessions im Proberaum erforderlich, um an die oben genannten Vorbilder heranzukommen und unumgänglich ist es vor allem, am Mikro eine Änderung vorzunehmen, denn diese Gesangsperformance geht einfach gar nicht. 

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