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Whalerider: Thanatos

Augen zu und fallen lassen
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock/ Grunge/ Stoner
Spielzeit: 58:11
Release: 14.11.2014
Label: Eigenregie

Es sind doch einmal mehr wieder diese Zufälle, die auf ein heimisches Gewächs aufmerksam werden lassen. Hier im Falle Whalerider war es dann so, dass in unserem kleinen Team einfach nicht alle eingegangenen CDs abgearbeitet werden konnten, eine Mail an den Cheffe mit dem „schick doch mal ein paar Scheiben rüber, die noch nicht fertig sind“-Inhalt bringt in einem kleinen Paket voller Überraschungen dann das Debüt „Thanatos“ der Mannheimer zu Tage. Zum Glück, denn es wäre doch viel zu schade gewesen, dieses emotionale Alternative-Highlight nicht vorzustellen, auch wenn die Truppe gleich mal einen Rüffel dafür bekommt, dass sie mit diesem Scheibchen ein Konzeptalbum vorlegen, im Booklet aber die Texte nicht abdrucken – dieses ist dann hoffentlich bei der nachgelegten Vinylversion anders.

Zwei Dinge sind der Band wichtig, die im Zusammenhang mit ihrem Debüt Erwähnung finden müssen: Zum einen die Geschichte rund um den Aussteiger Tarantula in einem Leben voller Gier, Sehnsucht, Verzweiflung, Hingabe, Lust und Selbstzerstörung, zum anderen der Hinweis, dass der Sound der Band erst durch das passende optische Konzept des Artworks komplettiert wird. Soweit stimmt auch schon alles ganz gut, sogar ihren Stilmix aus Alternativ-Rock mit Einflüssen aus Grunge der Marke Soundgarden und auch aus den Siebzigern dürfen so unterschrieben werden, wo allerdings der ganze Sludge sein soll, dass bleibt fraglich, den hier gehen sie nicht eindeutig in die ganz tief schmutzigen Soundgefilde.

Mit „ Trips'n'Trucks“ wird man erst sanft in die Whalerider-Klangwelten eingesogen, im direkten Übergang zu „What's In Your Head“ kommt dann Schwung in die Storyline auf voller Stoner/Grunge-Schlagseite, wo sich eher sphärische Klänge mit einer regelrecht breiten Soundwand abwechseln und schon einen ersten schwergewichtigen, aber auch zerbrechlichen Eindruck hinterlassen. Und genau diese Dynamik nutzen sie durchweg, besonders gelungen ist da der Titeltrack „Thanatos“, wo sich die leichten orientalischen Klänge untermischen und von der massiven Gitarrensoundwand förmlich überrollt werden, in diesem schwergewichtigen Bastard aus Frau Stoner und Herr Doom, wo bei den Vorfahren dann auch noch Space-Rock-Gene involviert waren, was dann insgesamt zu einer abwechslungsreichen, unglaublich intensiven Nummer führt.

Schon „Feed My Affection“ mit seinem sanften Aufbau, mit leichten Klängen und akustischen Gitarren, dem dynamischen Anschwellen, den unaufdringlichen, absolut passenden Keyboards, dazu der klare Gesang, der immer ein wenig anklagend wirkt – nach und nach treibt die Nummer eindringlich auf seinen Höhepunkt zu, glänzt noch locker flockig nebenbei mit zahlreichen Siebziger Inspirationen, die Leadgitarre nimmt an Vorwärtsdrang zu und am Ende mischen sich dann sogar sanft ein paar orientalische Einflüsse unter, bis dann das Finale mit dem Knistern wie auf einer Vinyl endet.

Gänzlich aus dem Rahmen fällt dann der letzte Track „Your Undying Memory“ und hinterlässt so einiges an Fragezeichen, wird das Rockschema der restlichen Scheibe doch komplett außen vor gelassen und ein Klangexperiment auf Trip-Hop-Basis präferiert.

Nein, „Thanatos“ ist nichts für einfach mal zwischendurch, dafür verlangen Whalerider mit ihrem Wechselspiel zwischen sanften, spacigen und sphärischen Arrangements und kurze Zeit später mit einer Soundmassiv viel zu viel vom Hörer ab – was nun aber nicht heißen soll, dass sie nicht genug Eingängigkeit besitzen. Man muss sich das Whalerider-Scheibchen aber auch nicht wirklich erarbeiten, sondern man darf vielmehr zurücklehnen, Augen schließen und sich in den Klangwelten fallen lassen. Keine Sorge, man geht schon nicht verloren, zurück bleibt aber die Gänsepelle der guten Unterhaltung. Saustarkes Debüt, was die Mannheimer da hingelegt haben.

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