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Westkust: Westkust

Alles etwas zu zuckrig geraten
Wertung: 6/10
Genre: Indie Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 31:02
Release: 01.03.2019
Label: Through Love Records

Was die Schweden von Westkust musikalisch und stimmungstechnisch abzuliefern gedenken, kann man sich schon beim Blick auf das Artwork ziemlich schnell zusammenreimen: Eine Blumenwiese, größtenteils rosarot, im Hintergrund Hügel und blauer Himmel – metallisch wird‘s hier nicht, eher träumerisch kommt der Sound durch die Boxen, den das Quartett um Sängerin Julia hier vorträgt.

Nach einigen Line-Up-Wechseln in den letzten Jahren scheint die Band nun stabil aufgestellt zu sein, man gibt sich klassisch mit zwei Gitarren, Drums und Bass – wenn man dann das böse Wörtchen „Dreampop“ ausblendet, kann man sich zumindest zeitweise auf die Göteborger einlassen. Durch Julias stellenweise etwas nölige, aber auch trotzige Stimme bekommen die Songs dann stellenweise geradezu einen Reibungseffekt, den man beim Opener „Swebeach“ trotz noisiger Gitarre noch nicht so recht erwartet hätte: Die Sängerin wird hier gedämpft durch ordentlichen Hall, wirkt eher zuckrig statt zickig, macht also alles in allem zwar einen soliden, aber erst mal nicht sonderlich attraktiven Eindruck.

So verwundert es dann auch nicht wirklich, dass die halbe Platte sich schon durch die Boxen geschlichen hat, bevor man wieder aufmerkt – der Sound lullt einen tatsächlich ein wie versprochen; ob das so wünschenswert ist, bleibt aber abzuwarten. Tracks wie das fast post-punkig perlende „Daylight“ lassen dann aufhorchen, handelt es sich hierbei doch um einen wirklich schönen, satten Track mit perfekt platzierten Samples, die Ohrwurmcharakter aufkommen lassen, dazu eine Gitarre, die ähnlich bei The Cure hätte vorkommen können und fertig ist der erste Song der Scheibe, der es auf die Liste der Anspieltipps schafft.

„Do You Feel It“ kann dann mit einem beinah schon (pop-)punkigen Start aufwarten, der aber durch die süße Stimme doch recht flott wieder zunichte gemacht wird. Eigentlich schade, denn schlecht singt die Frontdame nun beileibe nicht, stellenweise mag der Sound aber nicht so wirklich optimal dazu passen. Immerhin geben sich die Instrumentalherren hörbar Mühe, das Ganze etwas dynamischer zu gestalten, man muss dann aber schon bis zum vorletzten Track „Adore“ warten, bis sich wieder etwas rührt. Auch hier werten die Gitarren und Samples den Song wieder ordentlich auf, hier passt dann aber auch die kindlich-hallende Stimme der Sängerin ziemlich gut zum Rest des Tracks.

Unterm Strich bleibt aber die Frage, ob man sich Westkust regelmäßig zu Gemüte führen will oder soll. An sich gut gemachter, zarter Indie Rock präsentiert sich hier mit einer durchaus fähigen Sängerin, die aber zu sehr auf die Rolle des zarten Pflänzchens reduziert wird. Ein bisschen Kratzbürstigkeit wäre wünschenswert gewesen, so pendelt sich „Westkust“ im Mittelfeld ein. 

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann