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Welle Erdball: Kalter Krieg

Ein bisschen Frieden
Wertung: 8.5/10
Genre: Minimal Electro
Spielzeit: 33:52
Release: 28.10.2011
Label: SPV Music

Welle: Erdball sind wieder da und wie könnten sie besser wieder auftreten und Reden von sich machen als mit einer Platte mit dem Namen „Kalter Krieg“. Anspielen wollen sie mit dem Titel und der Zusammensetzung des Tracks auf die Antwort auf die gestellte Frage an den damaligen amerikanischen Verteidungsminister, wie weit man während des Kalten Krieges denn vom dritten Weltkrieg entfernt gewesen sei. Die Antwort war: „24 Stunden!“. Also ein Thema, dessen sich Welle: Erdball nun annimmt. Mit insgesamt fünfzehn Tracks und in absolut altbekannter Welle: Erdball-Manier machen sie sich auf, eben diese 24 Stunden aufleben zu lassen.

Den Start macht ein kurzer Hörspielausschnitt und dann geht es mit dem Cover des „James Bond Thema“ los. Absolut passend gewählt legt Welle: Erdball hiermit los. Ja so kennen wir die Band mit dem Faible für die 80er Jahre. Noch intensiver werden die 80er im nächsten und somit dritten Song des Albums wieder belebt. Schon der Name sagt vieles aus: „Deutsche Liebe (C-64)“. Denn tatsächlich sind die vorherrschenden Töne und Takte das Gepliepe des 80er Jahre-Lieblings, des C64. Wahnsinn, dass wohl viele von uns damit groß geworden sind und schön, dass uns dieses Gefiepe nun eigentlich verschont. Hier werden wir nochmals in die Pacman Welt entführt und ja, man hält es aus. NDH mit dem Klang der kleinen gelben Torte, ganz Welle: Erdball eben.

Was dann kommt, erfordert dann aber Nerven aus Stahl. In diese spacige Welt entführt uns glücklicherweise nun nicht die Eurovision-Gewinnerin Lena mit ihrem Satelliten-Song, sondern klar, wieder zurück in die 80er: Nicoles Hit „Ein Bisschen Frieden“ wird nun aufgepeppt, das Make-Up der Band übergestülpt und ehrlicherweise kann man sich den Song dann doch in den Clubs vorstellen, den Text wird jeder kennen, auch wenn klarerweise niemand zugeben wird, dass er dies kann. Ein flotter Takt unterlegt, und schon haben wir einen perfekt thematisch passenden Song gefunden.

Haben Welle: Erdball es mit dem letzten Album in die Media Control Charts gebracht, werden sie auch mit „Kalter Krieg“ den Nerv der Massen treffen. Der Sound der einzelnen Songs reißt mit, musikalisch und auch stimmlich haben sie einen großen Schritt nach vorne gemacht. Thematisch ist das Thema komplett abgeholt. Es geht um den, wenn er jemals statt finden wird, alles vernichtenden dritten Weltkrieg. Für ihr Werk haben sie sich neben Nicole auch Cat Stevens und Chris Roberts zur Brust genommen. So haben sie hier auch musikalisch eine Mischung zusammengeführt, die besser nicht zum Thema passen würden. Stimmlich kann der Song „If You Want To Sing Out, Sing Out“ absolut nicht mit Cat Stevens mithalten, was aber auch an dieser Stelle nicht wichtig ist, das Thema passt zum Thema Krieg und Frieden und hat somit seine absolut passende Daseinsberechtigung.

Welle: Erdball sind wieder da und zeigen mit „Kalter Krieg“ einerseits ihre Daseinberechtigung, anderseits aber auch, dass die Sparte Musik nicht tot zu kriegen ist. Mehr eigene Songs wären dennoch wünschenswert gewesen, denn die Fantasie ist da, das wurde eindrucksvoll bewiesen.

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