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We Wish You A Metal Xmas And A Headbanging New Year

Bis der Weihnachtsbaum wackelt
keine Wertung
Genre: Rock Metal
Spielzeit: 59:19
Release: 21.11.2008
Label: Armoury Records

Das Nadelholz zieht wieder in die Wohnungen ein, sorgt für Freude und Hass in den Familien und die Selbstmordrate steigt. Die Kirchen quellen über, wie sie es sonst nie tun. Ja, liebe Leute, es weihnachtet sehr. Traditionell wird der heilige Abend zum großen Konsumfest umgestaltet, bei dem jeder versucht, sich mit Geschenken zu übertreffen. Aber vorher muss noch eine Hürde genommen werden. Nach dem oftmals verordneten Kirchgang werden in der Familie noch die Sangeskünste erprobt und allerlei traditionelle Weihnachtslieder werden geradezu zelebriert. Um dies etwas einfach zu gestalten, wird häufig eine Scheibe eingeworfen und die entsprechenden Lieder als Hintergrundunterstützung abgespielt. Wer dies ein  wenig metalkompatibler gestalten möchte, kann jetzt auf den Sampler „We Wish You A Metal Xmas And A Headbanging New Year“ zurückgreifen.

Und wer schon das Kultalbum aus den Achtzigern „Banging Round The Xmas Tree“ mit rein deutschem Hintergrund lieben lernte, wird auch hier begeistert sein. Zwar geht es bei weiten nicht so hart und schnell zu, vielmehr irgendwie - nennen wir es mal böse - seriöser. Man hat einige der größten Namen der Hardrock- und Metal-Szene zusammengetrommelt, kräftig durchgemischt und dann diverse Songs eingespielt.

Den gelungen Auftakt bietet der Titel “We Wish You A Merry Xmas“, welcher schon mal richtig kräftig losrockt. Stark gestaltet sich die musikalische Umsetzung. Man bleibt trotzdem, gerade durch den Gesang, nah am traditionellen Liedgut, wobei mir Bruce Kulicks Gitarre sehr gefällt.
Lemmy Kilmisters „Run Rudolph Run“ wurde sogar als Single ausgekoppelt und verkörpert eigentlich alles, wofür Lemmy steht. Bei diesem starken Song wird man erst ein wenig in die „Jonny B. Good“-Ecke gedrängt, dann entwickelt sich das Ganze aber doch immer mehr zu einem Motörhead-Song.

Alice Cooper wäre nicht Alice Cooper, wenn er nicht seinen eigenen gruseligen Schabernack treiben würde und so wird Santa Claus mal eben in Santa Claws umbenannt. Wie für Mr. Cooper normal, wird dies eher spärlich instrumentiert umgesetzt und hätte ein eigener Song sein können.
Und dann kommt ein in Deutschland wohl weniger bekannter Song: Das wohl aus englischen Landen stammende „God Rest Ye Merry Gentlemen“. Ich muss zugeben, dass ich den Song vorher auch nicht kannte und deshalb nicht sagen kann, ob er der Tradition nahe kommt. Hier wird er in bestem Black Sabbath-Doom zelebriert. Ein richtiges Highlight, welches auch von Ronnie James Dios Goldkehle und Tony Iommis starker Gitarre geprägt wird. 

„Silver Bells“ kann mich nicht ganz so erfreuen, was aber wohl mehr daran liegt, dass ich auch das Original nicht so prickelnd finde. Da hilft dann auch Geoff Tate am Mikro nichts. Schade, dass dann auch „Little Drummer Boy“ nicht meinen Geschmack trifft. Da gefällt mir das deutlich energischer gesungene traditionelle Stück besser, welches von einem kleinem Jungen gesungen wurde. Da kam deutlich mehr Gefühl rüber, wenngleich man Simon Philips hier mal wieder ein klasse Drumming attestieren muss.

„Santa Claus Is Back In Town“ weiß da eher zu überzeugen, denn Marco Mendoza quält den Bass und Steve Morse sorgt für galoppierende Gitarrenlines. Ripper Tim Owens zeigt, dass er nicht zum alten Eisen gehört. 
„Silent Night“ wird dann schon fast in „Banging Round The Xmas Tree“-Tradition dargeboten Chuck Billy growlt sich seine Stimmbänder aus dem Hals und das Tempo wird kräftig angezogen. Yehaa, wenn der Tannenbaum nach diesem Song noch Nadeln hat, ist er definitiv noch frisch. Aber ein Tipp an die Benutzer echter brennender Kerzen: Macht sie vor diesem Song aus, denn die Weihnachtsfeier wird zu einer prächtigen Headbangerparty mutieren und so einiges in Schutt und Asche legen. Prädikat: Sehr Wertvoll!

 „O`Christmas Tree“ wird gesungen von dem deutschen Goldkehlchen Doro.
„Deck The Halls“ verfehlt dann aber doch ziemlich stark meinen Geschmacksnerv, auch wenn da Craig Goldys Gitarre quietscht. Nein, dafür erwärmt sich mein Herz nicht.
Etwas besser ist die Sleaze Rock-Version von „Grandma Got Ran Over By A Reindeer“. Man schunkelt irgendwie mit, ohne zwar wirklich begeistert zu sein, aber trotzdem ist dieses Stück hörenswert.

„Rockin`Around The Xmas Tree“ darf dann natürlich auch nicht fehlen, obwohl ich auf diese doch eher seichte Version getrost hätte verzichten können.
Deutlich besser wird das dann mit dem Schmachtfetzen „Happy Xmas (War Is Over)“, welches von Tommy Shaw schön gefühlvoll gesungen wird. 

Dann kommt als vorletzter Song noch „Oh Tannenbaum“ in der englischen Version. Das hätte man uns allerdings besser ersparen sollen. Nicht nur, dass sich der Song in Englisch recht bescheiden anhört, wirkt es auch extrem gelangweilt.
Aber ein Highlight gibt es dann noch mit Girlschools „Auld Lang Syne“. Der schottische Weihnachtssong wurde perfekt gewählt und bestens in Szene gesetzt. Die pentatonische Melodie setzt sich im Kopf fest und man ist trotz Weihnachten gewillt, mitzugröhlen und sich den Whisky in größeren Mengen in den Rachen zu stürzen. 

Fazit: Zwar eine etwas durchwachsene Angelegenheit, aber trotzdem ein Muss für jeden Metalfan, der auch mal über den Tellerrand schaut und Spaß versteht. Ich liebe solch verdrehte Sachen und gröhle gerne einmal mit. So lässt sich gut Weihnachten feiern. Ob sich diese Versionen allerdings unter dem Christbaum durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Da eine Bewertung hier viel zu individuell wäre, da es zu sehr mit den eigenen Traditionen verbunden ist, erspare ich mir diese, wobei ich die Scheibe als Pflichtkauf ansehe.

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