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We Were Promised Jetpacks: The More I Sleep, The Less I Dream

Eine Platte mit zu wenig Reibung
Wertung: 6,5/10
Genre: Indie Rock
Spielzeit: 42:28
Release: 14.09.2018
Label: Big Scary Monsters

Die schottischen We Were Promised Jetpacks sind ein konsequenter Haufen: Da war das neue Album schon fast in trockenen Tüchern, die Songs konnten dann doch nicht so recht gefallen und prompt wurde fast die komplette Scheibe eingestampft und neu aufgewurstelt. „The More I Sleep, The Less I Dream“ ist dann vom Titel her noch sperriger geworden als der Bandname, und beinhaltet eine knappe Dreiviertelstunde Indie Rock, der meist etwas neblig, sphärisch, ja beinah verträumt (ha, da wär der Albumtitel wieder untergebracht) daherkommt und durchaus ein bisschen mehr Hummeln im Hintern hätte vertragen können.

Seit 2003 gibt es die Truppe bereits, die wie so viele andere Combos aus einer Schülerkapelle entstanden ist, und obwohl die Musiker sich zumindest Teile des Gesanges zu dritt teilen, sind es auf „The More I Sleep, The Less I Dream“ überraschend oft ausgerechnet die Instrumentalparts, die den Hörer in den Bann zu ziehen vermögen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Fronter Adam sich bei Tracks wie beim flotten, tanzbaren „Repeating Pattern“ ein bisschen in The Darkness‘sche Ekstase hochschwingt und damit eventuell versucht, ein bisschen Rock‘n‘Roll zu verbreiten, aber eher ein Schmunzeln entlockt – obwohl, die Gitarren braten hier erstaunlich effizient, das muss man den Jungs auch lassen und irgendwie mausert sich der Track nach mehrfachem Hören dann auch zu einem Stück von enorm hohem Wiedererkennungswert.

Was zu Beginn der Platte bei „Impossible“ noch etwas schwülstig und schwelgerisch wirkte, entpuppt sich dann bei „Someone Else‘s Problem“ schon eher als ordentlicher (Indie) Rock, bei dem aber wie erwähnt hauptsächlich die Instrumentalfraktion und hier im Besonderen die Gitarreros Punkte sammeln können. Der monoton-perlende Sound wird sogar erst nach einigen Durchläufen so richtig schön schwurbelig und entfaltet erst dann sein volles Hypnosepotential.

Das nicht mal zwei Minuten lange „Improbable“ ist dann ein Sample-Intermezzo, das es nicht unbedingt gebraucht hätte, auf die Hälfte gekürzt hätte es auch gut als Songintro für das folgende „When I Know More“ durchgehen können und dabei sicherlich weniger Unruhe verbreitet. Obwohl: Gerade auch „When I Know More“ ist ein recht austauschbarer Track geworden, der so ähnlich sicherlich bei vielen anderen Bands auch kaum durchs Raster geflutscht wäre.

„Not Wanted“ fließt dann so richtig schön durch die Membran, und genau das ist das Hauptproblem bei dieser Scheibe: Es fließt alles zu nett vor sich hin, es gibt wenige Ecken und Kanten, an denen man sich stoßen könnte. Hat sicherlich seine Fans, kann aber auf lange Sicht nur bedingt begeistern. Wenn man sich allerdings verstärkt auf die Instrumentalarbeit konzentriert, kann man die eine oder andere Perle entdecken.

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